Archive | December 2014

Unser Jahr 2014

Da geht es dahin, das alte Jahr. Und ein tolles Jahr war es. Mit allerhand schönen, aufregenden und auch nachdenklichen oder gar traurigen Momenten.

Unser Highlight war ganz klar unsere Hochzeit im Standesamt von Horgen im Juli. An diesen Tag denken wir oft gemeinsam zurück und sagen uns, wie schön er war. Perfekt geradezu, genauso, wie wir ihn uns vorgestellt hatten.

Ganz klar gehört auch der Umzug nach Rumänien zu den ganz grossen Ereignissen diesen Jahres. Ich hörte Ende Mai auf zu arbeiten, kümmerte mich hauptsächlich ums Packen und das Organisatorische, während Florian uns eine Wohnung suchte und sich auf seine neue Tätigkeit vorbereitete. Ein job sharing, das sich auszahlte. Der Umzug, der Start in den neuen Job und alles drum herum ging recht gut über die Bühne. Allerdings liessen wir unser schönes Heim und unsere tollen Freunde in der Schweiz mit einem weinenden Auge zurück.

Nun wohnen wir seit 2.5 Monaten in Cluj und fühlen uns pudelwohl. Florian verbuchte in kürzester Zeit die ersten Erfolge beim Aufbau der Niederlassung seiner Schweizer Firma. Und das Land selber ist so ganz anders, als die anderen Ländern, in denen Florian oder ich vorher lebten. Aber das schlechte Image, das viele Leute von Rumänien haben, ist nicht gerechtfertigt.

Viele Freunde und Verwandten beglückwünschten uns zu unserem neuen Abenteuer. Ich hoffe aber auch, dass meine Blog Einträge, die ich seit unserer Ankunft in Klausenburg poste, ein wenig dazu beigetragen haben, unseren Kritikern und Zweiflern zu zeigen, dass es die richtige Entscheidung war hierzukommen und dass das Land viel mehr positives zu bieten hat, als man vielleicht gemeinhin denkt. Die Kultur und das Leben der Rumänen ist so vielfältig und interessant. Es macht uns Spass das alles zu erkunden und zu lernen 🙂

Unseren Jahresurlaub verbrachten wir im Mai auf Bali. Nach unseren Ferien in Lappland und auf Sardinien im Jahr 2013, war Bali erneut eine rundum gelungene Reise. Ich liebe das tropische Klima, Florian allerdings bevorzugt die kalten Temperaturen im Land der Lappen 😉

Das waren die diesjährigen grossen Erlebnisse. Dazu kommen unzählige schöne Momente und Augenblicke als Paar, mit Freunden und der Familie, tolle Ausflüge, lustige Partys und Dinners, interessante Gespräche, berufliche Erfolge, besuchte Kurse und Seminare, rührende Geschichten etc, etc, etc.

Auf dass die nächsten 12 Monate auch so wunderbar werden. Florian und ich wünschen euch allen einen guten Abschluss des vergangenen Jahres und einen guten Start ins neue Jahr 2015. Wir wünschen euch Gesundheit, Erfolg und ganz viel Liebe.

Eure Cindy

 

Besuch auf Rumänisch

IMG_4239IMG_4231Baisoara, ca 1 Autostunde von Cluj entfernt, ist eines der Ski- und Berggebiete in Siebenbürgen. Dort machen während der Festtage sehr viele Rumänen Urlaub. Man warnte uns schon früh, dass Cluj Ende Dezember immer sehr ruhig ist. Es ziehe die Rumänen in Scharen in die Berge. Viele besitzen oder mieten dort Ferienhäuser und geniessen die Ruhe und Idylle.

Florian und ich hatten das grosse Glück von Bekannten dorthin eingeladen zu werden. Die 3-köpfige Familie besitzt in der Nähe von Baisoara ein hübsches Ferienhaus und zeigte uns “ihr Tal”.

IMG_4221Warm eingepackt machten wir uns in der Früh auf. Oma und Opa waren auch zu Besuch und so durften wir einen Einblick in das Urlaubsleben einer rumänischen Familie erleben.

