Archive | February 2015

Rund um dem Ball

thWTQJ2IYWHeute möchte ich mich mal wieder etwas meinem grössten Hobby, dem Fussball, widmen. War ja einiges los!

Nachdem meine Bayern etwas humpelig in die Rückrunde starteten, fegen sie die BULI Gegner nun in Toren zu sechst bzw. zu acht vom Platz. Ich dachte neulich, da stimmt etwas mit meinem Liveticker nicht, ständige bimmelte es und es gab noch ein Tor und noch ein Tor und noch eines… Hahahaha 🙂

Und die Borussia aus Dortmund? Unser ärgster Konkurrent der letzten Jahre? Die fangen sich Gott sei Dank so langsam wieder; stehen nun auf Platz 12. Wer hätte jedoch vor der Saison gewettet, dass dieser Verein im Tabellenkeller rumkrebst und teilweise sogar die rote Laterne spazieren trägt? Kompliment allerdings an die Vereinsführung, dass sie an Kloppo festhalten. Ich persönlich glaube, dass die Borussia diese Krise mit ihm zusammen bewältigen kann. Zumal es in der CL gar nicht so übel läuft.

Auch Florians Club aus Nürnberg hat in der 2. Liga endlich den Gong gehört. Plötzlich reissen sie sich am Riemen und zeigen, dass sie doch noch Fussball spielen können. Sie kletterten in der Tabelle mittlerweile auf Platz 6. Ich bezweifele den direkten Wiederaufstieg ja immer noch, aber man weiss ja nie…

Was mich richtig zum Kochen bringt, sind die vielen Schlagzeilen aus der Krawallecke. Sogenannte Chelseafans hauen Paris kurz und klein und machen überall, wo sie auftauchen, den Rassismus publik. So greifen sie dunkelhäutige Menschen an und singen dabei: “Wir sind Rassisten und wir mögen das so.” Aha!

Rotterdams Krawallbrüder sind über die Jahre auch nicht vernünftiger geworden und rupfen auf ihrer Romreise historische Brunnen und Gemäuer auseinander und kloppen sich mit Roma-Anhänger. Aber wir brauchen gar nicht in fremde Länder zu schauen, um Chaoten bei der Arbeit zuzuschauen. Ein Blick ins Kölner Stadion genügt vollkommen… 🙁

Diese Leute, die sich da unbedingt negativ zur Schau stellen müssen, machen aus Fussballreisen und Stadionbesuchen für friedliche Fans eine riskante Angelegenheit. Vor allem fussballverrückte Familien bleiben immer öfter lieber daheim. Wer hat schon Lust, in einen randalierenden, gewaltbereiten Mob zu geraten?

Streit und Krach gibt es aber nicht nur unter den europäischen Hooligans. Auch bei Barca herrscht dicke Luft. Da spricht der Trainer Luis Enrique nicht mehr mit seinem Starspieler Messi. Die Kommunikation findet schon seit Monaten nur über Dritte oder eben gar nicht statt. Ungünstig in einem Mannschaftssport. Geht es da tatsächlich nur um Macht? Angeblich denkt Messi darüber nach, den Verein zu verlassen. Wow.

Und was sagt ihr zu den Plänen der FIFA die WM in Katar im Winter stattfinden zu lassen? Dann herrschen dort nämlich keine sommerlichen 40-45 Grad sondern lauschige 25 Grad. Die Vereine gehen nun auf die Barrikaden, denn sie fürchten Probleme im Ligaalltag und hadern mit einer 2-monatigen Winterpause. Ausserdem befürchten sie Ausfälle ihrer Starspieler, da die WM Spiele in einer kürzeren Zeitspanne absolviert werden sollen, was eine hohe Belastung bedeutet.

Mir persönlich macht eine Winter-WM nix aus. Ich mag den Winter nicht und kann mir gut vorstellen, von Ende November bis Ende Dezember viel Zeit vor dem Fernseher zu verbringen. Nur die Public Viewing Events haben dann wohl eher etwas von einem Apre-Ski. Gegen ein Finale einen Tag vor Heiligabend hab ich auch nichts einzuwenden. Ich kaufe meine Weihnachtsgeschenke grundsätzlich sehr früh und hab dem ganzen 23. Dezember Zeit, mich dem Fussball zu widmen 😉

Schauen wir mal, was die FIFA letztendlich entscheidet. Viele von uns sind sich wohl einig, dass eine Fussball-WM nicht unbedingt nach Katar gehört. Ein Land, in dem noch mittelalterliche Gesetzte herrschen, wo Frauen nix zu melden haben, wo aber anscheinend sehr viel Geld zur freien Verfügung und wo die finanzielle Ethik nicht sooo weit oben auf der Prioritätenliste steht. Nun ja… es ist entschieden und lässt sich wohl nicht mehr ändern.

