Archive | July 2016

Sommerzeit

IMG-20160625-WA0001Liebe Sonne, scheine wieder!

Liebe Sonne, scheine wieder,
schein die düstern Wolken nieder!
Komm mit deinem goldnen Strahl
wieder über Berg und Tal!

Trockne ab auf allen Wegen
überall den alten Regen!
Liebe Sonne, lass dich sehn,
dass wir können spielen gehen!

(Hoffmann von Fallersleben)

Gerade zog ein Gewitter am Clujer Stadtrand vorbei und hat einfach die schönen, warmen Sonnenstrahlen mitgenommen! Also ist grad mal Schluss mit Spielen. Na so was! Dann geh ich halt in mein kleines Büro und erzähle euch ein bisschen was über unser Ferienhäuschen.

IMG_5737Denn mit dem Bau desselbigen geht es immer noch rasant voran. Die Fenstern sind nun drin und die Aussentüren für Haus und Keller auch. Kann schon mal keiner mehr da reingehen, der da nicht reingehört 🙂

Ausserdem sind die Aussenwände aus Holz fertig. Nun sind die 4 Jungs schon mächtig mit dem Isolieren und Verkleiden der Innenwände beschäftigt. Die Elektrik wird gelegt, wir haben uns hübsche Aussenlampen ausgesucht und die Stadtwerke kommen entweder nächste Woche oder Ende August und legen uns den Zugang zum Stromnetz (so sagen sie es zumindest).

IMG_5852In der nächsten Woche beginnt der Schornsteinbauer mit seiner Arbeit. Und für Ende August hat sich der Ofensetzer angemeldet. Ja, so geht alles sein Gang. Immer noch sind wir wohl vom lieben Herrgott gesegnet. Denn richtig grosse Probleme hatten wir bisher noch nicht. Wenn man mal von der Lotterie mit der Wasserbohrung absieht, die teurer wurde als gedacht. Aber da kann ja keiner was dafür. Die Natur hat eben auf unserem Grundstück erst Wasser ab 110 Meter an uns Erdenbürger zu verschenken 😉

Damit steht auch unserem Plan – Mitte September dort den ersten Urlaub zu verbringen – immer weniger im Wege. Und wenn doch, wird halt improvisiert. Das können wir gut, improvisieren meine ich. Flori ist ein Camperkind und ich bin ein Ossi. Das Improvisationstalent bekamen wir beide also quasi mit in die Wiege gelegt!

Drückt uns weiterhin die Daumen, dass wir auch in den nächsten Tagen und Wochen gut vorankommen können. Wir freuen uns immer sehr über eure Wünsche und Grüsse, die uns aus der Nähe und aus der Ferne ins Emailfach und ins Telefon rauschen 🙂

Eure Cindy

Abschied nehmen!

IMG_4848Ist euch aufgefallen, wie oft die Nachrichtensprecher in diesem Jahr schon vom Tod grösserer und kleinerer Persönlichkeiten berichteten? Überdurchschnittlich oft wie ich finde. Es vergeht kaum eine Woche ohne einer weiteren traurigen Nachricht. Ob nun wichtige Politiker wie Hans-Dietrich Genscher, umstrittene Persönlichkeiten wie Margot Honecker, grosse Sportler wie Muhammad Ali und Johan Cruyff oder Schauspiellegenden wie Bud Spencer oder “Schimanski” Götz George – sie alle sagten Adieu.

Vor allem aber fällt mir auf, wie viele junge Persönlichkeiten von uns gehen, deren Zeit eigentlich noch lange nicht vorbei sein kann. Miriam Pielhau, Jana Thiel oder Hendrikje Fitz zum Beispiel waren alle erst in den 40igern und 50igern und mussten sich dem Krebs geschlagen geben. Roger Cicero (45) und Jim Reeves (von Squeezer – 47) sind weitere viel zu junge Beispiele.

