Archive | May 2017

Unser Pflegekind Pinocchio

Genau eine Woche lang war es im Haus sehr, sehr ruhig. Denn alle drei Pflegekater reisten am 12. Mai zu ihren neuen Familien nach Deutschland. Davon hatte ich euch ja berichtet. Die beiden nächsten Kandidaten, die zu uns in Pflege kommen sollten, warteten schon auf die freien Plätze. Da ich mir aber ein wenig mein Persernäschen verkühlte, machten wir eine Woche lang Pause.

Nun bin ich aber wieder topfit und kann euch einen der beiden Neuen vorstellen. Das hier ist Pinocchio. Den Namen haben ihm die Damen in der Klinik verpasst, weil er so einen grossen Zinken im Gesicht hat 🙂

Mama hat euch von Pinocchio ja eigentlich schon erzählt. Das ist der Kerl, den sie vor ca. 2 Wochen von der Strasse auflasen. Nun ist wieder einigermassen gesund und kann bei uns weiter aufgepäppelt werden. Ihr seht ja, dass er noch etwas fusselig und dünne aussieht. Und auch ans Haus mit seinen Vorzügen, aber auch Regeln, muss er sich noch gewöhnen. In der Cabana hat er einmal in die Küche und in den Holzkorb vorm Ofen gepullert. Obwohl er sonst das Katzenklo benutzt. Manche Sachen sind ihm halt noch nicht 100%ig klar.

Nach seiner Ankunft am Freitag war er zuerst etwas scheu, erkundete aber alles ganz genau. Generell scheint er sehr neugierig zu sein. Und ne grosse Klappe hat er. Wenn er anzeigen will, dass er etwas möchte, blökt er das ganze Haus zusammen. Ne grosse Nase und ‘n grosses Organ hat er also. Ansonsten ist er sehr anlehnungsbedürftig. Schmust viel und klettert immer schön bei Mama und Papa auf den Schoss.

Wenn er dann irgendwann soweit ist, dass er zur Adoption vorgestellt werden kann, sag ich euch Bescheid 🙂

Es gibt noch einen anderen neuen Kerl im Haus. Aber den stelle ich euch später vor. Der versteckt sich nämlich noch unterm Bett 😉

Miau… Eure Emily

Update zum angefahrenen Hund

Es gibt gute und schlechte Neuigkeiten zu unserem tierischen Notfall vom letzten Wochenende.

Die guten News sind, dass sich die Maden aus seinem Körper im wahrsten Sinne des Wortes verkrochen haben, dass das Fieber verschwand und dass er somit die kritischen ersten Tage überstanden hat. 🙂

Auf der anderen Seite ist nun auch sicher, dass seine Hinterläufe gelähmt bleiben. Einer der führenden Chirurgen für Tiermedizin in ganz Europa war zufällig in Cluj und hat sich ihn genau angeschaut. Die Wirbelsäule ist leider so kaputt, dass die Chancen, bei einer OP irgendetwas retten zu können, gleich Null sind.

Nach dieser Prognose stand die fast unmögliche Suche nach einer Pflegestelle an. Denn einen behinderten Hund zu pflegen ist eine grosse Aufgabe und nur wenige Menschen sind bereit, sich dieser Sache anzunehmen. Ich kann das wirklich verstehen, denn einfach ist es nicht. Man muss sich schon gut auskennen und auch die Zeit, Kraft und Kapazitäten haben. Gott sei Dank wurden wir fündig. Eine Volontärin von Nuca hat sich bereiterklärt, zwei ihrer nicht-behinderten Pflegehunde an eine andere Pflegefamilie abzugeben, so dass sie sich um unseren Findling kümmern kann. Sie beschäftigt sich schon lange mit behinderten Tieren und holt in der nächsten Woche auch einen paralysierte Kater aus der Klinik ab, um den sie sich kümmern möchte. Sie ist eine wahre Expertin auf dem Gebiet und wir könnten nicht glücklicher sein, dass das geklappt hat. Wir sind wirklich sehr sehr dankbar!!

Wir werden sein neues Pflegefrauchen auf jeden Fall unterstützen. Mit einer Art Patenschaft und auf jeden Fall mit Hilfe bei den Transporten. Sie wohnt 35km ausserhalb von Cluj.