Ein trauriges Wort noch zum VFC Plauen, der Verein meines Kumpels Hartwig. Dem Club ging die Kohle aus und sie mussten leider Insolvenz beantragen. Ich hoffe, dass dem Verein danach irgendwie der Neuanfang gelingt, so dass die Stadt im Vogtland am Ende nicht ohne ihren Fussballverein dasteht.

Eure Cindy

Süsses Früchtchen

IMG-20150223-WA0000Ja ja ja… ich darf nicht auf den Tisch. Und ganz sicher darf ich nicht im Obstkorb schlafen!!!!

Mutti hat mitten in der Nacht die Oscars geguckt und Papa ist schon um 4.30 Uhr zum Flughafen gefahren, da er heute für Meetings in Zürich ist. Da war es mit meiner entspannten Nachtruhe schon früh vorbei… und …gääääääähnnnn … da leg roll ich mich doch ein und leg mich für ein kleines Weilchen in den Obstkorb.

Süsse Träume 😉

Eure Emily

 

And the Oscar goes to… 2015

th5RP0LAG9Vielleicht könnt ihr euch noch an meinen Blogbeitrag zu der Oscar-Verleihung vom letzten Jahr erinnern. Ich war ja ganz aus dem Häuschen über den gelungenen Abend.

Dieses Jahr allerdings enttäuschte mich die durchwachte Nacht doch ein kleines bisschen. Im letzten Jahr legte Ellen DeGeneres als Presenter eine Performance hin, die alle, sogar das schwierige Hollywood-Star-Publikum, mit ihrem Humor mitriss.

In diesem Jahr war der Gastegeber Neil Patrick Harris, den man als Barney Stinson aus “How I met your mother” kennt. Dort reisst er einen Kalauer nach dem anderen. Auf der Oscar Bühne war er meiner Meinung nach aber etwas steif und hölzern. Zu Anfang sang er sehr gut, danach wollte der Funke aber nicht so recht überspringen. Richtig lustig wurde es jedoch, als er Michael Keaton in “Birdman” imitierte und nur mit einer weissen Schlüppi bekleidet auf die Bühne kam. Zweifellos das Highlight der Oscar-Nacht. Keine Frage, er machte seine Aufgabe gut. An einer Ellen DeGeneres kam er aber nicht heran.

Apropos “Birdman”. Ich bin ganz ehrlich, ich mag den Film nicht. Die Qualität des Streifens ist ohne Frage sehr gut, aber es ist einfach nicht meine Art Film. Nun bekam er unter anderem die Oscars für beste Regie und bester Film. Okay, abgehakt. Meine Favoriten waren andere.

Richtig gefreut dagegen hat mich die Wahl der besten Schauspielerin bzw. des besten Schauspielers. Julianne Moore in ihrer Rolle als Alzheimerserkrankte in “Still Alice” und Eddy Redmayne als Stephen Hawking fand ich genial, einfach nur genial. Solche Filme liebe ich. Und beide Darsteller stehen schon lange auf meiner Liste der Lieblingsdarsteller. Klasse, dass die beide gewannen.

“Grand Budapest Hotel” war ein weiterer Film, der einige Preise abräumte. Dieser witzige Streifen mit Ralph Fiennes ist eine deutsche Ko-Produktion der Babelsberg Studios und wurde u.a. in Görlitz gedreht. Cool.

Bester fremdsprachiger Film wurde Ida, ein Film aus Polen. Gratulation ins deutsche Nachbarland.

Beste Doku gewann “Citizenfour”, eine teils gespielte Dokumentation über Edward Snowdon. Generell fand ich, dass dieses Jahr viele gute politische und soziale Statements in den Gewinnerreden gemacht wurden. Man warb für Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Frauenrechte, für Frieden und Toleranz, man sprach sich gegen Rassismus aus und ein Preisträger, Graham Moore, rührte die Herzen, als er in seiner Rede erwähnte, dass er sich mit 16 Jahren das Leben nehmen wollte, da er sich so fehl am Platze fühlte. Er machte allen Mut, die sich “anders” fühlen und u.a. sagte er: ihr seid gut so, wie ihr seid. Geht euren Weg.