Auch haben sich in diesem Jahr schon einige meiner Lieblingsstars verabschiedet. Die britische Komikerin Victoria Wood (wurde nur 62 Jahre) zum Beispiel, die immer so schreiend komisch, so intelligent und geistreich war. Oder der fantastische Schauspieler Alan Rickman. Und dann ging auch Guido Westerwelle (54), den ich immer so grossartig fand, viel zu früh von uns. Doris Roberts (90), die ich so gerne in “Everybody loves Raymond” anschaute, verstarb ebenfalls. Und die einfach geniale und für ihre Zeit sehr coole Erika Berger (76) ist nun auch nicht mehr unter uns.

Roger Willemsen (60), Achim Mentzel (69), der Fussballtrainer Sascha Lewandowski (44), unser aller Löwenzahn Peter Lustig (78), Umberto Eco (84), Anton Yelchin (27), David Bowie (69) – ach ich kann sie gar nicht alle aufzählen – und das Jahr ist lange noch nicht vorüber, es ist gerade etwas mehr als die Hälfte vergangen. Fest steht, es sind so viele – zu viele. Und viele Seelen von ihnen hat der liebe Herrgott in meinen Augen um einige (manchmal sogar im viele) Jahre betrogen.

Auch der BBC fiel die hohe Anzahl an Trauerfällen in den Medien auf. Sie sind also der Frage nachgegangen, warum gerade im der ersten Hälfte dieses Jahres so viele Promis verstarben. Und sie lieferten eine wissenschaftlich schlüssige Antwort – der Grund sei nämlich in der Statistik zu finden. Demnach gibt es ganz einfach nach dem Boom in der Musikbranche seit den 50er Jahren und mit dem Einzug der Fernsehgeräte in den Haushalten einfach viel mehr bekannte Persönlichkeiten. Hinzu kommen die unerwartet frühen Tode wie zum Beispiel die Tragödie um dem Sänger Prince. Ausserdem bietet das Internet und die sozialen Medien Menschen landesweit und darüber hinaus eine wirksame Plattform, die sonst diesen Bekanntheitsgrad nie erreicht hätten. Der Tod vom Pornosternchen Cynal gehört wohl auch dazu, der ohne Internet, Twitter & Co vielleicht nicht so viel Aufsehen erregt hätte.

Das alles gepaart mit dem generellen und ungebrochenen Anstieg der Bevölkerung auf unserem Planeten erklärt für die Statistiker und Wissenschaftler die hohe Anzahl an Todesfällen in diesem Jahr, die in den Medien Erwähnung finden.

Dann gibt es aber auch die astrologische Erklärung, die einen ganz anderen Grund anführt. Demnach befinden wir uns gerade in einem “Zwischenjahr”. 2015 wurde eine alte Ära astrologisch betrachtet beendet und 2017 wird die Welt neu geordnet sein. Das heisst, wir müssen uns auf viele Veränderungen einstellen und werden ab dem kommenden Jahr generell von neuen Überzeugungen, Vorstellungen und Ideen geprägt sein. Daher, so die Astrologen, gibt es zurzeit erstaunlich viele Seelen, die für sich entscheiden, dass sie erst einmal aussetzen möchten, den Wandel abwarten wollen und sich dann für eine neue Inkarnation entschliessen und zu uns auf die Erde zurück kommen.

Für die Astrologen ist 2016, im Gegensatz zu den Wissenschaftlern, also sehr wohl ein Schicksalsjahr, in dem wir junge und ältere Menschen in einer gröseren Anzahl verlieren. Der astrologische Neuanfang in 2017 würde auch zu den vielen Umbrüchen in diesem Jahr passen. Brexit, die tragischen Anschläge überall auf der Welt, Amokläufe, Umstürze bei Fifa, Uefa und DFB, Ausschluss der russischen Leichtathleten bei Olympia, Panamapapier-Affäre, Flüchtlingsströme, Putsch in der Türkei etc. etc. – das Jahr ist schon jetzt gespickt mit Aufregern und Ereignissen, die dafür sorgen werden, dass sich die Welt und wie wir sie wahrnehmen, komplett ändert. Soweit die spirituelle Sichtweise.

