Archive | April 2016

Fremdgekuschelt

IMG-20160429-WA0007IMG-20160429-WA0008Was macht denn der Papa da? Ja, was macht der? Mama sagt, er sei verreist. So nennt man das also, wenn er hinter meinem Rücken andere Miezen streichelt. Also ich weiss ja nicht!

Und wer ist “die Andere”??? Mutti sagt, das ist Fiby, die Familienkatze seiner Schwester Simone. Soso! Fiby, hm… schaut mal, wie sie das da geniesst. Muss ne ganz Verschmuste sein. Na, das wäre ja was für Mutti, die schmust auch für ihr Leben gern.

Vielleicht sollte ich mich auch öfter mal kuscheln und streicheln lassen  – und ich meine nicht nur, wenn mein Napf leer ist oder ich meine Katzenmilch haben möchte. Dann hat Papa keinen Grund mehr zu anderen Miezekatzen zu gehen. Ach, hört euch an wie ich rede! Der Papa kuschelt auswärts und ich suche den Fehler bei mir. Man meine, der Feminismus sei bei uns Samtpfoten um einiges ausgeprägter als das.

Mama sagt, Dienstag ist er wieder da und dann kuschelt er auch wieder mit mir. Ich glaube, bis Donnerstag werde ich ihn einfach ignorieren. Und gekuschelt wird nicht vor dem Wochenende. Strafe muss sein 😉

Miau… Eure Emily

Frohe orthodoxe Ostern!

IMG-20160417-WA0005Frohe orthodoxe Ostern alle zusammen 🙂

Nun haben wir also auch bei uns Rumänien ein langes Wochenende und ein paar Tage der Besinnung auf das Wesentliche. Während Karfreitag noch ein regulärer Arbeitstag ist, haben wir (fast) alle am Ostermontag frei.

In der Iulius Mall in Cluj findet gerade ein grosses Osterei-Wettmalen statt. Zwei Exemplare seht ihr hier auf dem Bild. Die Jungs und Mädels malen, sprayen und designen richtig coole Sachen, und am Ende kann man seinen Favoriten wählen und so den Sieger mitbestimmen. Das Ei mit den Augen ist mein persönliches Highlight. Total klasse und sehr kreativ.

Florian verbringt Ostern dieses Jahr in Nürnberg und London. Ich dagegen vergnüge mich daheim in Klausenburg und mache mir ein paar schöne Tage. Jetzt müsste nur noch das Wetter mitspielen, aber leider regnet es schon den ganzen Nachmittag. Der frühe Sommer mit bis zu 26 Grad, den wir vor 2 Wochen hatten, hat sich verzogen und man benötigt wieder einen Regenschirm und die dicke Jacke.

Das Osterfest ist in Rumänien ein sehr, sehr wichtiges Ereignis. Während es in Deutschland vielerorts sehr kommerziell und eher zu einem Fest für Kinder wurde, steht bei den meisten Rumänen der religiöse und eigentliche Grundgedanke noch im Vordergrund. Ich muss gestehen, dass mir das sehr gut gefällt. In einer Umfrage in Deutschland konnten erstaunlich wenige Erwachsene und kaum ein Kind erklären, warum wir Ostern überhaupt feiern. Da kommt halt der Osterhase und bringt Geschenke. Schenken und beschenkt werden ist etwas Wunderbares, dennoch finde ich diese Umfrageergebnisse sehr schade. Also, liebe Eltern. Nutzt doch bitte die Feiertage, ob nun orthodox, katholisch, protestantisch, und erklärt euren Kleinsten die Ursprünge. Oder wenn ihr euch selbst ein wenig unsicher seit, lest es noch einmal in einer ruhigen Minute nach 😉

Ein geruhsames Wochenende wünscht euch

Eure Cindy

 

Die Sache mit dem Brunnen – Teil 1

IMG_5632Ein Bekannter warnte uns schon sehr früh im Hausbauprozess, vor “Spezialisten”, die sagen, dass sie eine Arbeit ausführen können, auf der Baustelle dann aber mit grossen Augen und ratlosen Gesichtern dastehen und nicht so recht wissen, was was ist. Und diese “Spezialisten”, in unserem Fall die Brunnenbauer,  sorgen nun für eine grosse Verzögerung im Bau unseres Feriendomizils in den Karpaten. Wo wir uns doch sooooo drauf freuen….!

