Archive | October 2014

Erfahrungen mit Sinti & Roma

Meine erste “Sinti & Roma-Erfahrung” hatte ich schon als Kind. Damals zog eine Gruppe Roma durch unsere Dörfer und stahlen meinem Papa seinen schönsten Kaninchenbock direkt aus der Buchte heraus. Das war’s dann mit der Zucht, er wurde wohl zum leckeren Braten über dem offenen Feuer.

Viele Leute fragten uns, ob wir keine Angst vor Übergriffen der Roma hätten, wenn wir in Rumänien wohnen. Eigentlich muss ich sagen, dass das bei uns nie ein grosses Thema war. Passieren kann uns schliesslich überall etwas. Da muss man wohl nicht extra nach Rumänien ziehen.

Nach den Ungarn bilden die Roma die zweitgrösste Minderheitsgruppe hier in Land. Viele von ihnen leben ein soziales, bürgerliches Leben. Andere (die Mehrheit) hausen in grossen Gemeinschaften an den Stadträndern nahe der Mülldeponien und leben vom Betteln, Müll sammeln und illegalen Delikten. Angesehen sind die Roma hier in Rumänien nicht. Man wird schnell einmal etwas schief angeschaut, wenn man sie verteidigt oder ihre soziale Ausgrenzung anprangert.

Das ist für mich auch der Grund allen Übels. Die Roma sind anders und das macht den Leuten Angst. Sie haben eine andere Kultur, sind teilweise Nomaden und leben schon seit Jahrhunderten anders als der Rest der Bevölkerung. Und die Geschichte hat ja nachweislich noch nie viel Gnade im Umgang mit “Andersartigen” gezeigt. Man beschimpfte sie bald als Zigeuner (eine Beleidigung für das Romavolk) und liess sie bei allem einfach “aussen vor”.

Es gab auch in den letzten Jahren in Rumänien immer mal wieder Initiativen von Nationalparteien, die die “Beseitigung der Roma” fordern, da sie Angst haben, die Existenz der Roma werfe ein schlechtes Licht auf ganz Rumänien. Dabei ist das Problem hausgemacht. Keine der Initiativen wurde angenommen.

Neulich hatte ich vor dem Lidl meine erste Erfahrung mit 2 bettelnden Romakindern. Sie fragten penetrant nach Geld, rieben sich die Bäuche und als ich nichts geben wollte, stiessen sie mich an, hauten mir sogar auf den Arm. Betteln kenne ich aus vielen Ländern, die Körperlichkeit dabei allerdings war mir neu. Ein älterer rumänischer Herr hat die beiden Jungs zurechtgewiesen und ich konnte gehen.

Und schon ertappe auch ich mich dabei, wie ich negativ über die Roma denke. Jetzt wo ich mich persönlich bedrängt fühlte. Dann wiederum denke ich, sie müssen doch essen, niemand gibt ihnen Arbeit, rund die Hälfte von ihnen sind Analphabeten und sie leben ungeduldet in der Ausgrenzung. Nicht wenige rumänische Eltern nehmen ihre Kinder sogar aus der Schule heraus, wenn Romakinder in den Klassen sind.

Es gibt immer mehr Hilfs – und andere Organisationen, die sich den Problemen der Romas annehmen und eine Verbesserung der Situation erlangen möchten. Allerdings ist das Misstrauen gegenüber Nicht-Romas gross und die unterschwellige Diskriminierung in allen Bereichen hält an. Einem Roma den Disco- oder Restaurantbesuch zu verweigern, ihm aufgrund seiner Ethnie keine Wohnung zu vermieten oder Kinder den Schulbesuch zu verbieten, steht seit einigen Jahren unter Strafe. In der Realität ist das aber leider immer noch eher der Alltag als die Ausnahme.

Die Auflagen aus Brüssel in Sachen Rechte der Minderheiten wurden vielleicht eingeführt, jedoch nicht wirklich in das Leben des Landes integriert. Ähnliches erleben wohl die Roma in Bulgarien und der Slowakei. Viele Roma zieht es nun in die westlichen Länder, wo sie aber auch nicht erwünscht sind, da es sich bei ihnen mehrheitlich um Armutsflüchtlinge handelt, die für die Wirtschaft uninteressant und für die lokalen Kassen einfach nur teuer sind.