Leider sind auch viele von uns selbst von Todesfällen betroffen. Immer wieder erzählen mir Bekannte von ihren eigenen Erfahrungen in diesem Jahr. Ich finde, dass erstaunlich viele Menschen in meinem Umfeld zurzeit mit der Trauer umgehen müssen. Und auch ich selbst versuche gerade, den Tod einer Schulfreundin von mir zu verarbeiten. Sie wurde nur 38 Jahre alt, schlief über Nacht einfach ein und hinterlässt zwei fassungslose Töchter, einen Lebensgefährten im Schock und ihre untröstlichen Eltern.

Alles nur Statistik oder entscheiden sich doch viele Seelen dafür, erst einmal genug gelernt und im irdischen Leben erfahren zu haben? Kommt nach dem Tod doch nichts mehr oder sitzen unsere Lieben gerade auf ihrer Wolke und blättern schon fleissig im Reinkarnationskatalog auf der Suche nach einem neuen spannenden Leben? Ist alles nur Zufäll, Glück und Unglück oder entscheiden sich unsere Seelen ganz bewusst für etwas?

Ich glaube, dass die astrologische Erklärung für die vielen Trauerfälle im Jahr 2016 durchaus zutreffend sein kann. Aber für mich hat der wissenschaftliche Lösungsansatz genauso viel Bestand. Statistisch gesehen sind wir tatsächlich mehr Menschen und viel mehr von uns schaffen es bekannt zu werden. Für Menschen, die jemanden verloren haben, ist das alles aber wohl kaum ein Trost. Sie brauchen keine Erklärungen, sie wünschen sich, dass alles wieder so ist, wie es einmal war.

Falls auch ihr gerade um einen eurer Lieben trauert, wünsche ich euch viel Kraft und Zuversicht. In diesem so aufwühlenden Jahr seid ihr wahrlich nicht allein mit eurem Kummer.

Eure Cindy

Ausflug nach Viscri & Sighisoara

IMG_5674IMG_5685Viscri (zu deutsch Weisskirch) ist ein kleiner Ort in der Nähe von Sighisoara, im Raum der Siebenbürger Sachsen. Das Dorf ist sehr klein und die Strasse dorthin alles andere als gut. Aber die hübsche Kirchenburg, die zusammen mit dem Dorf auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbe stehen, wollten Flori und ich uns nach einigen verpassten Gelegenheiten endlich einmal anschauen.

Eine neue Chance hatten wir Ende Juni, als zwei Kollegen von Florian aus der Schweiz für Trainings nach Cluj kamen. Sie hatten den ganzen Sonntag Zeit und so buchten wir bei dem hier schon so oft erwähnten Anbieter City Tours & Events eine kleine Tagestour dorthin. Meine Freundin Ruxandra kam auch mit. Und ganz kurzfristig hat noch eine 6-er Männergruppe aus Nürnberg angefragt, ob sie auch mitkommen könnten. Na, das passt ja super. The more the merrier! 🙂

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Nach etwa 3-stündiger Busfahrt kamen wir an. Rechtzeitig zur Mittagszeit, wie uns die Dame, die die Kirche gerade zusperren wollte, lauthals entgegenschrie. Sie hatte aber Erbarmen mit uns – vielleicht weil wir Eintritt zahlten – und liess uns die Kirche, die Aussengebäude und den Turm noch anschauen. Die Kirchenburg ist wunderschön und zieht jedes Jahr viele Besucher an. Vom Turm aus hat man einen tollen Blick in die Umgebung. Nur die alten Holzbänke vor dem Altar sind ein wenig unbequem.

Viscri wurde im 12 Jahrhundert von einem Grüppchen Siebenbürger Sachsen gegründet. Irgendwie hat man das Gefühl, dass sich seitdem dort nicht so viel verändert hat. Auch deshalb fahren die Touristen gerne dort hin, um sehr authentische und teils aufwendig renovierte Häuser und Gebäude der Sachsen zu bestaunen. Die Kirche allerdings wurde schon kurz vor dem Eintreffen der Siebenbürger Sachsen in kleinen Teilen von den Szeklern errichtet. Die Siebenbürger Sachsen bauten sie später aus und machten sie nach und nach zu dem, was sie auch heute noch ist.