Am Ende fragte ich mich jedoch, wann nochmal der beste Nebendarsteller (J.K Simmons für Whiplash) gekürt wurde. Dieser Oscar wurde als erstes vergeben. War ich etwa schon zu Anfang kurzzeitig eingenickt???? Ich suchte im Internet nach Gründen, dachte schon, die Academy hätte einen Fehler gemacht, aber eben fand ich heraus, dass es eine Panne bei Pro7 gab, minutenlang gab es einen Sendeausfall aber keine Einblendung, die den Zuschauer über selbigen informierte. Man sah einfach nur das Oscar Logo. Naja, so waren halt die deutschen Zuschauer bei dieser Vergabe nicht dabei, aber in Hollywood lief alles glatt. Wäre ja auch zu peinlich gewesen.. 😉

Nun geht wieder ein Film-Jahr zu ende. Ich als Moviejunkie freue mich schon sehr auf die Oscars 2016 🙂

Eure Cindy

Fluch und Segen des Franken

thFSF7ZUJ2Heute möchte ich ein wenig über den Franken schreiben. Und damit meine ich nicht Florian, der ja aus der Region Franken stammt, sondern die Schweizer Währung, die momentan dem einem Freud und dem anderen Leid beschert.

Mitte Januar sorgte die Schweiz für Aufregung, als die den Mindestkurs von 1.20 CHF pro 1 Eur aufhob. Es wäre für den Staat einfach zu teuer geworden, den Mindestkurs gegenüber dem schwachen Euro aufrecht zu erhalten. Daher entschied man sich für diese Massnahme.

Als direkte Folge schwächte der Euro gegenüber dem Franken dermassen ab, dass sich der Wechselkurs in der Nähe von 1:1 befand. Den einen freut’s. Die Läden in den Euro-Grenzregionen erlebten sofort einen grossen Kundenansturm. Auf einigen Parkplätzen waren fast nur Kennzeichen aus CH zu sehen. Zumal in Deutschland Einkaufgüter preislich sowieso schon unter dem Schweizer Niveau liegen. Lebensmittel, Elektrogeräte, Kinderbedarf … alles, was die Geschäfte hergeben, wurde von den Helveten gekauft. Man machte Witze und warb mit “20% auf alles” 🙂

Auch Florian und ich erleben gerade den einen anderen Vorteil. Als Expats einer Schweizer Firma beziehen wir unser Gehalt in CHF, bezahlen die Miete z.B. aber in Eur. Auch die Rechnungen für unsere nächsten Urlaube und Reisen und die Kosten für die beiden Hochzeitsfeiern wurden allesamt von deutschen Unternehmen erstellt. Wir zögerten also keinen Moment mit der Zahlung und sparten unerwartet eine ganze Menge Geld.

Für andere Leute ist der starke Franken allerdings ein Alptraum. Schweizer Skigebiete erleben viele Stornieren, da man in Österreich und Frankreich momentan viel mehr für sein Geld bekommt. Umgekehrt ist ein Urlaub im schönen Alpenstaat für viele EU-Bürger nun schlichtweg zu teuer geworden. Exporte stagnieren oder bleiben aus, so dass einige (vor allem kleine) Schweizer Produzenten schon Mitarbeiter entlassen mussten. Auch Kurzarbeit und Lohnverzicht sind ein Thema. Die Arbeitslosenquote liegt in der Schweiz bei 3.4%. “Pessimisten” glauben, diese werde bald rapide ansteigen. Dennoch erwartet die Schweizer Nationalbank (SNB) keine derartigen Auswirkungen und auch keine Deflation. Sie glaubt, die Probleme seien temporär.

In Bern versucht die Regierung zur Zeit Gesetzesentwürfe zu erstellen, die betroffenen Firmen Unterstützung bieten soll. Besonders exportabhängige Firmen und Unternehmen, die nachweislich unter den Wechselkursschwankungen leiden, sollen für ihre Verluste entschädigt werden.

Einige deutsche Städte beklagten unterdessen, dass sie auf dem Papier nun pleite seien. Denn nicht wenige Kommunen besitzen Millionen oder gar Milliarden schwere Kredite in CHF, deren Wert und Zinsen mit dem starken Franken ihnen nun das finanzielle Genick brechen.