Flori und ich waren neulich in einem Shopping Center, in dem gerade ein Flohmarkt statt fand. Viele Roma boten dort ihre Sachen an und eine Rumänin sagte zu uns, sie begrüsse es, dort Romas zu sehen. Zu sehen, dass sie für ihren Unterhalt selbst aufkommen und nicht betteln gehen. Dort solle man kaufen und die Leute unterstützen. Ein positiver Kommentar zu dieser vertrackten Lage.

Rumänien ist in der EU. In diesem Verbund sollte eigentlich kein Platz für ethnische Diskriminierung sein. Aber Idealismus und Realität haben oft wenig miteinander zu tun.

Eure Cindy

 

Katze auf dem Dach

IMG_3181IMG_3183Wuuuuuahhhhhhh ist das hoch!!!  Na Gott sei Dank bin ich schwindelfrei. Hmm…. da geht’s aber ganz schön tief runter…. und was bellt denn so laut??

Papa machte mit mir mal einen Spaziergang über die schöne Dachterrasse. Ich hab für solche Ausflüge ja mein eigenes Katzengeschirr. Das will Mama so. Sie hat Angst ich falle runter. Wäre ja nicht das erste Mal, sagte sie. Weiss gar nicht, was sie damit meint 😉

Die Terrasse gehört uns ganz allein. Die Nachbarin ist auch grad nebenan auf ihrer eigenen Terrasse und macht an den Pflanzen rum. Man kommt aber nicht zu ihr hin. Die Terrassen sind mit kleinen Bäumchen voneinander getrennt. Ich hab noch etwas Angst vor ihr. Wenn ich sie höre, mach ich mich grundsätzlich erstmal aus dem Staub.

IMG_3187Auf die Brüstung wollte Papa mich nicht lassen, obwohl man von da aus viel besser gucken kann. Was sind die beiden auch immer ängstlich… och guck mal…. ein Vogel… und noch einer….. boh ist das ein Dicker. Wie gerne würde ich dem jetzt hinterher wetzen….

So Leute, mir sind die Pfötchen kalt. Ich geh mal wieder runter in die warme Wohnung. Ihr könnt ja noch ein bisschen Cluj angucken. Die Aussicht ist echt spitze!!

 

Miau… Eure Emily

Ankunft in Cluj

So…wir sind endlich da 🙂

Wir sind nun also keine “Schweizer mehr” sondern zählen seit ca 2 Wochen zu den Siebenbürgen.

491Flori hat uns bei seinen ersten Besuchen hier in Cluj eine traumhaft schöne Wohnung gefunden. Die Möbel sind aufgebaut und alles ist eingerichtet und eingeräumt. Einige Sachen fehlen noch. Festnetz, TV  und Internet zum Beispiel oder unser neues Sofa, welches wir vor 2 Tagen bestellten. Aber alles zu seiner Zeit.

Emily robbt auf dem Rücken über den Küchenboden, der Dame geht es also auch bestens. Von ihrem allerersten Flug hat sie euch sicher schon erzählt 😉

Anmelden müssen wir uns noch!! Die Dame beim Migrationsamt hat uns mit einer neuen Liste an erforderlichen Unterlagen wieder weggeschickt. Die Bürokratie in diesem Land ist schon enorm. Das merkt Flori auch beruflich. Selbst der Umzug dauerte 1 Woche, da der Zoll nur in Bukarest gemacht werden kann. Und was wir alles an Unterlagen brauchten… Dazu kommt, dass generell jeder kleine Zettel einen Stempel vom Notar haben muss, sonst geht gar nichts. Banktermine dauern schnell mal einen halben Tag und keiner kann einen genau sagen, was man wo braucht. Ändert sich auch alles von Woche zu Woche. Jeder Tag hatte bisher eine Überraschung parat. Dennoch läuft es sehr gut für uns. Wir meistern eine Aufgabe nach der anderen und gehen abends zufrieden und voller neuer Eindrücke schlafen.