Die Kirchenburg in Viscri wird übrigens von der Londoner Mihai-Eminescu-Stiftung unterstützt, der auch Prinz Charles angehört. Er war schon oft selbst in Vscri und hat den Ort und die Kirche besucht. Ob er auch die schlechte Strasse nehmen musste??? 🙂

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Mittag gabs in einer Gasstätte. Um die rumänische Erfahrung komplett zu machen, werden bei diesen Tagestouren immer typisch rumänische Gerichte serviert. Das heisst leckere Brühsuppen, viel Fleisch und noch mehr Krautsalat. Danach einen selbstgemachten Kuchen und zum Abschluss einen (oder mehrere) Tuica, den selbstgebrannten Schnaps. Reichlich und lecker war es. Und um 14 Uhr hatte ich dank des Tuicas schon wieder einen sitzen!! Auch das gehört bei den Tagestouren, die wir so machen, irgendwie schon traditionell dazu 😉

Den Rest des Nachmittag verbrachten wir in Sighisoara (Schässburg). Über diese Stadt hatte ich schon in einem früheren Beitrag berichtet. In Schässburg steht das Geburtshaus von Vlad Tepes, der Bram Stoker wohl als Vorlage seines Draculas diente. Die Innenstadt liegt auf einem Hügel und es macht viel Spass, die Gassen entlang zu schlendern und die deutsche Schule und die imposante Bergkirche anzuschauen. Da wir aber viel Zeit in Viscri verbrachen, mussten wir uns sputen, und so blieb uns nur Zeit für einen kleinen Besichtigungsrundgang.

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Nach der 3-stündigen Rückfahrt waren wir am Abend wieder daheim. Müde und voller Eindrücke, aber happy. Mal sehen, wo wir als nächstes hinfahren und was es noch so zu entdecken gibt 🙂

Eure Cindy

 

 

Besuch aus Franken

Im Juni hatten wir Besuch aus Nürnberg. Florians Studienkumpel Andreas kam mit seiner Frau Barbara auf Citybreak nach Cluj. Beide waren vorher noch nie in Rumänien gewesen, und wir waren sehr begeistert, als sie ihren Besuch ankündigten. Ich hatte sie zum ersten und bisher einzigen Mal bei unserer Süd-Hochzeitsfeier getroffen. Das ist nun ja auch schon wieder ein 3/4 Jahr her. Doppelbonus also – eine schöne Gelegenheit für sie ein neues Land kennen zu lernen, und für uns super, mehr Zeit miteinander verbringen zu können.

klausen-burgerSie kamen am Samstag Abend per Direktanflug aus Nürnberg in Klausenburg an. Man könnte meinen, da sei vom Tag nicht mehr viel übrig, aber wir haben trotzdem noch so Einiges erlebt.

Wir lieferten die beiden in ihrem Hotel ab, wo sie sich frisch machen konnten und gingen anschliessend im Klausen Burger zu Abend essen. Das Restaurant hat eine richtig beliebte Terrasse, die normalerweise bei Sonnenschein immer voll ist. Aber wir hatten grosses Glück, ergatterten einen Tisch und genossen das Essen und die Aussicht. Der Blick über die Dächer der Stadt ist wirklich bombastisch.

unspecifiedSpäter spazierten wir ein wenig durch den Stadtpark, wo in dieser Nacht das Ballett “Schwanensee” live aufgeführt und zusätzlich im Park auf grossen Leinwänden übertragen wurde. Überall standen und sassen die Leute und schauten zu. Die Aufführung wurde vom Clujer Nationaltheater aufgeführt und es kostete keinen Eintritt. Ich finde das grosse klasse, denn solche Shows und kleinen Extravaganzen gibt es oft in Cluj. Vorallem wenn die Studenten in der Stadt sind, ist eigentlich immer etwas los.

