Archive | April 2015

Ausflug nach Targu Mures

th5X6N11DZEs hat ja schon irgendwie Tradition, dass Florian zu seinem Geburtstag von mir einen kleinen Ausflug geschenkt bekommt. Und wenn ich ehrlich bin, muss ich gestehen, dass ich mich dabei ja immer auch ein wenig selbst beschenke 🙂

Im letzten Jahr sind wir Zeppelin geflogen, in diesem Jahr ging es für ein Wochenende zum Sightseeing und zum Wellness nach Targu Mures.

Am Freitag Abend ging es los und eigentlich muss ich sagen, dass der Regen genau richtig kam. Denn der Spa-Bereich des Business Hotels in Targu Mures ist gigantisch. Sie haben dort einen grossem Poolbereich, viele Saunen, Tepidarien, einen geräumigen Whirlpool und vieles mehr. Am Samstag stürmte und regnete es so sehr, dass wir entschieden haben, den ganzen Tag zu wellnessen. Florian bekam eine Detox-Massage und ich bekam ein Body-Peeling mit anschliessender Relax-Massage. Ansonsten taten wir nix ausser auf unserer Liege rumzuhängen, Saft und Bier zu schlürfen, zu entspannen und die vielen tollen Angebote des Spas zu nutzen. Nach dem Abendessen gingen wir noch einmal schwimmen und in den Jarcuzzi, denn wenn es dunkel ist, wird der ganze Spabereich nur noch mit kleinen bunten Lichtern beleuchtet. Das ist so romantisch und entspannend. Wir haben den Tag wirklich genossen. Und so ein bisschen Faulsein haben wir uns nach den ereignisreichen letzten Wochen doch verdient 😉

Am Sonntag Morgen machten wir da weiter, wo wie am Vorabend aufgehört haben. Nämlich am Pool. Und es gab noch einmal schöne Massagen für uns – eine Gesichtsmassage für mich und eine Hot-Stone-Massage für Florian. Die Behandlungen sind wirklich erste Klasse. Für Florian war es die erste Hot-Stone-Massage und er hat richtig davon geschwärmt.

IMG_4422IMG_4413So und nun zu der Stadt Targu Mures (Neumarkt am Mieresch auf deutsch).

Die Stadt liegt am Fluss Mures im Osten Siebenbürgens. Targu Mures hatte zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine ungarische Bevölkerung von 80%. Heute sind es noch rund 48 %, was die Stadt zu einem Ort mit der grössten ungarischen Minderheit in Siebenbürgen macht. Man sieht es auch an allen Ecken. Oftmals gibt es keine rumänischen Übersetzungen und auch sonst macht die Stadt einen sehr “ungarischen” Eindruck.

IMG_4416Die Altstadt ist mit ihren zum grossen Teil gut erhaltenen Häusern und den schönen Kirchen sehr idyllisch und hübsch. Hier kann man schön schlendern und in den Kaffees gemütliche Pausen machen.

Uns kam allerdings zu Gute, dass die ganze Innenstadt wegen eines Fahrrad-Events für Autos komplett gesperrt war. Fahrradpolo sieht man sonst hier sicher nicht alle Tage…

IMG_4424IMG_4444Wir bummelten weiter zur Burg mit ihrer Festung, assen danach zu Mittag und tingelten später im Auto gemütlich über die vielen kleinen Dörfer (die Schnellstrasse wollten wir diesmal nicht nehmen) zurück nach Cluj, wo Emily in ihrer neuen Tierpension mit einem etwas säuerlichen Gesicht auf uns wartete 😉

Unser nächster Trip wird uns am Samstag in die schöne Stadt Sighisoara führen. Stay tuned…

Eure Cindy

 

 

Ostern in Rumänien

UnbenanntNachdem am letzten Wochenende die katholischen und protestantischen Länder Ostern begingen, war nun eine Woche später auch hier bei uns in Rumänien die Osterzeit gekommen.

Auch bei den Orthodoxen Christen ist Karfreitag natürlich ein sehr wichtiger Tag, allerdings ist es kein gesetzlicher Feiertag, sondern die Gottesdienste finden erst am Abend statt und auch die Strassen sind gegen Abend voller Menschen, die nach der Arbeit zu ihren Familien eilen.