486Flori meinte gestern, dass er bei allem, was wir so machen, immer entspannter wird. Kleine Probleme und Überraschungen bringen ihn weniger und weniger aus der Ruhe. Denn die Rumänen sind in ihrer grossen Bürokratie auch sehr lösungsorientiert. Sie sagen nicht “geht nicht” und lassen einen dann stehen. Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden und gehen. Daher sollte man vor einem Termin auf keinen Fall denken: hingehen – machen – erledigt. Denn erledigt ist es ganz sicher nicht!! Eine ganz neue Schule des Lebens für uns “zack-zack-Deutsche”. Man bleibt gelassen, auch eine Art Zen-Haltung. Gefällt mir.

Wir haben auch schon etwas die Stadt erkundet. Cluj ist irgendwie osteuropäisch und westlich zugleich. Es gibt grosse Malls, Kinos, Märkte, hübsche Restaurants, an jeder Ecke kann man Blumen und Obst und Gemüse kaufen. In der Innenstadt tummeln sich die vielen Studenten. Armut sieht man natürlich auch und ich habe schon öfters angemerkt, wie behütet wir eigentlich in unserem hübschen Viertel wohnen. Cluj gilt jedoch auch als recht sicher. Es ist nicht gefährlicher hier als in anderen grossen europäischen Städten.

488Unsere Lebensmittel kaufen wir hauptsächlich im Lidl oder im grossen Kaufland in der Innenstadt. Die rumänische Küche ist der ostdeutschen gar nicht soooo unähnlich und ich entdecke sehr oft Nahrungsmittel oder Gerichte im Restaurant, die auch meine Mutter macht.

Im Job geht’s bei Flori auch super voran. Er hat natürlich sehr sehr viel zu tun, aber man erkennt jeden Tag einen Fortschritt. Das Büro wird langsam bezugsfertig und bald beginnen die Interviews mit potentiellen Kandidaten. Zur Zeit arbeitet er von daheim aus. Das freut mich natürlich. So hat er einen sehr kurzen Arbeitsweg (Schlaf- und Arbeitszimmer liegen direkt nebeneinander) und ich hab ihn bei mir 🙂

Wir fühlen uns wohl in unserer neuen Heimat und sind dabei, uns gut einzuleben. In den nächsten Monaten werden wir so viel mehr an neuen Eindrücken und Erfahrungen zu verarbeiten haben. Wir freuen uns drauf…

Eure Cindy

 

 

 

Über den Wolken

…war ich ja noch nie. Aber Mama und Papa wollten ja unbedingt nach Rumänien umziehen und so ging auch eure kleine Emily auf grosse Reise.

IMG_3166Die beiden kauften mir sogar eine neue Reisetasche. Lufthansa / Swiss tauglich versteht sich. Find ich ganz hübsch. Die Windelunterlage hätte sich Mutti aber sparen können. Muss sein, sagte sei. Falls der Emily ein Malheur passiere 🙁

Hm… mit dem Mobility Auto ging es von der Tierpension nach Horgen, dann fuhren wir erste Klasse Zug zum Zürcher Flughafen. Chic ist es da drin, in der 1. Klasse meine ich. Und dort sagen auch nicht alle: “jöööö, guck mal, ein Büsi” 😉

Papa musste beim Einchecken noch für mich zahlen und dann wurde ich von den Sicherheitsleuten samt Tasche durch den Handscanner geschoben. Mama war total fertig mit den Nerven. Die dachte, ich komme am anderen Ende gegrillt wieder raus. Die Sicherheitsdamen benahmen sich auch ganz schön komisch. Jöööö, und oooochh und süüüüssss und dann machte eine auch noch Zuggeräusche, als ich durch den Scanner fuhr 🙂

Und dann flog ich zum allersten Mal im Flugzeug. Ich sass in meiner Tasche direkt vor Mamas Füssen. Wo es mir allerdings viel zu heiss war. Ist ja alles ganz schön spannend aber ich war dann doch bald mächtig müde. In München mussten wir umsteigen. Nochmal 1.5 Std Flugzeit bis Cluj, aber diesmal war es nicht so unerträglich warm im Flieger. Dafür war die eine Stewardess ganz hin und weg von mir. Ich kann euch gar nicht sagen, wie viele Mondgesichter in meine Tasche schauten. Katze im Flieger scheint ein Highlight zu sein.

