Archive | March 2016

Katerstimmung

th0K375BV5Au weia… was  für ein Wochenende. Eigentlich hatten wir gar nicht viel vor. Am Samstagmittag sassen Florian und ich gemütlich im Steakhaus bei Wein und 5.5 Portionen Tenderloin. Da war die Welt und der Kopf noch in Ordnung. Am Abend feierten ein befreundetes holländisches Ehepaar gemeinsam ihren jeweiligen 40. Geburtstag. Dann kam der Kater zu Besuch…

Schön war’s – ca. 40 Leute waren dabei, viele von ihnen kannten wir schon. Wir plauderten, tranken, sangen, machten blöde Sprüche und doofe Spiele – und feierten die beiden Jubilare. Sie mieteten eigens für den Anlass ein Pub im Clujer City Centre. Es hiess “open bar” und das war definitiv unser Untergang… bis genau 1.30 Uhr – dann fühlten wir uns zu betrunken und zu alt und zu müde und torkelten vergnügt heimwärts 😉

Am nächsten Tag war uns schlecht. Richtig schlecht. Wir hatten zusätzlich Kopfweh und kamen nicht so recht aus Bett. Wir beide litten stumm vor uns hin, versuchten es mit Tabletten, Wasser und Tee, gingen dann wieder ins Bett, bis es um 14.30 Uhr Frühstück und noch eine Tablette gab. Wir müssen zugegeben, dass im Alter der Kater schneller kommt und länger bleibt. Vor 15 Jahren hätte uns so ein kleiner Abend nix angetan, heutzutage brauchen wir einen ganzen Tag (oder länger), um wieder einigermassen zu funktionieren. Und dann sagen wir uns, das nächste Mal machen wir langsamer… hahahaha, yeah.. right 🙂

Einen ordentlichen Kater hat aber auch der Wahltag gestern in SA, BW und RP hinterlassen, oder? Also jetzt mal ehrlich, wer waren die armen Irren, die denken, die AfD wäre die Lösung für unser Land? Wer hört denn hin, wenn die Petry in gewählter Sprache hetzt? Und wer denkt, dass eine Protestwahl ein gutes Mittel ist, um etwas zu verbessern? Erinnern wir uns, die NSDAP wurde auch aus Unmut gewählt. Der Ausgang dieser Aktion ist uns allen bekannt.

In den 3 Bundesländern wird keiner mit der AfD zusammenarbeiten wollen, und das ist gut so. Viele Leute haben wohl aus einer Unsicherheit heraus ihr Kreuz für blau gemacht. Angst und Unsicherheit sind aber leider schlechte Ratgeber, weil sie die Menschen irrational handeln lassen. Dann rennen die Bürger schon mal der PEGIDA hinterher, pöbeln Flüchtlinge an, schmeissen Steine in Flüchtlingsunterkünfte oder zünden diese an. Und die stilleren der Unzufriedenen pöbeln in den eigenen vier Wänden, schimpfen auf Merkel, auf Ausländer und das ganze System und gehen dann los und wählen die Parteien am rechten Rand.

Dabei gib es so viel Gutes. Wenige Länder haben so ein gutes soziales Netz und geben den Bürgern Unterstützung wie Dtl, wenige Länder unterstützen Familien mit Zuschüssen und allerhand anderen Dingen so wie Dtl, kaum ein Land ist in so vielen Bereichen so fortschrittlich wie Dtl, wenige Länder haben so tolerante Gesetzte wie Dtl. Aber hey, wer maulen möchte, findet immer was. Ich schlage vor, einmal über den eigenen Gartenzaun hinaus zu schauen. Das erweitert den Horizont und fördert die Toleranz. Und zugleich löst es Ängste und Unsicherheit auf, so dass das nächste Kreuz vielleicht bei einer weltoffenen Partei landet.

Ich hoffe wirklich, dass das alles nur eine Modeerscheinung ist, die den aktuellen Problemen geschuldet ist. Ansonsten würde ich sagen, dass unsere persönliche “Alternative für Deutschland”, nämlich im Ausland zu leben, die bessere Wahl bleibt.

