Archive | August 2014

Über den Dächern von Luzern

Heute gibt es von mir einen sehr exklusiven Restauranttipp. Das Montana in Luzern!

008001Ganz ehrlich, chic und vornehm gehen Flori und ich ab und an ja gerne mal essen. Meistens an Feiertagen oder wenn es einen besonderen Anlass gibt. Aber das 5 Sterne Hotel mit seinem edlen Restaurant legte für uns da nochmal ne Schippe drauf.

Floris Firma hatte uns zu unserer Hochzeit im Juli einen Gutschein geschenkt. Wir hätten damit übernachten können. Oder auch Wellness machen. Aber Schleckermäulchen, die wie sind, assen wir dort mit unserer Schweizer Mutti Edith am Samstag zu Mittag.

Das erste, was auffällt, ist die geniale Sicht über den Vierwaldstätter See. Das Wetter war zwar nicht so dolle, wie so oft in diesem Sommer, aber die Aussicht machte trotzdem was her.

Und dann wurde geschlemmt, Schampus-Wodka-Saft Aperitif, Lachs, Lamm, Tartar, Melone und Schinken, haufenweise Pfifferlinge (mein Lieblingspilz) und zur Krönung eine Flasche Rioja für stolze 125 CHF. Man gönnt sich ja sonst nüscht 😉

004Unsere Idee war, einmal im Leben so einen edlen und teuren Wein zu probieren. Wir trinken oft Wein, aber meistens kostet der nicht mehr als 30 CHF die Flasche. Danach setzt bei uns der Geiz ein!!!Aber der Gutschein der Firma kam für unser Experiment gerade recht. Und ich finde, man merkt tatsächlich einen Unterschied. Nicht besser oder schlechter, aber intensiver. Der Wein hatte intensivere Aromen, die man tatsächlich mit Adjektiven beschreiben könnte. Das fällt bei normalen Supermarktweinen, die auch sehr lecker sein können, schon schwerer. Dieser Rioja schmeckte uns gut, obwohl er nun sicher nicht mein neuer Lieblingswein sein wird, aber das Probieren hat mir grossen Spass gemacht.

Das ganze Montana-Erlebnis war ganz prima. Zum Nachtisch gab’s Torte und Kaffee und danach huschten wir vollgegessen, etwas schwerfällig und glücklich über den teuren Teppich zurück in den Lift, der uns die 6 Stockwerke nach unten direkt in die Innenstadt brachte.

Das Montana bekommt auch von uns ganz viele Sterne. Ein wirklich leckerer Gourmet-Tempel, der den Gästen da zur Verfügung gestellt wurde. 80CHF sind vom Gutschein noch übrig. Damit treffen wir uns bald schon wieder mit Edith in Luzern und veranstalten eine schöne Kaffeetafel…

Eure Cindy

 

Luncheon

007006Wenn man bei Verena und Pedro zu Gast ist, lernt man immer was Neues. Letztes Mal lernte ich was “Gschwellti” sind. Das sind Pellkartoffeln. In der Uckermark nennt man sie Pellnudeln!

Das Wort dieses Luncheons war “Chlöpfmoscht”… sagte mir gar nicht. Meine Neugier hat es mich aber bei Pedro ‘bestellen’ lassen. Und dazu noch einen Weisswein. N bisschen Alkohol geht ja immer. Auch zum Freitagslunch 🙂

Nun bestand Pedros Variante des Chlöpfmoschts hauptsächlich aus Prosecco; und ein wenig Holundersirup. Danach noch der Weisswein – das alles in der Sonne – und so hatte ich schon vor dem Essen einen Sitzen. Aber, Leute, der Prosecco-Sirup-Mix war sowas von lecker. Mmmmhhhh…. das trinke ich jetzt öfter mal.

004005Auch sonst hatten Edith und ich bei Verena und Pedro eine tolle Zeit. Sie besitzen ein richtig hübsches, Haus aus dem 18 Jahrhundert. Mich beeindrucken so alte und gut gepflegte Häuser. Auch der Garten davor hat was sehr idyllisches.

Verena baut eigenes Gemüse und Kräuter an. Und wenn die Schnecken nicht über Nacht alles wegfuttern, bedient sie sich beim Kochen direkt bei der Natur.

Toller Garten, tolles Essen, nette Leute und wunderbare Gespräche. Zufrieden, satt, entspannt und ein wenig angeschwipst, war ich am Abend wieder daheim. Hmm… erstmal aufs Sofa legen und ein bisschen dösen…

Vielen Dank für den wunderbaren Nachmittag!