Nach der Landung fuhren wir mit dem Taxi in die neue Wohnung. Endlich “daheim”! Das war dann so 6 Stunden nach meiner Abreise aus der Tierpension. Im Grossen und Ganzen hab ich die Reise gut überstanden. Ich sagte den ganzen Weg über keinen einzigen Ton, lag in meiner Tasche und beobachtetet alles. Papa war auch recht entspannt. Aber Mama war voll durch den Wind. Die machte sich mal wieder die grössten Sorgen und mich und konnte überhaupt nicht abschalten. Aber jetzt ist ja alles gut….

Miau… Eure Emily

Katzenhumor

Hier mal wieder ein humoristischer Brüller von eurem Lieblingsperser:

“So klein und schon ein Bart?” wird ein Kater auf der Wiese von einer Kuh blöde angemacht. Darauf der Kater: “So groß und immer noch keinen BH???”

Hahahahaha 🙂

Miau… Eure Emily

Von Mensch zu Mensch

Heute möchte ich mal etwas über Ungerechtigkeiten und dem einhergehenden Unmut darüber philosophieren. Ungerechtigkeiten haben wir sicher alle schon mehrfach erlebt, oder?

Im Büro musste ich schon früh lernen damit umzugehen. Da wird einer befördert, obwohl du die ganze Arbeit gemacht hast. Oder manchmal bekomme ich die Gehaltserhöhung und andere, die genauso hat arbeiteten, gehen leer aus. Ungerechtigkeit ist wohl keine Einbahnstrasse. Manchmal geht es für und manchmal gegen einen aus.

thGZ8EQID6Wo Menschen aufeinander treffen, geht es immer wild zu. Alles Zwischenmenschliche wird leider schnell mal zur Baustelle. Richtig schwierig wird es, wenn es im Freundeskreis kracht. Oder sogar in der Familie. In der letzten Zeit häuften sich die Berichte von Leuten in unserem Umfeld, die mit Freunden und Familien sogar brechen mussten, weil ihnen so sehr zugesetzt wurde, dass man entstandene Rissen in Nachhinein nicht mehr kitten konnte.

Warum tut man so etwas? Warum sind Menschen, die sich doch mögen, ungerecht oder respektlos miteinander? Warum kann man nicht offen und mit Würde sagen, was einen gefällt und was nicht? Wieso sprechen Leute von Liebe und knallen einen im nächsten Moment die wildesten Behauptungen an den Kopf? Verwechseln diese Leute Liebe mit Besitzdenken? Und wieso darf jeder über jeden urteilen, ohne richtige Fakten in der Hand zu halten?

Wir finden sicher alle die eine oder andere Situation, wo genau diese Fragen aufkamen. Manchmal waren wir Täter und manchmal Opfer. Manche haben dazu gelernt, manche lernen es leider nie.

Beruflich und privat hatte auch ich schon Begegnungen mit sehr emotionalen Persönlichkeiten. Da wird im Affekt schnell etwas gesagt (oder gebrüllt), etwas was vielleicht auch ungerecht, herablassend und respektlos ist. Dann ist der Schaden da… und jetzt? Dann sagen einige Wortführer “Na, ich bin halt so – ich kann nicht aus meiner Haut heraus” und alles ist wieder gut? Ich denke nicht, dass das so funktioniert. Aber leider ist auch die Fähigkeit, sich für seine Taten zu entschuldigen, für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit.

Jeder macht Fehler. Jeder sagt einmal etwas falsches. Jeder wurde aber auch schon einmal falsch verstanden. Ich finde es immer gut, wenn mir Leute sagen, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Nur so kann ich reflektieren und mich entschuldigen oder mich ggf. erklären. Im Umkehrschluss sage ich ja auch, wenn ich etwas als falsch oder ungerecht empfinde.

Man sollte  jedoch eine gewisse Sachlichkeit dabei wahren. Brüllen schafft immer Irritationen beim Gegenüber. Schreien habe ich mir daher schon früh in meiner Teenagerzeit abgewöhnt. “Wer schreit hat Recht” hat leider keine Gültigkeit. Es bringt ja auch nichts. Im Gegenteil. Der eine schreit – der andere macht zu. Das ist ein ganz normaler psychologischer Vorgang.

Ungerechtigkeiten, wie eine unfaire Behandlung oder unwahre Behauptungen hinterlassen beim anderen schnell mal Wut. Ich versuche deshalb oft, ruhig und sachlich zu bleiben. Das kann Kraft kosten. Als Lebenscoach ist es eine wichtige Eigenschaft, die Dinge distanzierter zu sehen. Es ist wichtig, sich nicht von anderer Leute Emotionen auffressen zu lassen. Genauso wichtig ist es, dass man seine Balance behält und dass man bei sich bleibt.