So ging unser erster sehr schöne Abend zu Ende. Morgen geht’s dann ab in die Berge!

blog 1IMG_20160612_143916Zumindest war der Plan am Sonntag, ein wenig in Baisoara in den Karpaten zu wandern. Wir schauten uns die Cabana-Baustelle an, liefen gegen Mittag los und kamen nach etwa 45 Minuten in einen ordentlichen Regenschauer. Während es am Samstag noch so schön sonnig war, wollte der Regen in den restlichen Urlaubstagen auch nicht mehr so recht aufhören.

IMG-20160612-WA0005Nass bis auf die Knochen, wollten wir gerade unsere Pläne ändern als Freunde von uns anriefen und uns spontan in ihrer Cabana in Baisoara zum Grillen einluden. Diese Einladung nahmen wir gerne an. Gehüllt in geborgten Pullover und Jacken, die irgendwann definitiv mal in waren, verbrachten wir also den Nachmittag bei spanischem Schinken (direkt von der Haxe geschnitten) mit Melone, gegrilltem Gemüse und Fleisch und nettem Geplauder. Barbara und Andi waren hin und weg. Nicht nur die rumänische Gastfreundschaft begeistere sie, sondern such die Chance, mit “Einheimischen” Zeit zu verbringen und zu sehen, wie sie so leben und kochen.

Zum Abschluss gabs natürlich selbstgebrannten Tuica, wie das halt in jedem Haushalt so üblich ist. Ein wenig beschwips ging es dann wieder heim nach Cluj. Abends spielte noch Deutschland gegen die Ukraine. Das schauten wir gemeinsam auf dem heimischen Sofa an. Klarer Sieg für uns. 2:0: Na, das Wochenende wurde immer besser… 🙂

blog 2IMG_20160613_112022IMG_20160613_113117Montag, letzter Ausflugstag für uns 4. Florian musste am Morgen arbeiten. Also buchte ich für uns verbliebene 3 eine deutschsprachige Stadtführung durch die Clujer City. Florian macht diese Tour oft mit Kunden und war daher schon 5 Mal dabei. Für mich war es die erste Tour. Wir schauten uns die drei wichtigsten Kirchen an – die griechisch-katholische, die ungarisch protestantische und die rumänisch orthodoxe. Alles prachtvolle, geschichtsträchtige Bauten, die unterschiedlich nicht sein könnten. Unser Guide Andrea erzählte viel über die Geschichte Klausenburgs, plauderte über die wichtigen Leute der Stadt , wie z.B. Matei Corvin, und über die Siegenburger Sachsen, und sie erzählte die ein oder andere spannende Anekdote. 2 Stunden vergingen wie im Flug. Danach trafen wir uns mit Florian zum Lunch.

blog4Am Nachmittag fuhren wir, wieder komplett, zu viert zur Salzmine in Turda, über die ich der Vergangenheit schon bloggte. Es ist immer wieder toll, 100 Meter tief in diesen Stollen zu fahren, die salzige Luft einzuatmen und die gigantischen Salzwände zu bestaunen.

blog6Zum Abendessen haben wir uns zum Schluss der Reise noch ein kleines Highlight überlegt. Ich denke nicht viele Leute haben schon einmal in ihrem Leben Bärenfleisch gegessen. Also fuhren wir mit den beiden zu einem meiner absoluten Lieblingsrestaurants – dem Hunters Castle in Turda. Dort sieht es nicht nur sehr mittelalterlich aus, sondern man bekommt auch leckeres, ein wenig rustikales, rumänisches Essen. Und Bärenfleisch ist eben auch dabei. Über die Ethik des Mahls lässt sich streiten. Über den Geschmack wohl auch – aber leider hat es uns allen sehr gut geschmeckt!