Wir sind dort oben in den Bergen nämlich an kein öffentliches Wassernetz angeschlossen. Aber die Lösung lautet: ein eigener Brunnen.

Nun kamen 2 Jungs samt Maschine zur Baustelle. Erstes Problem, sie hatten versemmelt uns mitzuteilen, dass sie ein grosses Loch benötigen, dass Speicherplatz für 6000l Wasser hat. Hm. Ach ja! Erster Fall von Spezialistentum. Kann man ja mal vergessen. Gott sei Dank hatte unser findiger Fundamentbauer sofort eine Lösung parat 😉

Sagt also der eine Brunnenbauer: ” Da kommt das Loch hin.”

Gesagt, getan, gebuddelt….

Kommt der andere Brunnenbauer und sagt: “Was soll das Loch da? Damit kann ich nichts anfangen.”

Sagen wir: “Pech gehabt. Handel das mit deinem Kollegen aus.”

IMG_5628Nun kann ja endlich die Bohrung beginnen. Denkste!! Füllt nämlich der eine Brunnenbauer das Loch mit 6000l Wasser (welches vorher mit einen Pick-up-Truck und einem Tank aus dem örtlichen Reservoir – mit Erlaubnis – genommen wurde), und da wundert sich der andere, warum schon wenig später kein Wasser mehr da drin ist. Hätte man das Loch ja vorher auch mit einer Folie verkleiden können. Zweiter Fall von Spezialistentum. Aber man weiss sich zu helfen und schmeisst ne Menge Zement an die Ränder und auf den Boden und baut uns dort erstmal einen richtig schönen Pool hin, bei dem die Nachbarn vor Neid erblassen. Naja, wenn’s denn der Sache hilft. Ne Teichfolie wäre mir lieber gewesen – und sie wäre so leicht zu entfernen. Ich sage, das grenzt an einem dritten Fall von Spezialistentum.

Dann ging aber der Pick-up Truck, mit dem die Jungs das Wasser für die Bohrung holen, kaputt.

Nun wurden wir auch hier gewarnt: Verantwortung wird gerade auf der Baustelle nicht immer oder nicht immer vollständig übernommen. Das lernen sie hier alle von den ganz “Grossen Spezialisten” – sagte uns eine Rumänin- man schaue nur einmal ins Parlament nach Bukarest.  Und so verschwanden auch unsere beiden Jungs samt ihrer Genialität von einer Sekunde auf die andere und sind seitdem verschollen. Einfach weg. Haben irgendwohin “rüberjemacht”.

Der Chef der beiden (auch so ein Spezialist) sucht seitdem sie und / oder neue Mitarbeiter. Er versprach uns, die Arbeit so schnell wie möglich zu erledigen, hat aber jeden Tag eine neue Ausrede: Zu kalt, zu nass, keine Zeit, ist bald orthodoxe Ostern, regnet wieder…

… mal schauen, was der Anwalt dazu sagt. Bis dahin müssen wir uns in Geduld üben. Denn der Brunnen kommt in den Keller (da klaut uns keiner Wasser, Pumpe oder anderes Zubehör) und erst muss der Brunnen fertig sein, dann können wir weitermachen. Gott sei Dank, sind alle unseren anderen Jungs auf der Baustelle tatsächliche Spezialisten kennen sich gut aus. Der Brunnenbauer ist und bleibt hoffentlich die traurige Ausnahme.

Nun steht die Maschine also seit 1.5 Wochen da oben und sonnt sich den Rüssel (es hat ja nicht immer geregnet, wir hatten auch sehr schöne Tage).

Fortsetzung folgt…

Eure Cindy

 

 

Immer mal wieder was Neues!

IMG_4861IMG_5626Etwas Neues Nr. 1: So, nun bauen wir also ein Haus. Die topografischen Messungen wurden gemacht, das erste Loch (für die Bio-Klärgrube) ausgehoben, nun erwarten wir in dieser Woche den Brunnenbauer, der für uns hoffentlich innerhalb der ersten 40 Meter genügend Wasser findet. Dann kann es mit dem Bau des Kellers losgehen. Ich sage euch, so ein Hausbau ist nichts für schwache Nerven. Und so langsam werden wir, Dank der grossen Vorfreude auf unseren neuen Hort der Ruhe und Erholung, auch etwas ungeduldig. Wie gerne würden wir morgen schon die Innenräume dekorieren und dort die erste Nacht verbringen 😉

Unser Ingenieur denkt, dass wir spätestens im September fertig sind. Gut Ding braucht Weile. Besonders in einem bürokratischen Land wie Rumänien.