Allein die Aussicht auf die Berge und das Tal war atemberaubend. Unsere Bekannten boten uns in einen richtig schönen und erlebnisreichen Tag mit einem Lagerfeuer im Hof, wo wir Zwiebeln, Speck und selbstgemachte Würste brutzelten. Es gab Punsch, leckeren Wein und selbstgemachtes Brot, dass der Hausherr draussen im Steinofen backt. Alles Bio, wie er uns immer wieder versicherte 🙂

IMG_4251IMG_4254Dann machten wir eine Schneewanderung hinunter ins Tal, wo in verschiedenen Familien 48 Menschen leben. Das Leben dort ist hart, es gibt wenig Einkommensquellen und die Kinder laufen mitunter noch viele Kilometer, um zur Schule zu gelangen. Ein Leben, dass wir so eigentlich nur aus Fernsehdokumentationen kannten. Viele Familien besitzen sehr wenig. Darum haben Florian und ich schon im November unseren Haushalt kräftig aussortiert und übergaben ca 5 Kisten mit allen möglichen Dingen unserer Bekannten, die sie auf einige Familien verteilte.

IMG_4261Eine der beschenkten Familien wohnt in diesem Tal und lud uns zu sich ein. Auch dieser Besuch war sehr sehr aufregend und bewegend. Die 5-köpfige Familie wohnt auf dem Hof in einem einzigen beheizten Zimmer. In diesem Zimmer stehen 2 grosse Betten, eine Eckbank, ein kleiner Schrank und ein grosser Ofen. Nebenan ist ein unbeheizter Raum, in dem sie ihr Hab und Gut aufbewahren. Draussen im Stall haben sie Kühe, Schweine und eine Katze. In ihrer kleinen Mühle mahlen sie ihr eigenes Mehl und Korn aus Mais. Mit dem Verkauf der Kälber finanziert der Vater den 3 Kindern die Ausbildung.

Wir wurden überschwänglich mit Küsschen begrüsst. Generell sind die Rumänen enorm gastfreundlich. Wir wurden ins warme Zimmer geführt, bekamen selbstgebrannten Schnaps und Kuchen serviert. Unsere Bekannten übersetzen hin und her und so plauderten wir eine ganze Weile über Gott und Welt. Zm Abschied schenkte uns die Familie Kuchen, eine grosse Tüte Polentamehl und selbstgemachte Marmelade. Wir waren hin und weg. Dass sie so wenig haben und uns dennoch so sehr beschenken, hat uns sehr berührt. Immer mehr bekommen wir das Gefühl, dass die Rumänen sehr gerne geben. Sie haben einen überaus grosszügigen und offenen Charakter.

Oh, das Haushaltsgut von uns hatte die Familie aus dem Tal übrigens mit Ochsen und Karren bei unseren Bekannten abgeholt. Sehr authentisch. Cool!

IMG_4253Zurück am Häuschen so gegen 17 Uhr gab’s zum Aufwärmen erst einmal einen leckeren Glühwein. Ich hatte zu dem Zeitpunkt so viel Alkohol intus, dass ich die nackten Füsse in den Schnee hätte stecken können, ohne dass mir kalt würde. Aber der Glühwein war toll. Richtig lecker.

Zum Abendessen gab es eine Art Kohlrouladen (sehr traditionell, hat uns auch schon unsere Nachbarin am heiligen Abend zur Tür gebracht) mit Sauerkraut und Maismehlküchlein. Wieder alles super lecker. Pappsatt und glücklich fuhren wir am Abend (zusammen mit einer grossern Tüte voller hausgemachter Esswaren von Oma) zurück nach Cluj.

Vorher lernten wir noch, dass unsere Strasse in Cluj übersetzt Strasse der Birken heisst. Ich hab noch keine einzige Birke gesehen. Aber ich guck nochmal…

Was für ein fantastischer Tag. Wir tauchten ein in das Leben zweier Familien, erlebten eine unglaubliche Gastfreundschaft und Herzenswärme, waren sehr beeindruckt von dieser umwerfenden Natur und fühlten uns einfach nur willkommen und gut aufgehoben. Das war wirklich ein brillantes Erlebnis und eine grosse Ehre für uns Expats 🙂

Eure Cindy

 

Zu Besuch in Sibiu

IMG_3371Das weihnachtliche Sibiu (Hermannstadt) soll definitiv eine Reise wert sein, so wurde mir gesagt.