Florian und ich sind wirklich immer wieder erstaunt über die Wunder, die Nuca, deren Volontäre und Tierärzte jede Woche vollbringen. Wir sind immer noch wütend, dass so viele Menschen tagelang an ihm vorbeispazierten, als er da verletzt im Dreck lag. Aber wenn wir sehen, was es für tolle und engagierte Tierschützer gibt, sind wir gleich wieder positiver gestimmt.

Eure Cindy

 

 

 

Angefahrener Hund

Eigentlich wollten wir am Sonntag “nur mal schnell” zur Berghütte fahren und schauen, wie weit uns der Gärtner schon den Garten verschönert hat. Ca 300 Meter vor dem Haus erblickten wir dann aber diese arme Seele 🙁

Ein junger Rüde sass da in dieser nassen Mulde. Ab Rückenmitte war er gelähmt, das Hinterteil war schon voller Maden und Fliegen und er versuchte, immer wieder voranzukommen. Wahrscheinlich hat ihn ein Auto böse erwischt und ist danach einfach weitergefahren. Der Rüde robbte sich vielleicht noch in diese Mulde, und wenn man sich die Maden anschaut, muss er da schon tagelang gelegen haben. Warum half ihm denn niemand??? Es ist sicher, dass da Leute spazieren gingen. Und es standen Futterschalen daneben, also war 100%ig jemand da.

Wir hoben ihn vorsichtig in die Box und fuhren mit ihm eine Stude nach Cluj – zur Klinik, die mit der Tierschutzorganisation Nuca zusammen arbeitet, und die so grossartige Arbeit leistet. Er liess sich einfach hochheben, bellte und biss nicht. Es war ganz klar, dass er in den Hinterläufen nichts mehr spürte.

In der Klinik angekommen, machten die Tierärzte traurige Gesichter. Wir hoben ihn auf dem Tisch und dort wurde er erst einmal rasiert.

Dabei fiel auf, dass das ganze Hinterteil schon mit Maden bevölkert war. Die Sorgenfalten bei den Tierärzten wurden immer tiefer. Denn diese Maden fressen den Hund quasi auf. Sie verursachen Infektionen, an denen er sterben kann. Er hat schon Fieber.

Nach der Rasur wurde er gebadet und gründlich gereinigt. Und dann durfte er trinken und auch was fressen. Der Appetit war noch da. Generell kam er uns sehr munter und wach vor, obwohl er ganz klar dehydriert war. Und dankbar war er, sehr dankbar und extrem lieb. Wir glauben, dass er spüren konnte, dass er Hilfe bekommt und dass wir nur sein Bestes möchten.

Nun liegt er in einer Box – auf einer Heizdecke und von einer Rotlichtlampe gewärmt – und wir alle müssen abwarten, ob er die nächsten Tage übersteht. Erst dann kann man sich seiner Rückenverletzung annehmen. Es ist anzunehmen, dass er seine Hinterläufe nicht mehr verwenden kann. Im besten Fall wird ein Hund mit Rolli sein – und das ist mit den heutigen Möglichkeiten gar nicht so tragisch. Er hat dann grosse Chancen, ein sehr sehr glücklicher Hund zu sein. Aber das sind alles Spekulationen. Wir müssen abwarten…

Wir wissen übrigens nicht, wo er herkommt. Er gehört nicht zu den ca 20 Streunern, die zur Hütte zum Fressen kommen, wenn wir da sind. Er war kastriert, hatte aber keinen Chip. Vielleicht gehörte er zu einem der Schäfer, die es in der Gegend zahlreich gibt. Aber das ist schwer herauszufinden.

Leute, wenn euch so etwas passiert – wenn ihr ein Tier aus Versehen anfahrt, oder ihr seht ein verletztes Tier, bitte, bitte haltet an! Schaut nicht weg! Hätte man diesem Kerl hier früher geholfen, wäre vielleicht alles nur halb so schlimm gewesen.

Eure Cindy

Dem Findling geht es besser!

Schaut einmal, Pinocchio – der Kater, den wir dehydriert und kränklich in Cluj auflasen, geht es schon besser. Seit über einer Woche ist er nun schon in der Klinik und wird dort wunderbar aufgepäppelt. Sieht er nicht schon viel gesünder aus??