Es hat viel mit Grösse zu tun, im Streit den ersten Schritt zu machen und ehrlich, offen und ruhig mit dem anderen nach einer Lösung zu suchen. Wenn diese Grösse aber oft nur von einer Seite ausgeht, dann entsteht langfristig ein Ungleichgewicht. Auch das kann als eine Art Ungerechtigkeit empfunden werden.

Flori und ich sind uns Gott sei Dank auch hier im positiven Sinne wunderbar ähnlich. Wir können so schön und angenehm über alles mögliche reden. Ohne Beleidigungen, Vorwürfe oder Ungerechtigkeiten. Ich denke, das macht (u.a.) unsere gute Ehe aus  🙂

Darum, wenn ihr nicht so recht wisst, was los ist, stellt Fragen, hört gut zu, stellt keine Behauptungen auf, denn die sind viel zu oft sehr weit von der Wahrheit entfernt. Und vor allem seid respektvoll. Was einmal kaputt ist, lässt nämlich oft nur schwer vollständig wieder reparieren!

Streitigkeiten lassen sich mit einfachen Regeln aus der Welt räumen. Auch wenn es viel Mühe kostet. Aber es müssen beide Seiten nach diesen Regeln spielen. Es könnte so einfach sein. Doch wenn es das wäre, würden nicht so viele Menschen mit Kollegen, Freunden oder Familien brechen. Manchmal lohnt sich die harte Arbeit aber manchmal ist der Schlussstrich tatsächlich die bessere Wahl, denke ich.

Ich habe einmal gelesen: “gesagte Worte sind für immer und ewig gesagte Worte. Man kann sie nicht zurückholen und man kann sie nicht ungeschehen machen.” Das ist bestimmt für uns alle eine wichtig Botschaft, oder? 😉

Eure Cindy

 

Willkommen in der Casa Sookie

003012Wenn’s unseren Lieben gut geht, geht’s uns auch gut!! Und Andrea und der kleinen Sookie geht’s grad super gut. Sie strahlen momentan über alle möglichen Backen 🙂

Sie sind nämlich im September ins eigene Heim gezogen. Sie bewohnen nun eine brandneue Eigentumswohnung hier in Horgen. Eigentlich sind wir jetzt fast Nachbarn, denn sie wohnen nur eine Strasse von uns entfernt. Vor 2 Tagen durfte ich mal gucken gehen und die neue Bleibe bestaunen 😉

006Schön habt ihr’s! Andrea hat so schöne helle Farben verwendet. Eine pink-lila Wand als Highlight und die hellblaue Küche…. echt cool!! Das traut sich nicht jeder. Und zusammen mit dem wunderschönen silbrig-grauen Boden sehen die Wohnräume aus wie in einem edlen Wohndesign Katalog. In den Nebenräumen hat sie abwechselnd hellblaue und mattpinke Fliesen gewählt. Das sieht so fröhlich und freundlich aus… macht echt Laune.

010007Ich bin total begeistert. Die Bauherren hatten bei der Farbwahl so ihre Zweifel, aber nun kommen sie immer mal wieder zu Besuch, um anderen Kunden das gelungene Design vorzuführen. Sie mussten wohl ihren Irrtum zähneknirschend hinnehmen 🙂

Andrea liebt auch ihr kleines Nähatelier, das sie sich in einem der Räume eingerichtet hat. Ob Sookie ihre neue eigene Badewanne auch so gerne mag?? Hmmm…

Der neue gebogene Fernseher käme bei Flori sicher total gut an. Von dem coolen begehbaren Kleiderschrank erzähle ich aber lieber nichts…. gibt Frauen (einschliesslich mich), die von so etwas träumen 😉

Also, nochmals Glückwunsch zum neuen Heim!! Das habt ihr ganz toll gemacht…

Eure Cindy

 

 

 

 

 

 

Happy 3. Oktober

004aAlles Gute zum Tag der deutschen Einheit!!