Das bringt mich direkt thematisch in meine aktuelle Heimat, die ja auch ihre diversen Probleme hat. Es macht mich rasend, dass die Oststaaten so gar nichts mit den Flüchtlingen zu tun haben wollen. Keiner darf rein (und auch nicht mehr durch) und auf jeden Fall soll keiner bleiben. Hilfe leisten. Nee, aber alle halten bei der EU schön die Hände auf, wenn es um die Verteilung der Gelder geht, mit denen man vor Ort ein wenig Schabernack treiben kann. Die Mitgliedschaft in der EU bringt nicht nur Rechte mit sich, manchmal sollte man sich auch an den Pflichten beteiligen. Nun ja, ich schreibe mich hier in Rage…

thB7RMD7MFEs passiert aber auch Gutes. So tritt am 16. März das Rauchverbot in Rumänien in Kraft. Das ist fantastisch. Hier im Land wird tatsächlich noch sehr viel geraucht (in anderen Ländern hat sich der Gesundheitswahn Gott sei Dank stärker durchgesetzt), und in den rumänischen Restaurants und Bars wird sich einiges ändern. Keine verqualmten Kleider und Haare mehr, kein Rauch von allen Seiten, wenn wir beim Essen sind. Gratulation zu dieser Entscheidung. Das sag ich als Ex-Raucherin, die mit ihren Zigaretten sicher auch schon den ein oder anderen Menschen belästigte. Die Strafen fürs Nichtbeachten des Verbots sind übrigens recht hoch – für Raucher und dem Betreiber – ich habe also Hoffnung, dass das Verbot auch durchgesetzt wird. Das ist hier ja immer so eine Sache 😉

“Let´s Dance” ging am Freitag Abend übrigens in die 9. Staffel. Unser aller liebster Fussballschlaumeier Ulli Potofski musste als erster die Segel streichen, aber unser Thomas Hässler ist noch dabei!!! Ich guck das wirklich gerne und Flori wird mehr und mehr zum Promi-Experten 🙂

Eure Cindy

Internationaler Frauentag

thFMAVZZ2FHappy Women’s Day an alle 🙂

In Zeiten, wo Männer immer noch für gleichwertige Arbeit mehr verdienen, Frauen nur schwer in Vorstandsräume vordringen können und viele Leute denken, dass die Rolle der Ehefrau und Mutter eine Frau komplett ausfüllt, ist dieser Tag, der an Kämpferinnen wie Clara Zetkin oder die Suffragettes in England erinnert, und den wir in Deutschland und anderen Ländern seit 1911 begehen (mit kleinen Unterbrechungen während der Nazi-Zeit, als die Herren eine ganz klare Idee “der guten deutschen Frau” hatten und die bekanntermassen mit Feminismus, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung nicht viel zu tun hatte) so unheimlich wichtig.

1932 ersetzte man den Frauentag übrigens mit dem Muttertag in Deutschland. Schön, dass beides heutzutage ein grosse Rolle spielt und gefeiert wird. Denn in beiden Rollen schaffen Frauen jeden Tag Unmögliches und verdienen Anerkennung für ihre Leistungen (auch wenn ihr Job möglicherweise “ehrenamtlich” und “unbezahlt” ist!).

Im Kommunismus, wo ja alle irgendwie gleich sind, war und ist dieser Tag ein besonders grosser Hit (so hat auch die kommunistische Frauenkonferenz im Jahre 1921 beschlossen, dass der Frauentag der 8. März ist). In Ost-Deutschland lässt es schon etwas nach, aber hier in Rumänien hat der Frauentag eine sehr grosse Bedeutung und die Ladies bekommen von allen Seiten Präsente, Glückwünsche, Komplimente und Blumen. Auch in den Firmen bekommen Frauen Geschenke oder sogar Boni. Schüler, Ehemänner, Freunde, Arbeitskollegen – schaut man aus dem Fester, sieht man überall Jungs und Männer, die einen Blumenstrauss tragen 🙂

Der Tag erinnert er auch daran (und dafür steht die Rose, die man traditionell verschenkt), dass eine Frau durchaus beides haben können sollte: Beruf und Familie. Da hinkt z.B. die Schweiz noch sehr hinterher, wo das ganze System, angefangen bei den Steuern bis zur Kinderkrippe und der Schule, so gestaltet ist, dass man als Mutter daheim sein sollte. Alles andere lohnt sich für eine Normalverdienerin finanziell nicht. Aber nicht nur die Schweiz hat noch einiges zu tun. In Deutschland riskieren Männer ihre Karriere oder werden verhöhnt, wenn sie Elternzeit beantragen. Auch Deutschland hinkt der modernen Zeit in vielen Dingen noch hinterher. Was sich über Jahrtausende in unseren Köpfen festgesetzt hat, ist eben nicht von heute auf morgen zu ändern.