Nun dauert es nicht mehr lange, bis er zu uns in Pflege kommen kann. Und dann können wir zusammen mit Nuca auch für ihn eine Adoptivfamilie suchen 🙂

Eure Cindy

Morgen geht es los!

Bald schon heisst es Abschied nehmen. Morgen früh machen sich unsere drei Pflegekater zusammen mit vielen anderen Katzen und Hunden auf den Weg in ihr neues Zuhause in Deutschland.

Neugierig schauen sie schon aus dem Fenster und gucken, ob der Bus kommt 🙂

Samstagabend sollten sie dann alle von ihren neuen Lieben in Empfang genommen werden. Macht’s mal gut, Jungs. Wir werden euch vermissen!

Eure Cindy

Tierrettung in Cluj – die Zweite

Emily berichtet ja immer fleissig aus ihrem Katzenalltag und von ihren Pflegegeschwistern. Heute möchte ich euch aber von unserem neuesten Notfall erzählen.

Diesen Knaben hier hatte eine Freundin in derselben Gegend entdeckt, wo auch Casper herstammt und den wir von dort auflasen. Ihr seht ja, dass er nicht gerade flott aussieht, und daher haben wir ihn eingesammelt und zur Klinik, die mit Nuca zusammenarbeitet, gefahren. Es gibt immer noch viele Strassenkatzen her in Cluj, jedoch werden viele von ihnen von Anwohnern umsorgt und gefüttert. Solange sie nicht in Gefahr sind, bleiben sie auch erst einmal in ihren Revieren. Dieser Kerl scheint allerdings den harten Winter nicht so gut überstanden zu haben. Die Tierärztin meinte, er hätte eine Erkältung gehabt, sei unterernährt und dehydriert (wahrscheinlich eben wegen dieser Erkältung) und kämpft mit Flöhen und Parasiten. Nun kann er ersteinmal dort bleiben, wird versorgt und kastriert und darf wieder zu Kräften kommen. Wenn es ihm dann soweit gut geht und er keine Krankenheiten hat, wird er zu uns in Pflege kommen. Er ist ca 5 Jahre alt, hat also schon einige Jahre auf der Strasse gelebt. Drückt die Daumen, dass er schnell wieder gesund wird und dass Emily ihn hier in ihrem Zuhause akzeptieren mag.

Er wurde übrigens Pinnochio getauft, wegen der doch sehr grossen Nase 🙂

Eure Cindy

Emilio verlässt uns!

Hier ist wieder euer Lieblingsperser aus der Katzenpflegestation in Cluj mit den News des Tages.

Emilio verlässt uns nun nämlich auch und zieht am Freitag nach Deutschland um. Das Beste ist, dass er tatsächlich mit seinem Kumpel Marvin in die gleiche Familie aufgenommen wird. Die beiden sind nach anfänglicher Eifersucht Marvins richtig dicke Buddies geworden und wir sind ganz aus dem Häuschen, dass die beiden zusammen bleiben können.

Damit gehen also mit Casper, Marvin und Emilio alle unsere Hausbesetzer auf Reisen. Wer hätte das gedacht? Wo ich mich doch einigermassen an die Knaben gewöhnt habe. Und wo Marvin mir endlich nicht mehr mit der Pfote auf den Popo haut, sondern schön mit Emilio balgt. Mama meinte aber, dass die nächsten beiden Jungs schon in der Klinik darauf warten, zu uns ziehen zu können. Na da bin ich ja mal gepannt, wer da so kommt!!!

Miau… Eure Emily

Casper zieht bald aus

Ihr glaubt es kaum, aber schon drei Tage nachdem Casper im Internet vorgestellt wurde, hat er eine Adoptivfamilie in Deutschland gefunden 🙂

Das heisst also, dass er zusammen mit Marvin am 12. Mai auf Reisen geht. Zumindest wird er das tun, wenn er bis dahin wieder gesund ist und seine blöde Erkältung überwunden hat. Noch schnupft er ein bisschen rum. Es geht ihm zwar schon viel besser, aber richtig gesund ist anders und morgen muss er wieder zum Arzt.

Drückt die Daumen, dass das kleine zarte Käterchen rechtzeitig wieder fit ist und schon bald zu seiner Familie umziehen darf!

Miau… Eure Emily