In den letzten Wochen ist der Wechselkurs wieder ein klein wenig nach oben geklettert. Viele Experten denken, dass sich der Markt bald wieder regulieren wird und der Franken gegenüber dem Eur schwächer werden wird. Dann lösen viele Probleme von allein. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Mal schauen, wie teuer unsere Miete im nächsten Monat sein wird 😉

Eure Cindy

Wer je gelebt in Liebesarmen

thFür manche ist der Valentinstag ein Tag der Floristen, der Gastronomie und der Parfümerien. Kurzum “consumer day”. Für viele andere, den unverbesserlichen Romantikern unter uns (mich inklusive), ist der Valentinstag ein besonderer Tag, auf den man sich freut und den man gerne zelebriert.

Eigentlich feiern die Rumänen den Tag der Verliebten am 24. Februar. Dieser Tag heisst “Dragobete”. Manche feiern diesen Tag auch erst am ersten Frühlingstag, denn Dragobete war eigentlich der Sohn der Baba Dochia, die in der Zeit der Dakien (Dacia) im 2. Jahrhundert lebte, und die einer Sage nach mit dem Beginn des Frühlings in Verbindung gebracht wird.

Diese Sage ist eigentlich eine “böse-Schwiegermutter-Story” , denn Baba Dochia mochte die Frau ihres Sohns Dragobete nicht und schickte sie im kalten Februar in den Wald zum Beeren pflücken. Im Winter! Gott erscheint und hilft dem Mädchen. Als Baba Dochia die Beeren sieht, denkt sie der Frühling sei gekommen und zieht mit ihrem Sohn und ihrer Herde Ziegen in die Berge, wo die Ziegen weiden sollten. Sie trug 12 Lammfelle am Körper, die von Nässe und Schnee bald viel zu schwer und kalt waren. Sie legte die Fälle ab, der Frost kam über sie und sie verschwand samt ihrer Herde Ziegen auf Nimmerwiedersehen von der Bildfläche. Ihr Sohn erfror ebenfalls, er hatte seine Flöte, die er gerne spielte, noch im Mund.

Es gibt unterschiedliche Versionen der Sage der Baba Dochia, aber alle haben ihren Ursprung irgendwo in der Liebe.

Es gibt auch einige Riten für den Tag. Zum Beispiel sammeln Mädchen Schnee an unterschiedlichen Orten, schmelzen ihn und benutzen dieses “magische” Wasser das ganze über Jahr für besondere Ereignisse. Manche Verliebte pflücken an dem Tag Frühlingsblumen für ihre Angebeteten. Man sagt, dass Menschen, die Dragobete begehen, das ganze Jahr über vor Krankheit und Fieber geschützt sind.

Paare, die Dragobete feiern, sollten an diesem Tag übrigens auf ihre Füsse achten, denn die Legende besagt, dass der Partner, der dem anderen Partner auf die Füsse tritt oder über den Fuss des anderen steigt, in Zukunft in der Beziehung dominant ist und schlicht und ergreifend die Hosen anhat 🙂

In diesem Sinne wünsche ich euch mit den poetischen Worten von Theodor Storm einen tollen Samstag voller roter Herzen.

Wer je gelebt in Liebesarmen,
Der kann im Leben nie verarmen;
Und müßt’ er sterben fern, allein,
Er fühlte noch die sel’ge Stunde,
Wo er gelebt an ihrem Munde,
Und noch im Tode ist sie sein.

Eure Cindy

Hochzeitsbräuche in Rumänien

thWBSLF58CWie ihr wisst, ist eines meiner zahllosen aktuellen Projekte die Planung unserer Trauung am Strand, den anschliessenden Flitterwochen und die beiden Feiern mit unseren Lieben in der Uckermark und in Franken. Florian und ich machen immer mal wieder ein Brainstorming, ich versuche anschliessend die Umsetzung zu realisieren und Stück für Stück werden aus den vielen Ideen wunderbare Vorhaben.

Bei aller Vorfreude steckt natürlich auch eine Menge Arbeit darin. Und neulich fragte ich mich, wie die Rumänen wohl traditionell so ihre Hochzeit feiern.