Wir haben auf unsere Ost-West-Verbindung natürlich wieder angestossen. Und schaut mal, ein paar hübsche Blumen in meiner Lieblingsfarbe bekam ich auch. “Begrüssungsblumen” hat Flori sie genannt 🙂

Eure Cindy

Flori aus der Flasche

001a…. und lieblich ist er, der Dornfelder Florian. Fast so lieblich, wie der andere Florian, den wir alle kennen 🙂

Allerdings ist dieser Florian aus der Flasche kein Franke, sondern ein Rheinhesse.

Dafür, dass man ihn für rund 4 Eur im Rossmann kaufen kann, ist er richtig lecker. Sehr fruchtig und leicht zu geniessen. Wer hätte das gedacht! Ich kaufte die Flasche eher als Gag. Als Schmuckstück für unser Weinregal 😉

Aber die Dornfelder Rebe (benannt nach Immanuel Dornfeld) liefert einige Qualitätsweine, die sogar schon Auszeichnungen gewannen. Das lässt erahnen, dass diese Rebe ihren Ruf, ein sehr einfacher Rotwein zu sein, vielleicht zu unrecht hat.

Slàinte!

Eure Cindy

 

Gedenkstätte Dachau

Vor ein paar Wochen war ich mit Flori im ehemaligen Konzentrationslager Dachau. Für mich war es, nachdem ich vor vielen Jahren mit Beat und Beatrice schon einmal dort war, der 2. Besuch in Dachau. Flori betrat zum ersten Mal eine KZ-Gedenkstätte.

001Ich erinnere mich, dass mich die erste Besichtigung damals ganz schön mitgenommen hatte. Beim Gang durch das “Brausebad” (Gaskammer) hatte ich mich fast übergeben. Entsprechend mulmig war mein Gefühl auf der Fahrt dorthin.

Das KZ wurde schon im Jahr 1933, kurz nach der Ernennung von Hitler zum Reichskanzler, errichtet. Es galt zuerst als Lager für politische Gefangene und als Talent- bzw. Gewaltschmiede der SS Truppen. Eine SS Ausbildung in Dachau war ein Privileg. Das ganze Gelände erwies sich dann wohl als so gut durchdacht und effizient, dass es für viele späteren KZs als Modell diente. Alle samt Orte unvorstellbarer Grausamkeiten!

003008013Am Eingangstor sieht man dieses höhnische “Arbeit macht frei” Logo. In den 12 Jahren bis Kriegsende waren 200 000 Menschen hier gefangen. Erst nur Männer, ab 1944 dann aber auch Frauen. Insgesamt 41 500 Menschen wurden ermordet. Viele andere starben, nachdem sie in andere Vernichtungslager verlegt wurden.

Das Gelände, das es heute noch gibt, ist riesig, aber es ist nur ein Bruchteil der Fläche, die eigentlich zum Lager gehörte. Die vielen riesigen Aussenlager gehören nun zum Stadtleben. Dort stehen Wohnhäuser, Autohäuser und Restaurants…

014In den ehemaligen SS Gebäuden befindet sich ein Museum. In mehreren Räumen kann man die Geschichte des Lagers und unzählige Einzelschicksale entdecken, wobei viele der Stories und Bilder die Besucher fassungslos zurücklassen. Flori und ich haben uns schon so viel mit dieser Zeit beschäftigt und viele Details gelesen, gehört und gesehen. Es ist aber tatsächlich etwas anderes, dort vor Ort zu stehen; die Gaskammer, die Öfen, die Barracken und die Räume zu sehen, wo zehntausende Menschen gedemütigt und getötet wurden.

Flori und ich interessieren uns sehr für Geschichte. Ich mag besonders alles royale, aber wie Flori, befasse ich mich viel mit der Zeit der beiden Weltkriege. Erst gestern schauten wir auf RBB eine spannende Reportage über Margaret Woelk an, die von 1941 bis 44 in der Wolfschanze zur Arbeit als Vorkosterin gezwungen wurde. Man stelle sich nur einmal das Gefühl vor, nicht zu wissen, ob der Bissen, den man gerade im Mund hat, evtl. der letzte war. Es war ja bekannt, dass der englische Geheimdienst mehrfach plante, Hitler zu vergiften. Die Frau ist heute fast 100 und hat uns mit ihrer ganzen Lebensgeschichte sehr berührt.

Eure Cindy