Also, denken wir heute an alle Frauen, die (wie z.B. unsere Kanzlerin) jeden Tag Unmenschliches vollbringen. Ermuntern wir die Frauen, ihren Weg zu gehen und ihre eigenen Wünsche und Träume in die Tat umzusetzen. Und ermahnen wir die Männer, dass sie die Leistungen der Frauen um sie herum auch sehen und würdigen können.

Eure Cindy

And the Oscar goes to… 2016!

th06F84WK5th2KIHLQ9XDie Oscars sind nun schon wieder seit über einer Woche Vergangenheit. Da wird’s aber mal Zeit, dass ich ein wenig über die Nacht der Verleihung plaudere. War ja wieder einiges los 🙂

Am spannendsten war wohl, ob Leonardo di Caprio endlich eine Auszeichnung mit nach Hause nehmen durfte. Es ist ja schon frech, dass er bisher leer ausging, oder? “Aviator”, “Wolf of Wall Street”, “The Great Gatsby”, “Catch me if you can”, “Shutter Island” – um nur einige Beispiele zu nennen – alles geniale Streifen mit und manchmal auch von Leo, die man eigentlich nur mit Preisen überhäufen kann. Insgesamt hat er in seiner Karriere schon 32 Filme gemacht, die meisten davon habe ich tatsächlich gesehen, und alle sind richtig sehenswert. “The Revenant”, für den er in diesem Jahr ins Rennen ging, ist ein herausragender Film. Mal schauen.

thF3UBWDY5Moderiert hat das Ganze mal wieder der Comedian Chris Rock. Der Kerl ist extrem witzig und ist für mich, neben Ellen DeGeneres, einer der besten Präsentatoren der Oscars der letzten Jahre. Insgesamt war es die 88. Verleihung, und sie war recht politisch angehaucht. Fast jeder machte ein wichtiges oder auch weniger wichtiges Statement. Thema der gesamten Sendung z.B. war die Kritik an der Academy, dass es das 2. Jahr in Folge keine farbigen Nominierten gab. Allgemein sei die Akademie zu “weiss”. Ja, man kann es wohl auch übertreiben. Es gibt genug Farbige im Filmgeschäft, auch Grossverdiener und renommierte Persönlichkeiten, die an den Verleihungen teilnehmen und sogar die Präsidentin der Academy ist Afroamerikanerin. Aber eben, wenn man was zum kritisieren sucht, findet man auch etwas.

Nun zu den Auszeichnungen. Mark Rylance, der so toll in “Bridge of Spies” spielte, wurde bester männlicher Nebendarsteller. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Guckt euch den Film mal an, falls ihr ihn noch nicht kennt. Sebastian Koch, einer meiner deutschen Lieblingsschauspieler, hat dort (und übrigens auch in “The Danish Girl”) eine tolle Nebenrolle ergattert.

Für bester Film und bestes Drehbuch bekam “Spotlight” die Statuen, ein Film, der die investigative Arbeit eines Teams der Tageszeitung Boston Globe zeigt, das den systematischen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche aufdeckte und Bischöfe, Priester und Kirchenleute (über 200 an der Zahl) an den verdienten Pranger stellte. Toller Film, der mich richtig fesselte und total verdient gewann.

thVRGTWR3Qth3YFRE2U7Ich hätte mein ganzes Geld gewettet, das “The Revenant” bester Film wird. Nun muss man sich dort aber auch nicht geklagen, denn Alejandro G. Inarritu bekam das 2. Mal in Folge (nach “Birdman” in 2015) den Oscar als bester Regisseur für diesen grossartigen Film und… tataaaa: Leo bekam die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller, zeigte allen sein bestes und schönstes Lächeln und hielt eine erstaunlich lange Rede (sonst unterbricht die Academy gerne die Jubilare mit Musik), in der er auch den Klimaschutz zum Thema machte, für den er sich seit 17 Jahren einsetzt. Eine schöne Rede war es und ich denke, die ganze Welt gönnte ihm diesen Oscar.