Kurz vor Weihnachten machten wir uns auf den 2.5 Std Weg dorthin und schauten uns die Stadt vom rumänischen Staatspräsidenten Klaus Johannis einmal an. Hauptsächlich nahmen wir die Fahrt aber auf uns, weil wir einige Dinge beim deutschen Konsulat zu erledigen haben. Und das befindet sich nun mal nicht in Cluj sondern im schönen Sibiu.

Unser Anliegen beim Konsulat dauerte mal wieder länger als gedacht. Wir warteten rund 3 Stunden und hatten noch Glück, dass wir die Honorarkonsulin erwischten, bevor sie samt Fahrer in ihrem BMW zu einem Aussentermin abrauschte.

IMG_3375IMG_3377Am Nachmittag, hungrig und froh, alles erledigt zu haben, schlenderten wir dann zum Weihnachtsmarkt, der als einer der schönsten Rumäniens gilt.

Wir wurden auch nicht enttäuscht. Obwohl ich sagen muss, dass er dem Weihnachtsmarkt bei uns in Cluj sehr ähnelt.

Es braucht ja nicht viel, um uns glücklich zu machen. Der Schaschlik vom ungarischen Stand füllte den laut knurrenden Magen und Glühwein und Tee machten die Füsse wieder warm 🙂

Eure Cindy

Frohe Weihnachten!

Theodor Storm

Knecht Ruprecht

Von drauss vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit grossen Augen das Christuskind hervor,
Und wie ich so strolcht’ durch den finsteren Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:
“Knecht Ruprecht”, rief es, “alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt’ und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!”
Ich sprach “O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.”-
“Hast du denn das Säcklein auch bei dir?”
Ich sprach: “Das Säcklein, das ist hier;
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern.”-
“Hast denn die Rute auch bei dir?”
Ich sprach: “Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten.”
Christkindlein sprach: “So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!”
Von drauss vom Walde komm’ ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find’!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?
 

20141220_191930Wir wissen ja, dass ihr das Jahr über ganz artig wart und dass der Knecht Ruprecht in eurem Haus seine Rute getrost wegtun kann. Florian, Emily und ich wünschen allen eine wunderschöne Weihnachtszeit mit vielen schönen und besinnlichen Momenten.

Eure Cindy

Vierter Advent

Johann Wolfgang von Goethe

 

Weihnachten

Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Überall die Süsse spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend.
Solch ein Fest ist uns bescheret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.
 
Abe, Fürst, wenn Dir’s begegnet,
Und ein Abend so dich segnet,
Dass als Lichter, dass als Flammen
Vor dir glänzten allzusammen
Alles, was du ausgerichtet,
Alle, die sich dir verpflichtet,
Mit erhöhten Geistesblicken,
Fühltest herrliches Enzücken.
 
 

Eure Cindy

Auf nach Donetsk?

Na das ist mal ein Champions League Achtelfinale. Guidos Team Basel hat die Gruppenphase überstanden und trifft nun auf den FC Porto (die ich auf Grund ihrer Schwalbestatistik nicht so knorke finde – also drücke ich den Schweizern die Daumen!)

Ausserdem sind alle 4 deutschen Clubs weitergekommen. Das gibt ordentlich Punkte in der 5-Jahres-Wertung. Der deutsche Fussball hat sich seit seinem kleinen Tief Mitte der 2000 richtig gut gemacht. Die Bundesliga ist wieder cool und im Ausland schwärmt man von den deutschen Teams in den höchsten Tönen.

labelSehr spannend fand ich das Los meiner Bayern. Wir treffen auf die ukrainische Mannschaft Shakhtar Donetsk.

Ich hab mich seit dem Beginn der Unruhen in der Ukraine und seit Floris und meinem geplatzten Urlaub auf der Krim schon öfter gefragt, wie das Team von Donetsk ihren Spielbetrieb aufrecht erhalten und erfolgreich sein kann. Der Verein war 2009 der letzte UEFA Cup Winner, bevor die UEFA die “tolle” Idee der Europaleague umsetzte. Ausserdem sind sie ein Dauergast in der CL und machten Dynamo Kiew den Ruf als einzige ukraninische Topmannschaft erfolgreich streitig.