Ganz altertümlich ist es bei uns ja Brauch, dass der Bräutigam bei dem Vater der Braut um die Hand der Tochter bittet. Erst dann darf die potentielle Braut ihren Senf dazugeben. In Rumänien jedoch ist das anders. Nach alter Sitte schickt der Bräutigam einen Vertrauten aus der eigenen Sippe oder aus dem Freundeskreis zur Braut, der dann um ihre Hand in Namen des besagten Herren bittet. Tradition ist auch, dass die Braut erst einmal nein sagt und vielleicht erst beim 2. oder 3. Anlauf zustimmt.

Die Trauung an sich ist gar nicht so der Schwerpunkt der Zeremonie, wie das bei uns in Deutschland der Fall ist. Viel wichtiger ist das ganze Drumherum.

Bevor man sich das Ja-Wort geben darf, erklimmen Freunde der Braut einen möglichst hohen Baum und befestigen einen Brautkranz an der Spitze. Der Bräutigam wiederum muss nun ebenfalls auf den Baum steigen und den Brautkranz seiner wartenden Verlobten zurückbringen. Seine Freunde dienen dem Bräutigam dabei als eine Art menschliche Leiter, an der der Bräutigam nach oben klettert. Bei dieser Aktion kann der Bräutigam Stärke, Ausdauer und Mut beweisen und die Damen der Gesellschaft bekommen bei so einem Liebesweis grundsätzlich ganz weiche Knie. Danach erst geht es in die Kirche wo die Trauung vollzogen wird.

Nach dem Ja-Wort werfen die Gäste Geldmünzen auf den Teppich, auf dem das Brautpaar in der Kirche steht. Symbolisch soll diese Handlung Geld und Wohlstand sichern.

Die Feier wird typisch rumänisch feucht fröhlich bis in die frühen Morgenstunden gehen. Es gibt verschiedene traditionelle Tänze und Gesänge. Beim Sonnenaufgang wird dem Paar ein Kind in die Arme gelegt, um den Kindersegen der Brautleute sicherzustellen. Nach der Feier wird das Paar von allen Anwesenden zu ihrem neuen Heim begleitet, wo die Braut Rosenwasser auf die Hochzeitsgesellschaft spritzt. Danach werfen die Gäste Salz und Getreidekörner in alle Himmelsrichtungen, um dem Paar zusätzlich Glück zu bescheren.

Brautentführungen kennen die Rumänen auch. Und der Gatte bekommt seine Dame erst nach Zahlung eines Lösegeldes wieder zurück.

Sachgeschenke der Gäste sind übrigens untypisch, man schenkt Geld. Je mehr desto besser. Besonders, der Vater des Bräutigams darf sich nicht lumpen lassen, da er ja die Braut für seinen Sohn “freikauft” 😉

Und gibt es auch in Rumänien “die böse Schwiegermutter”? Absolut! Allerdings ist es z.B. im Landkreis Bukowina Brauch, dass die Schwiegermutter schon während der Feier scherzhaft einen Streit vom Zaun bricht, um spätere Unruhen zu vermeiden.

Eure Cindy

 

Sonnenaufgang

IMG_4267So schön geht über Cluj bei -6 Grad gerade die Sonne auf. Postkartenatmosphäre!! Bis auf ein paar Wolken ist die Sicht so klar, dass man über die ganze Stadt schauen kann. Den Blick möchte ich gerne mit euch teilen.

Ich wünsche euch allen einen tollen Start in die 7. Woche des Jahres und eine sonnige Zeit 🙂

Eure Cindy

Etwas Geplauder

IMG_3478Heute möchte ich mal wieder von mir hören lassen und ein paar Zeilen über unseren Klausenburger Alltag schreiben 🙂

Mmmhhh… Florian hat für uns in der Altstadt das Bistro Vienna entdeckt. Das haben wir am letzten Samstag Nachmittag nach unserem Stadtspaziergang mal besucht. Apfelstrudel und Sachertorte, dazu einen leckeren Kaffee. So schmeckt uns das Leben 🙂

Kulinarisch waren wir in der letzten Zeit eh viel unterwegs. Zum Beispiel haben wir ein typisch rumänisches Restaurant, das Hanul Dacilor, unter die Lupe genommen. Innen ist alles aus Holz und der Raum wirkt wie eine mittelalterliche Bauernstube. Die Kellner tragen Tracht, was uns richtig gut gefallen hat. Das Essen ist reichhaltig, mit viel Öl und Butter gemacht, aber richtig gut. Es gibt dort viel vom Schwein und (zu meiner Freude) auch Innereinen. Generell haben wir festgestellt, dass rumänische Restaurants nichts für Vegetarier sind. Fleischesser dagegen kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Zum Nachtisch hatten wir Papanasch. Das sind so eine Art Silvesterpfandkuchen, wie sie auch meine Mutter immer gemacht hat. Sooo lecker. Aber nix für schmale Hüften 😉