Ostern ist in Rumänien neben Weihnachten das wichtigste christliche Fest. Die Familien kommen von überall her zusammen, besuchen gemeinsam die Gottesdienste (wobei die Auferstehungsmesse an Mitternacht in der Nacht zum Ostersonntag wohl die Hauptmesse darstellt) und essen die unzähligen Speisen, die die Muttis liebevoll zubereitet haben. Dazu gibt es Schnaps bis keiner mehr mag oder will. Wie bei anderen Christen, beenden auch die Orthodoxen an Ostern die Fastenzeit.

Viele Leute färben Eier, wobei man traditionell daraus auch eine wahre Kunst machen kann. Dazu gibt es in vielen Regionen die unterschiedlichsten Trachtenfeste und -umzüge. Es wird gebacken, was der Ofen hergibt. Und ich musste feststellen, dass man die Zutaten lieber so früh als möglich besorgt, denn sonst kommen manche Supermärkte mit Auffüllen nicht mehr nach. Dauerbrenner wie Mohn und Zimt sucht man dann plötzlich vergeblich. Na dann gibt’s mein Mohnparfait halt erst nach Ostern  😉

thHeute ist Ostermontag, der nun auch uns für ein gesetzlicher Feiertag ist. Auf das traditionelle Osterlamm haben Florian und ich verzichtet. Dafür haben wir das schöne Wetter genutzt und auf der Dachterrasse Würstchen und Gemüse gegrillt.

Es gibt übrigens einen Osterbrauch in Rumänien, der schon die Jahrhunderte überdauert. Die Männer bespritzen dabei die Frauen mit einer Art Holzrute mit jede Menge Wasser. Der Überlieferung nach soll dieser Brauch den Frauen Gesundheit und Schönheit fürs kommende Jahr bescheren. Man sollte da auch keine Frau auslassen, denn die können sonst ganz schön beleidigt sein und den Männern dieses Nichtbeachten nachtragen. Frauen, die allerdings in die Gunst des Brauches kamen, schenken den Männern im Gegenzug bemalte Eier und kleine Geldbeträge.

Frohe Ostern euch allen! 🙂

Eure Cindy

Ausflug nach Maramures

DSC03541Gestern machten Florian und ich eine geführte Tour nach Maramures mit. Maramures ist ein “Kanton” im Norden an der ukrainischen Grenze und ist besonders für die Holzschnitzerei und elegante Holzverarbeitung bekannt.

Unser Tourguide spricht enorm gut deutsch, gab uns unzählige Infos und Anekdoten, und neben uns war auch noch 2 weitere Personen auf der kurzen Reise dabei.

Erste Station war die 300 Jahre alte griechisch-katholische Holzkirche in Surdesti, die als UNESCO Weltkulturerbe gelistet wird.

DSC03559DSC03555IMG_4356Der Turm der Kirche ist waghalsige 54 Meter hoch und innen sind die Wände mit Bildern und Ikonen verziert. Es gibt einen Bereich für Männer und einen Raum, wo die Frauen beten.

Die langen Holzbänke sind mit Wolldecken belegt, die die Damen des Dorfes gemacht haben.

DSC03550Leider durfte man drinnen nicht fotografieren. Und auch der Turm ist nicht begehbar. Aber auch von aussen erkennt man schon die Schönheit dieses Ortes. Ringsherum der Kirche liegt der Friedhof in wild angelegten alten und neuen Gräbern. Ein friedlicher Ort mit einer wunderbaren Atmosphäre.

IMG_4363Danach ging die Reise bis hoch auf 1200 Meter Höhe über einen Pass und durch schneeweisse Landschaften und Dörfer. Dort oben lässt der Frühling noch etwas auf sich warten.

Wir fuhren dann stetig links der ukrainischen Grenze entlang bis wir das ehemals schärfste kommunistische Gefängnis Rumänien erreichten, der hiesige Stasiknast Hohenschönhausen sozusagen. Es ist heute ein Museum und man kann sehen und nachlesen, wie im Namen der roten Gesinnung weggesperrt, gefoltert, getötet und zur Arbeit gezwungen wurde. Unser Guide hatte einige Beispiele aus der eigenen Familie zu berichten, die uns sehr berührten.

DSC03567DSC03570Nach diesen Eindrückten machten wir Halt bei einer kleinen Pension und assen draussen in der Sonne gemütlich zu Mittag.