Ganz klar wird es in Donetsk kein Fussballspiel gegen. Dort bekämpfen sich immer noch russische Separatisten und ukrainische Soldaten und Zivilisten. In den Medien sieht und hört man zwar viel weniger vom Konflikt (wahrscheinlich aufgrund der vielen anderen Brandherde auf unserem schönen Planeten), aber es ist alles andere als ruhig in Rumäniens Nachbarland. In der Ostukraine sterben immer noch fast täglich Menschen.

Seit dieser Saison finden alle Heimspiele, national und international, in Lviv (das frühere Lemberg) statt. Die Stadt ist rund 700 km von Donetsk entfernt und hat momentan kein Team, das die Arena Lviv als ihr Heimstadion beansprucht.

Schade für die Fans und die Spieler, dass das Team aufgrund des Krieges ins Exil musste. Dennoch ist es wichtig für die Stadt, dass ihr Verein überhaupt spielen kann, und dabei auch noch erfolgreich ist.

Mein Bayern-Fussball-Herz sagt natürlich, dass für die Ukrainer im Achtelfinale Schluss ist. Pep hat schliesslich noch viel vor, zum Beispiel seinen nächsten CL-Titel holen 😉

Auf ein schönes Spiel in Lviv am 17. Februar auf ein baldiges Ende dieses dummen Krieges!!

Eure Cindy

 

 

 

Hunter’s Castle Turda

DSC03459Nach unserem Besuch in der Salzmine waren wir hungrig 🙂

Also sind wir einem Tipp unserer rumänischen Bekannten nachgekommen und haben das Hunters Castle in Turda besucht. Sie warnte Flori, dass es dort sehr kitschig sei. Und Leute, kitschig war es tatsächlich, herrlich kitschig sogar… ich bin ganz verliebt.

Der ganze Häuserkomplex besteht aus einem Sternehotel und einem erstklassigen Restaurant. Wie der Name schon sagt, dreht sich hier alles um die Jagd. Und irgendwie scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Man fühlt sich ins Mittelalter zurückversetzt. Einer Zeit, in der ich lange Kleider und Florian Strumpfhosen tragen würden 😉

DSC03465DSC03463DSC03466Auch in den Räumen des Restaurants fühlt man sich wie Robin Hood und Lady Marianne.

Es gibt grosse Rittertafeln, in jeder Ecke steht eine mittelalterliche Deko und auch die ledergebundene Speisekarte passte gut ins Konzept.

Das Essen war erstklassig, aber hier muss ich etwas weiter ausholen: Der Mensch als solcher sieht sich ja gerne am oberen Ende der Nahrungskette stehen. Und aus Abenteuerlust aber auch aus Appetit, habe auch ich schon Fleischarten probiert, die manchen Leuten sehr exotisch erscheinen mögen.

Zum Beispiel ass ich Rentier in Lappland. Strauss gehört schon länger zu meinem Lieblingsfleisch. Emu, Krokodil und Känguru esse ich manchmal im Restaurant Outback in Zürich. Taube (am besten als Frikassee) und Kaninchen kommt bei Mama manchmal auf den Tisch.

DSC03462Und im Hunters Castle gab es gestern: Bär!! Genau, es gab den Kollegen, dessen Fell hier auf dem Foto so dekorativ an der Wand hängt. Erst dachte ich, es sei ein Scherz, als Flori sagte es gäbe Bär.

Aber tatsächlich: es gab Bär! Wir bestellten das “Jagd Bankett” für 2 Personen, welches aus verschiedenen Beilagen und aus 100gr Bär, 100gr Wildschwein, 100gr Kaninchen und 2 Wachteln bestand.

Wildschwein kannten wir schon. In Berlin assen wir mal eine Wildschwein-Currywurst mit Süsskartoffelpommes. Sehr lecker und sehr zu empfehlen. Das Fleisch ist etwas herb und hat einen dominanten Geschmack, das ist sicher nicht jedermanns Sache. Kaninchen ist sowieso ein tolles Fleisch, das ich seit meiner Kindheit kenne. Die Wachteln ass ich zum ersten Mal und ganz ehrlich, sie sahen mit ihren kleinen Popos sogar gebraten noch niedlich aus. Und Bärenfleisch schmeckt ähnlich wie Rindfleisch und wir fanden es tatsächlich sehr lecker.