Dienstag – Abreisetag – und es regnet in Strömen. Was macht man da? Richtig – man geht in die Mall. Ein bisschen Shoppen, ein bisschen Kaffee trinken und dann brachten wir die beiden leider schon wieder zum Flughafen.

blog5Schön, dass ihr da wart. Und schön, dass wir Zeit miteinander verbringen konnten. Und vor allem schön, dass euch Land und Leute so begeistert hat. Ich sage immer, ich missioniere gerne, wenn Besucher zu uns kommen. Nicht, dass ich möchte, dass jeder sofort seine Koffer packt und hierher zieht. Nein, mir gefällt es, wenn sie daheim berichten, was Rumänien alles so zu bieten hat und wie schön es hier ist. Mein Ziel ist es Vorurteile abzubauen 😉

Kommt doch mal wieder! Dann können wir auch gemeinsam Zeit in der fertigen Cabana verbringen 🙂

Eure Cindy

Unser Zweiter Hochzeitstag

IMG_0292AsefawlHeute sind wir 2 Jahre verheiratet. Zwei schöne Jahre ist nun schon her, dass wir uns im Standesamt in Horgen das Ja-Wort gaben.

In diesen 2 Jahren sind so viele schöne Dinge passiert. Wir sind aus der Schweiz nach Rumänien gezogen, verbrachten eine Traumhochzeit und Flitterwochen auf den Seychellen, wir schmissen zwei Hochzeitsfeiern, über die wir heute noch gerne sprechen, wir entschieden uns ein Ferienhaus in den Karpaten zu bauen – und das sind nur die grossen Meilensteine. “Nebenbei” erlebten wir noch tausend andere schöne Dinge, stellten die unterschiedlichsten Sachen auf die Beine und verbrachten wundervolle Stunden als Ehepaar.

Gefeiert wird heute nur ganz klein. Denn mein Herzensmann muss arbeiten. Aber am Sonntag holen wir das nach und machen uns irgendwo hier in unserer sommerlichen Wahlheimat einen schönen Tag 🙂

Eure (sehr glückliche und ein wenig emotionale) Cindy

EM-Spektakel ist zu Ende

IMG-20160612-WA0007Ja, da haben wir noch beim Fussball gucken auf dem heimischen Sofa gejubelt. Bis zum Halbfinale liefs ja gut!! 🙂

Manch ein Journalist meinte im Nachhinein, die Europameisterschaft 2016 wäre eine EM zum Vergessen gewesen. Dem kann ich ganz und gar nicht zustimmen. War doch wirklich einiges an Spektakel los. Gutes wie Schlechtes.

Also fangen wir mal mit dem Positiven an. Was hat mir gefallen? Mir hat die deutsche Elf gefallen – auch wenn der Sturm ein wenig Ladehemmung hatte. Gefallen hat mir auch, dass es keine Attentate während des Turniers gab, was ich vorher stark befürchtete. Super fand ich die fairen irischen Fans, die sogar Babies in der U-Bahn Schlaflieder sangen. Witzig fand ich die Nordiren  – mit Will Grigg on Fire – der aber nicht eine Minute spielte!! Toll fand ich die vielen Überraschungen der “kleinen” Mannschaften, wie z.B. Island und Wales. Vorallem Island hat die ganze Welt begeistert. Da steigt die Zahl der Touristen auf der kleinen Insel in den kommenden Monaten sicher ins Unermessliche 🙂

Lustig fand ich die vielen Motten im Endspielstadion. Weiss man doch, dass die kommen, wenn man das Licht anlässt!! Da wartet Emily jeden Abend drauf.

Wir erlebten während der EM auch noch den doppelten Brexit. Ihr seht schon – wir sind beim Negativen angelangt. Armes England. Dieses Land hat einiges an Arbeit vor sich. Politisch und im Fussball. Wird Zeit, dass sie endlich mehr Zeit und Geld in die Jugendarbeit investieren, und beginnen, wieder mehr Energie in ihre Fussballzukunft zu stecken. Auch in Spanien wird nach der langen Zeit der grossen Erfolge etwas Neues kommen. Die Mannschaft schien während der EM einfach nur satt zu sein. Da müssen vielleicht neue, jüngere Spieler kommen, die diese vielen Titel noch nicht hinter ihrem Namen zu stehen haben.