IMG_4808IMG_4820Etwas Neues Nr. 2: Fussball gehört trotz der vielen Skandale noch immer zu meinen liebsten Zeitvertreiben. Allerdings fällt es mir immer schwerer, mich auf die Auslosungen und Wettbewerbe zu freuen, nachdem augenscheinlich so viel gemauschelt wird. Traurig, dass sich wohl auch die deutschen Funktionäre dem Druck der unschönen Machenschaften gebeugt haben.

Nichtsdestotrotz gehe ich immer noch gerne ins Stadion und Ende März hatten Florian und ich die Gelegenheit, einmal die Cluj-Arena von innen zu sehen, als Rumänien in einem Freundschaftsspiel auf Spanien traf. Das Spiel endete zwar mit einem 0:0, war allerdings sehr ordentlich, mit guten Chancen hüben und drüben, und die Rumänen haben den Spaniern die gesamten 90 Minuten über gut zugesetzt. Leider haben auch die Hooligans den anderen Fans das Leben schwer gemacht. Schwarze Kleidung, vermummt, pöbelnd, teilweise prügelnd und natürlich mit gefährlichen Bengalos ausgerüste, sorgten sie ab und an für eine blöde Stimmung. Idioten!

An Tickets zu gelangen war übrigens gar nicht so einfach. Ich verbrachte gut 1.5h vor dem Laptop als der Verkauf begann, ergatterte dann aber recht weit oben im Stadion 2 Karten und das Match war in 2 Stunden komplett ausverkauft. Meistens spielt die Nationalelf halt in Bukarest. Da ist der Run gross, wenn die Mannschaft einmal nach Cluj kommt.

Apropos Fussball – hat Florian vor 1.5 Wochen mit den Jungs aus dem Büro auch gespielt. Dabei hat er sich am Schienbein eine so fiese und grosse Schürfwunde zugefügt, dass er kurzzeitig etwas Fieber bekam, mehrmals täglich den Verband wechselt und zudem eine Woche lang mit einem geschwollenen Knöchel herumlief. Nun geht es langsam besser. Die Wunde verheilt gut, der Knöchel sieht dank Kühlen auch schon wieder schicker aus und so wird mein Herz von Tag zu Tag mobiler.

IMG_20160410_125236IMG-20160410-WA0001 Etwas Neues Nr. 3: Florians 35. Geburtstag stand ins Haus. Normalweise bekommt er von mir jedes Jahr einen kleinen Kurzurlaub geschenkt, irgendwohin, wo es schön ist und wir gemeinsam gut entspannen können. Der Hausbau hält uns allerdings in Cluj. Wir möchten so viel wie möglich vor Ort sein, um ggf. schnell eingreifen und / oder entscheiden zu können. Da kommen Ausflüge oder Reisen eher ungelegen.

IMG-20160410-WA0010Also hab ich mir etwas anderes als Überraschung einfallen lassen. Zusammen mit den Gastwirten Erwin und Angelika erstellte ich ein Geburtstagsmenü mit seinen Lieblingsspeisen. Wir dekorierten einen Tisch im Gasthof Cluj-Blick und stellten Geschenke parat. Flori hatte überhaupt nicht damit gerechnet, als wir am 10. April zum Mittagessen in dem Gasthof kamen und freute sich sehr. Die Kerzen auf dem russischen Zupfkuchen schreiben übrigens seinen Namen.Toller Tag, Überraschung gelungen, Ehemann glücklich und vielen Dank an Angelika und Erwin für die Hilfe 😉

IMG-20160416-WA0001Etwas Neues Nr. 4: Bei uns brach am Wochenende der Frühling aus. Wir hatten bis zu 26 Grad, wunderbaren Sonnenschein und eine leichte Brise, so dass man nicht ins Schwitzen kam. Wunderschön. Und auch heute, am Montag,  ist es wieder sommerlich draussen. Emily geniesst gerade die Aussicht und das Wetter auf dem Balkon. Bestes Hausbauwetter. Drückt uns die Daumen, dass es so bleibt und der Regen sich nicht blicken lässt 🙂

Eure Cindy