Das schlechte Gewissen isst bei mir allerdings immer mit. Die Tiere, die es in Turda zu essen gibt, leben zwar wild und werden von registrierten Jägern geschossen. Dennoch befinde ich mich immer im Zwiespalt, wenn ich “exotische” Tiere probiere. Was ist akzeptabel und was geht gar nicht? Schwein und Rind sind okay? Hühnchen auch? Wild ist nicht okay? Oder welches Wild darf man essen? Sollte man überhaupt Fleisch essen?

In manchen Ländern stehen Mehrschweinchen, Schlangen und Hunde auf der Speisekarte. Ist das okay? (Da hört bei mir übrigens auch die Abenteuerlust auf!!!)

Es gibt übrigens auch viele andere (und unbedenkliche) Gerichte im Hunters Castle und ein Besuch ist das Restaurant auf jeden Fall wert. So schnell werden wir keinen Bären mehr verspeisen, aber ein aufregendes Erlebnis war dieses Mahl auf jeden Fall 😉

Eure Cindy

 

 

 

 

 

 

Salzmine Turda

Wart ihr schon einmal in einer richtigen Salzmine? Ich noch nicht. Flori und ich machten gestern unseren ersten richtigen Ausflug seit wir in Rumänien wohnen. Wir fuhren zu einem grossen, bekannten Salzbergwerk in Turda, einer kleinen hüschen Stadt ca 30 Autominuten von Cluj-Napoca entfernt.

IMG_4213DSC03432In Turda wurde schon vor mehr als einem Jahrtausend Salz gewonnen, die Salzmine ist jedoch seit 1932 nicht mehr aktiv, weil man Lehm im Salz fand. Andere Salzminen in Rumänien liefern sauberes Salz und daher wurde diese Mine stillgelegt.

Einen grossen Teil des Bergwerks machte man bald den Touristen zugänglich. Die einzelnen Stollen und Breiche wurden nach den Habsburgern benannt und so geht man durch den Eingang hindurch und durchläuft dann die ewig lange Franz-Josef-Galerie bis man zu den Liften kommt, die einen in den riesigen Rudolfstollen weit hinunter in das Bergwerk bringen.

DSC03432DSC03443Im Rudolfstollen selbst ist alles sehr touristisch. Es gibt Minigolf, Bowling, ein Riesenrad, ein Amphitheater, in dem Konzerte stattfinden und auf dem hübschen Salzsee im Berginneren kann man Paddelboote mieten.

Tourismus hin oder her, es ist toll dort unten zu sein und wir haben unseren Besuch in der Mine sehr genossen. Manchmal machten mir die grossen Höhen zu schaffen und es hat ein wenig gedauert, bis ich mich daran gewöhnte, unter der Erde zu sein, aber nach einer Weile ging es.

DSC03449DSC03447Richtig schön sind die Minenwände, aus denen zum Teil das Salz heraustropft und -quillt. Die Maserungen der Decken und Wände sind wunderschön und erinnern an grau-weisse Marmorkuchen. Man möchte ständig seine Hand ausstrecken und alles anfassen und erfühlen.

Dort unten ist übrigens gar nicht mal so kalt. Es herrschen rund ums Jahr ca. 10 Grad. Allerdings wird empfohlen, sich nicht länger als 1.5 Std im Stollen aufzuhalten. Diese Zeit vergeht dann auch recht schnell. Es gibt ja doch einiges zu tun 🙂

Eure Cindy

 

 

Dritter Advent

Joachim Ringelnatz

Weihnachten

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit,
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
Schöne Blumen der Vergangenheit.
 
Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
Und das alte Lied von Gott und Christ
Bebt durch Seelen und verkündet leise,
Dass die kleinste Welt die grösste ist.