Nicht gefallen haben mir die fürchterlichen Szenen mit den Hooligans. Vorallem die Russen und Engländer haben da ja viel Mist gebaut. Das war keine gute Werbung für die beiden Länder. Die Kroaten benahmen sich allerdings nicht viel besser  – sie wollten sogar Spielabbrüche mit ihren Böllern und Prügelattacken im Stadion erzwingen. Wer schmeisst schon Böller auf Ordner??? Und auch die ungarischen Ultras hatten einige Kampfszenen mitten im Fanblock – angeblich sass da jemand auf ihrem Platz!

Nicht gefallen haben mir die Finalteilnhemer. Ist ja klar, Deutschland war nicht dabei. Aber dennoch: Portugal spielte einen unansehnlichen Fussball und kam mit dieser destruktiven Spielweise ins Finale – mit 3 Unentschieden in der Vorrunde und nur einem klaren Sieg in der K.O-Runde. Das hat mich nicht überzeugt. Nie haben sie selber ihr Spiel gemacht, sondern immer nur versucht, das Spiel des Gegners kaputt zu machen. Unschön zum Anschauen. Und Frankreich? Nachdem das Land so viel mit dem Terror und Katastrophen zu tun hatte, hätte ich ihnen den Erfolg auf der einen Seite gegönnt. Auf der anderen Seite haben sich die meisten Franzosen bis zum Viertel- oder Halbfinale gar nicht für’s Turnier interessiert. Und im Stadion waren die Franzosen eher unfair. Sie pfiffen die Deutschen noch aus, als diese schon zurücklagen. Und gegen Portugal buhten sie den verletzen Ronaldo aus, als Payet ihm offensichtlich und recht raubeinig in der 8. Minute das Knie verletzte und er vom Platz getragen wurde. So ein Verhalten mag ich nicht. Ausserdem kopierten sie frech den schon jetzt legendären Wikinger-Schlachtruf der Isländer. Langweilig, liebe Franzosen. Fällt euch denn nichts Eigenes ein?? 😉

thWRS3UBT1Am Ende hat Portugal auch ohne ihren grossen Star gewonnen. So ist es wohl auch gut.

In meinen Tippspiel konnte ich übrigens nichts reissen. Florian auch nicht. Wer hat denn wirklich mit so vielen Überraschungen gerechnet!!! Mein Vater dagegen hatte auf Frankreich im Endpsiel getippt und meine Mutter schoss den Vogel ab: Sie tippte auf Portugal als Europameister!!! 🙂

Der neue EM-Modus kam übrigens bei den wenigsten Leuten gut an. Da die besten 3. Teams auch in der Vorrunde weiter kamen, mussten sie nicht unbedingt auf Sieg spielen. Daher gab es in den ersten Spielen auch so furchtbar wenig Tore und so uninteressante Abwehr-Spiele. Leider hat sich diese Spielweise teilweise bis ins Finale durchgezogen. Eher unschön für uns Fussballfans. Ich hoffe, das setzt sich nicht durch und wir werden bei den nächsten Turnieren wieder schöneren Fussball zu sehen bekommen.

Nun gebinnt die WM Quali für die nächste Weltmeisterschaft 2018 (mit Jogi Löw als Trainer – hat er erfreulicher Weise vor Kurzem bestätigt) in Russland. Ausgerechnet Russland. Ich bin gepannt, was da wieder bestochen und unterschlagen und diskriminiert und geprügelt und annektiert wird!

Eure Cindy

 

Affenhitze in Cluj

IMG-20160625-WA0003IMG-20160621-WA000132 Grad und tropische Nächte sind in Cluj zur Zeit leider keine Seltenheit. Da wird’s in der Wohnung schon mal ungemütlich heiss. Es gibt ja bekanntlich Frauen, die bei tropischer Wärme frizzelige Haare bekommen. Ich gehöre wohl auch dazu. Mein Perserfell schlägt erstaunlich viele Locken, wenn die Hitze kommt. Am liebsten liege ich dann auf dem Fussboden, wo’s schön kühl ist. Mama und Papa haben seit Neuestem eine Klimaanlage in der Wohnung. Die macht einen Höllenlärm, und so richtig vertreiben kann sie die Wärme auch nicht.