Der Moment des Abends war wohl der Auftritt von Lady Gaga, die den nominierten Titelsong “Till it happens to you” der Doku “The Hunting Ground” sang. In der Dokumentation geht es um geduldete und verheimlichte Vergewaltigungen an Colleges und Universitäten in den USA. Ob Yale oder North Carolina, in Berkely oder Florida, überall passieren jedes Jahr tausende von Vergewaltigungen oder Nötigungen und die Verantwortlichen schauen weg, weil sie befürchten, dass Gelder, Studenten oder das gute Image verloren geht. So viele Verbrechen und oft interessiert sich nicht einmal die Polizei dafür. Lady Gaga schmettert den Titelsong zusammen mit vielen Opfern live auf der Bühne, singt so inbrünstig, dass es den Hollywoodstars die Tränen in die Augen treibt. Mich hat es auch sehr berührt, so dass ich es fast schon schade fand, dass nicht dieses Lied, sondern “Writings on the Wall” vom Sam Smith aus dem Bond-Film “Spectre” den Oscar für den besten Song gewann. Nun bleiben wir auch hier politisch, denn er meinte in seiner Rede, dass er als bekennender Homosexueller auch für die gesamte LGBT Bewegung stehe und die Auszeichnung ein grosser Schritt in Toleranz sei.

Was war noch los? Ach ja, die Damen. Die Schwedin Alicia Vikander (genial in “The Danish Girl”) bekam den Preis als beste weibliche Nebendarstellerin. Brie Larson wurde für “Room” als beste Schauspielerin geehrt. In dieser Kategorie sah ich Cate Blanchett  (“Carol”) als beste Dame des Jahres, aber sie hat schon viele Trophären und kann dem Nachwuchs getrost etwas Platz einräumen 🙂

Ich erwähnte schon mal, dass die Neuauflage von “Mad Max” in meinen Augen ein grosser Käse ist. Er wurde auch für etliche Oscars nominiert, räumte jedoch “nur” in den kleineren Kategorien (Make-up, Sound, Kostüm, Bühnenbild…) ab. Gut gemacht war das alles auf jeden Fall. Also herzlichen Glückwünsch. Der Film selber ist und bleibt gewöhnungsbedürftig.

thQ0F5KLRJDas waren sie auch schon, die Highlights der diesjährigen Oscars. Es kamen noch eine Gruppe Pfadfinderinnen in den Saal geschossen, die den reichen Hollywoodstars Kekse verkauften. Hahaha – das war also der Publikums-Gag in diesem Jahr. Da war Ellens Star-Selfie im vorletzten natürlich um Längen besser. Lustig war es dennoch, zumal Chris Rock aus jeden Fitzelchen einen mega Witz zaubern kann!

Ich hatte vor der Show alle grossen nominierten Filme geschaut und war noch nie so gut vorbereitet, wie in diesem Jahr. Nun verbringe ich wieder mehr Zeit mit andern Dingen und lege eine kleine Moviepause ein. Als Filmjunkie kann diese Pause aber nicht lange dauern. Und, hey, wir wissen ja wie schnell die Zeit vergeht… ein paar mal schlafen und schon starten die Oscars 2017 mit neuen tollen Filmen 🙂

Eure Cindy

 

 

Kermitkatzen

IMG-20160303-WA0000Au Weia!! Hahahaha 🙂

Nein nein, das bin weder ich, noch sind das jüngere Geschwister von mir.

Ich nehme an, die Besitzer der beiden haben einen ähnlichen Humor wie meine Leute. Ständig wird mir irgendetwas angezogen, übergeworfen, angesteckt… und das finden Mama und Papa dann super süss. Na ja. Ihr könnt euch ja noch ein wenig die beiden Kermits anschauen…. geht ja gar nicht 😉

Miau… eure Emily