Eure Cindy

Weihnachtliche Gefahrenquellen

Dass ein Katzenleben gefährlich ist, muss ich meinen regelmässigen Bloglesern wohl nicht sagen. Ein gebrochenes Pfötchen, dicke Bienenstiche und diverse Plastikteile, die ich erst mit dem Mund aufnahm und die Mama dann entweder hinten wieder rauszog oder später vom Parkett aufwischen durfte, sind nur einige Beweise dafür, was so alles passieren kann.

Gestern lass ich einen Artikel über weihnachtliche Gefahrenquellen für Katzen. Ich war ganz erschrocken, denn einige von denen sind hier im Haushalt sehr präsent oder aus eigener Erfahrung sehr bekannt. Da hätten wir:

20141213_1538051) Der Weihnachtsstern: Kauft Mutti jedes Jahr, soll aber für Katzen hochgradig giftig sein. Will die mich umbringen??? Sie weiss doch, dass ich jede, wirklich jede!! Blume im Haus anknabbere. Blumensträusse sind hier in Cluj übrigens sehr erschwinglich und Mama und Papa kaufen ständig irgendein Exemplar für den Esstisch. Nachts ist die beste Zeit, um ungesehen vom Grünzeug zu futtern. Der Strauss sieht dann am Morgen dämlich aus, aber was soll’s. Es schmeckt! Ich bin natürlich viel zu schlau, um am Weihnachtsstern zu nagen. Da geh ich nicht ran! Mama stellt ihn auch da hin, wo ich eh nicht klettern gehe. So sind alle glücklich, sie mit ihrem dusseligen Gewächs, und ich, weil ich noch lebe!

2) Der Baumschmuck: Geht hier jedes Jahr was von zu Bruch. Manches schmeisst Mama beim Schmücken selbst runter, anderes hole ich nachträglich persönlich vom Baum. Wenn’s dann klirrt, herrscht Panik. Mama und Papa wittern Gefahr! Einer rennt zum Baum, hebt mich hoch, hält mich im Klammergriff, der andere eilt zur Küche und holt Handfeger und Schaufel. Und erst wenn alles weg ist, woran ich mich vielleicht schneiden könnte, darf ich wieder frei umherlaufen. Schnittwunden am Pfötchen sind nämlich wirklich unschön. Hatte ich Gott sei Dank noch nicht. Als ich mal Mamas schwarze Weingläser im Flug durch die Wohnstube kaputt machte, wäre es fast passiert, aber eben nur fast!!!

3) Lametta und Kräuselband: Fress ich total gerne!!! Kam bisher auch hinten immer wieder vollständig raus. Leider flutschte allerdings nicht immer alles auf einmal raus. Und so sah man Mama schon mehr als einmal Abhilfe leisten. Das heisst, sie zog vorsichtig dran, bis alles draussen war oder bis mein Mauzen ihr Angst macht. Alternativ wurden immer mal wieder die Enden, die aus meinem Gesäss hingen, mit der Schere gekürzt. Sieht weder schön aus, noch riecht es nach Orchideen, aber ich werde weiterhin diverses Band verschlucken. Macht nämlich Spass! Lametta und Kräuselband sind halt sehr gefährlich für Katzen, denn sie können innere Schnittwunden verursachen oder den Magen und Darm verstopfen. Daher hat unser Weihnachtsbaum kein Lametta mehr (oder nur noch ein bisschen am oberen Teil des Baums) und Geschenke mit Kräuselband werden extra gut versteckt.

4) Harz und Nadeln: Werde ich dieses Jahr mal kennen lernen. Harz verklebt das Fell. Davon hab ich ja genug, vom Fell meine ich. Ich sehe Mama jetzt schon wild mit der Schere rumfuchteln. Und Nadeln tun ordentlich weh, sind daher auch kein geeignetes Katzenspielzeug. Dieses Jahr stellen die beiden zum ersten Mal einen echten Baum in die Wohnung, keinen künstlichen wie bisher. Mal gucken, was sich damit alles anstellen lässt. Oma und Opa aus der Uckermark haben jedes Jahr einen echten Baum. Ihrem Hund Sammy fällt aber nicht viel mehr ein, als frech aus dem Baumständer das Wasser rauszusaufen. Ich bin da bestimmt kreativer…

Auf eine tierarztfreie Weihnachtszeit! 😉

Miau.. Eure Emily