Was gibt so Neues im meinem Katzendasein? Hm… ich hatte mir vor ein paar Wochen wieder mein rechtes Vorderpfötchen verletzt. Dasselbe Ptötchen, das ich mir vor ein paar Jahren gebrochen hatte, wisst ihr noch? Bin beim Runterhüpfen blöd aufbekommen und lief tagelang humpelnd oder auf drei Beinen hüpfend durch die Wohnung. Mama war gleich wieder krank vor Sorge! Als das wieder gut war, hat mich etwas in dasselbe Pfötchen gestochen und ich lief nun tagelang mit einer geschwollenen Tatze herum. So ein Käse. Papa hat immer gelacht und meinte, ich hätte einen Plattfuss 😉

Ansonsten ist Mama zur Zeit viel daheim und arbeitet am PC. Scheinbar bauen sie uns ein Fereinhaus und das hält sie beide mächtig beschäftigt. Find ich toll. Das mit dem Häuschen meine ich. Denn es bedeutet, dass wir gemeinsam Ferien machen können. Da kann die Katzenpension mal schön auf mich warten!!! Ich war eh schon seit über einem 3/4 Jahr nicht mehr dort. Klasse, wenn Mama und Papa immer schön bei mir daheim bleiben 🙂 Oh, ausser letzten Samstag. Da fuhren sie für den Tag nach Deva und besuchten Cousine Jutta und Cousin Willi. Ihr glaubt es nicht, aber die waren erst nachts um halb 3 wieder zu Hause!!! Musste leider mit ihnen ein wenig schimpfen, als sie zur Tür reinkamen!

IMG-20160705-WA0001 IMG-20160705-WA0004Ein Bekannter von den beiden hatte übrigens Nachwuchs. Schaut mal, kleine Frenchies sind das. 4 kleine Welpen. Alles Jungs. Na da hat die Mama sicher alle Hände voll zu tun. Ich weiss ja nicht! Ich kann mit Hunden nicht viel anfangen. Aber süss sind die schon, gelle???

Miau… eure Emily

Cindy

 

So geht’s unserem Haus!

Nach vielfacher Nachfrage, wie es denn mit unserem Häuschen in der Bergen vorangeht, wurde mir bewusst, wie lange ich mich an dieser Stelle nicht gemeldet habe. Obwohl die Wochen vollgepackt sind mit Fortschritt, Erlebnissen und schönen Momenten. Aber nun bin ich wieder da und erzähle euch ein bisschen mehr 🙂

IMG_5691IMG_5703Seit etwa drei Wochen ist der Holzbauer nun am Arbeiten. Auf dem Bild seht ihr ein halbgedecktes Dach und die Anfänge der Aussenverkleidung. Es geht wirklich rasant voran. Wir fahren mindestens einmal in der Woche zur Baustelle und ständig gibt es Fortschritte zu entdecken. Auch unser Ingenieur, der die Arbeit überwacht und die Abnahmen macht, ist begeistert.

Der Keller muss noch isoliert werden und Drainage fehlt noch. Vielleicht noch eine Woche dann ist dieser Schritt auch abgeschlossen. Der Klempner hat seine Arbeit begonnen und der Elektriker und die Stadtwerke beginnen in einer Woche mit ihren Aufgaben.

IMG_5576Es gibt noch viel zu tun in den nächsten 4 Wochen und wir werden oft vor Ort sein und aufpassen, dass alles gut läuft. In der Zeit wird zum Beispiel die Biokläranlage installiert und in den ersten beiden Augustwochen werden die beiden Schornsteine (einer für die Zentralheizung und einer der für den Ofen) und der Kachelofen gebaut. Wir denken aber, dass wir ab Mitte August mit der Inneneinrichtung in Küche und in den beiden Bädern beginnen können und dann werden wir auch die ersten Möbel dorthin umziehen.

Im September planen wir den ersten längeren Urlaub inklusive unserem Samtpfötchen im eigenen Häuschen. Und dabei werden wir vom Wohnzimmer aus diesen Ausblick haben und die erste Flasche Wein auf der Terrasse köpfen 😉

Eure Cindy