Wir wurden mit 4 Gängen traditioneller Küche verwöhnt. Dazu gab es, wie in jeder rumänischen Familie üblich, eine Menge selbstgebrannten Schnaps. Oh je, lecker war der… 😉

DSC03580IMG_4377Auf den nächsten Punkt der Reise freute ich mich besonders. Wir fuhren nämlich weiter der ukrainischen Grenze entlang zum “Fröhlichen Friedhof” nach Sapanta. Dieser Friedhof ist berühmt für seine blau-bunten Gräber, die mit  Bildern und Versen versehen sind die den Verstorbenen mal auf lustiger, mal auf trauriger Weise beschreiben. Meistens werden auf den Bildern Berufe, Hobbys, Familienverhältnisse oder Laster dargestellt. Die Verse geben den Namen und erzählen Lebens- oder Todesgeschichten.

IMG_4382IMG_4384Unser Guide übersetzte einige der Verse. Die Sprüche zu den sprichwörtlichen “bösen Schwiegermüttern” waren natürlich vielfach vertreten. Da haben sich einige Schwiegersöhne tolle Sachen ausgedacht, über die man einfach schmunzeln muss. Und auch die vielen Damen und Herren, die zu Lebenszeiten zu viel tranken, wurden mit Becher und Flasche und passender Geschichte “verewigt”. Ich sag nur selbstgebrannter Schnaps!!! Jaja, man braucht tatsächlich Humor, wenn man hier seine letzte Ruhe finden möchte.

DSC03595DSC03603DSC03605Letzter Halt auf unserer Tagestour war Maria, eine Dame aus Sapanta, die ihre eigenen Stoffe und Wolle spinnt. Sie zeigte uns ihre Arbeit und einige fertige Stücke.

Maria ist sehr erfolgreich und präsentiert sich und ihre Sachen auch ein Mal im Jahr auf der Grünen Messe in Berlin. Sie fertigt wirklich schöne Dinge an und so “mussten” auch wir etwas kaufen. Florian wählte eine schöne Wolldecke und ich kaufte 2 Tischläufer mit hübschen Verzierungen an den Seiten.

IMG_4395IMG_4399So, nun waren alle Köpfe aber komplett voll mit Eindrücken und Erlebnissen, also machten wir uns auf die 3-stündige Fahrt zurück nach Cluj. Leider kamen wir nicht so schnell voran wie erhofft, denn auch die vielen Schafherden nutzten das sonnige Osterwochenende und machten sich auf dem Weg zur Sommerstation 😉

Das war ein toller und spannender Tag! Nächste Woche geht’s auf nach Targu Mures. Mal schauen, was uns diese Region so bietet 🙂

Eure Cindy

 

Frühlingsgefühle

IMG_4406Pünktlich zum Osterfest ist der Frühling wieder da!!! Die Sonne scheint und die 2 und 4-Beiner des Hauses nehmen die Balkone und Terrassen wieder ein.

Emily schaut sich von dort aus stundenlang die Nachbarschaft an und Florian und ich unternahmen schon kleine Ausflüge und gemütliche Spaziergänge. Herrlich wie alles wieder zum Leben erweckt. Die ersten Blüten zeigen sich, die Enten auf dem See im Iulius Park bilden süsse Pärchen und die ersten Storche waren auch schon am Himmel zu sehen.

So lässt es sich gut angehen. Geniesst das warme Wetter und habt eine schöne Zeit 🙂

Eure Cindy

Geburtstagswoche

IMG_4341Nicht nur Emily heimst hier kräftig Geschenke ein 🙂

Gestern feierte der Herr des Hauses nämlich seinen 34. Geburtstag und durfte gleich am Morgen viele gute Gaben auspacken. Happy Birthday, Herzchen 😉

Den Abend verbrachten wir dann im Matei Corvin, einem kleinen, rustikalen Restaurant in der Klausenburger Altstadt, welches zu kommunistischen Zeiten eine Bar für Lesben war. Als der Laden Jahre später umgebaut wurde, fand man immer noch viele Mikrofone in der Wand versteckt, die die rumänische Stasi dort wohl im Eifer der Revolution schlichtweg vergass.

Aber diese kleine Anekdote nur am Rande. Zurück zum Geburtstagskind der Woche. Seine Mitarbeiter machten im schon Vortag schöne Geschenke, denn bei uns ist nun auch Osterzeit und viele seiner Angestellten fuhren zu ihren Familien nach Hause.

Mein Geschenk für Florian ist übrigens ein Wochenende in Targu Mures, zu dem wir am Freitag aufbrechen werden. Darüber könnt ihr später an dieser Stelle näheres lesen 😉

Und vielleicht hat Emily dann auch etwas über ihre neue Tierpension zu berichten, die sie am Freitag das erste Mal sehen wird. Drückt uns allen die Daumen, dass ihr dort einigermassen gefallen wird!

Eure Cindy