Ansonsten ärgere ich mich immer noch über die Post. Entweder das Paket kommt nicht an, oder es kommt schneller an als gedacht oder es kommt erst nach 2 Monaten an … man weiss nie, was mit den Sendungen passiert. Und danach fragen sollte man auch nicht, denn das scheint einige Pöstlerehren zu verletzten und der Kunde (also ich) wird lauthals angeschrien. Als Yogi kann mich Gott sei Dank wenig aus der Ruhe bringen und ich sage dann: “bitte nicht schreien, sonst muss ich mich über Sie beschweren.” Dann gibt’s zwar noch einen bösen Blick aber zumindest werden die Stimmen gesenkt und meine Pakete gesucht. Die Damen und Herren sind halt schlichtweg überfordert. Alles passiert manuell und auf Papier. Da passieren schnell mal Fehler. Es ist an der Zeit, dass sich die Post modernisiert.

Dennoch trübt es unser schönes Leben hier keineswegs. Florian kommt im Büro gut voran und auch ich bin meinen vielen Projekten mehr als ausgefüllt.

In dieser Woche fanden wir übrigens auch eine Tierpension für Emily. Der nächste Urlaub kann also kommen. Darüber freuen wird sie sich bestimmt nicht, aber die Pension macht einen guten Eindruck und mein Katzenmutterherz sagt mir, dass sie da gut aufgehoben sein wird. Und wenn nicht, steht eine alternative Pension bereit …

 

Eure Cindy

 

Die rumänische Sprache

20150202_165915Buna Ziua!

Ce faci? Wie geht’s?

Laut Wiki gibt es ca. 28 Millionen Menschen auf unserem schönen Planeten, die Rumänisch sprechen. Seit dem 6. Januar haben Florian und ich das Ziel, auch bald dazu zu gehören 🙂

Jeden Donnerstag Abend kommt eine Lehrerin zu uns nach Hause und gibt uns und unserem ungarischen Mitstreiter Adam 1Std 40 lang Unterricht. Vor unserem Umzug hatten wir gelesen, dass Rumänisch eine einfache Sprache sei, da die Fonetik der Schreibweise gleicht. Aber Pustekuchen Leute, denn es gibt 3 Laute, die verrenken uns regelmässig die Stimmbänder:

ă und î – spricht man wie, wenn einem etwas nicht schmeckt, man sagt in etwa öääähhhhhh

â – gibt’s bei uns nicht, spricht man wie ü mit geschlossenen, zusammengekniffenen Lippen

Jetzt stellt euch vor, ihr solltet diese Laute in ein Wort packen und dann am besten auch noch flüssig in einen Satz. Heijeijei. Damit tun wir uns schwer. Dazu kommt, dass die Rumänen das “R” stark rollen. Kein Problem für den Franken Florian, der Ossi Cindy kann das leider nicht! Da gibt es während der Stunde schon mal ordentlich Gelächter 😉

Die Sprache ähnelt stark dem Italienischen und dem Französischen. Leute, die diese Sprachen beherrschen, sind daher im Vorteil, denke ich. Viele Bündner fühlen sich hier im Land vielleicht auch recht schnell heimisch. Denn Rumänisch und Rätoromanisch gleichen sich in Vielem. Der eine versteht den anderen wohl ohne viel Aufwand.

Das Lernen und die Hausaufagben können manchmal etwas nerven, wenn der Tag eh schon vollgepackt und lang ist, dennoch macht es uns Spass und wir üben unser neu Erlerntes mit Kollegen, Bekannten und Taxifahrern. Es hilft zum Beispiel ungemein, die Zahlen zu kennen. Nicht jeder spricht Englisch und die meisten Rumänen freuen sich über unsere Bemühungen. Bis Anfang Juli sind wir nun also wieder Schüler. Ich bin gespannt, ob es uns dann schon gelingt, fliessend, wenn auch alles andere als perfekt, zu plaudern 🙂

La revedere!

Eure Cindy