Eure Cindy

 

 

 

 

 

 

Die Camper

016Letztes Wochenende gingen Flori und ich unter die Camper. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals in einem Zelt geschlafen zu haben. Flori allerdings entstammt einer Hardcor-Camper-Familie. Er verbrachte als Kind viele Wochenenden und Reisen im Wohnwagen und der Mann kennt sich aus 🙂

Peter und Irma besitzen einen Wohnwagen, der noch immer sehr gut genutzt wird und den ich bisher noch nicht sah. Deshalb schlug ich vor, gemeinsam mit ihnen ein Wochenende im Märchendorf im Weissenbrunn zu verbringen, wo die Eltern einen festen Standplatz haben und seit Jahren Mitglieder im Camping Verein sind.

Hm… Zelt aufbauen. Hab ich auch nicht gemacht… Naja… mal Flori machen lassen. Dauerte dann auch keine 10 Minuten und das Bett war gemacht.

013015Apropos Bett – die erste Nacht war von vielen Wachphasen geprägt, denn der Doppel-Luftmatratze fehlte… Luft. Ging nicht anders, aber doof wenn man da zu zweit drauf liegt und sich der eine bewegt. Der hüpft der andere automatisch mit.

Die zweite Nacht war auch nicht viel schlafreicher. Zwar hatten wir das Bett-Problem gelöst, aber eine laute Party und Regentropfen auf dem Zeltdach sorgten für eine ordentliche Geräuschkulisse.

Ansonsten hatten wir’s aber schön. Der Campingplatz macht wirklich was her. Sie haben sogar dort sogar ein hübsches (und recht kaltes) Naturbad gleich nebenan. Und der Wohnwagen ist sehr gemütlich und mit allem, was man so braucht, ausgestattet.

Unternommen haben wir auch einiges. Am Freitag kam Florians Schwester Simone mit den 3 Kindern vorbei und verbrachte mit uns den Nachmittag. Am Samstag wanderten wir durch den Wald und an der Fledermaushöhle vorbei nach Kucha, wo wir lecker zu Mittag assen. Der Abend verlief dann doch anders als geplant. Es zogen nämlich ordentliche Unwetter übers Land und so verbrachten wir die Zeit im Vorzelt vom Wohnwagen, assen zu Abend und tranken Wein. Das war sehr gemütlich und sieht man mal vom Besuch 2er achtbeinigen Tierchen ab – die mussten aber sofort das Zelt verlassen, waren nämlich nicht erwünscht!!! – war’s sehr entspannend.

Am Sonntag fuhren wir reichlich übermüdet aber doch relaxed über Unterschleissheim, wo wir Bea und Beat noch kurz Grüezi sagten, in die Schweiz zurück.

Campen ist für mich definitiv ein kleines Abenteuer. Flori und ich fahren sicher wieder einmal dorthin. Aber dann bitte ohne Schlafdefizit 😉

Eure Cindy

 

 

Die Kragenkatze

kragenkatze… so hat Papa dieses Portrait von mir genannt – Die Kragenkatze. Na da hat doch was Edles, oder? Ich wollte es euch auch auf keinen Fall vorenthalten 🙂

Meine Laune hält sich dieser Tage allerdings in Grenzen. Ich sehe haufenweise Koffer, Umzugskartons, es wird alles von links nach rechts geräumt, sortiert, verschenkt, verkauft, entsorgt oder gepackt. Und zu allem Überfluss latschen ständig Fremde Zweibeiner durch mein zu Hause, die irgendwelche Angebote machen oder sogar hier wohnen wollen!!! Was soll denn das????

Gefällt mir gar nicht. Ich guck dann immer total kritisch. Mama nimmt mich oft auf den Arm, kuschelt mich ganz fest und sagt, ohne mich gingen Mama und Papa sowieso nirgends hin. Na dann is’ ja gut!

Am Samstag muss ich zum Piekser. Tollwutimpfung!!! Die brauche ich für den Umzug, meinte er. Einen neuen Pass bekomme ich auch, da ich nach der Hochzeit, genau wie Mama, Papas Nachnamen bekommen habe. Hm… hat mich auch keiner gefragt, ob ich das will… aber ich werde mich daran gewöhnen müssen. Ich bin jetzt also auch eine “geborene soundso…” 😉

Neulich war ich für ein langes Wochenende in der Tierpension. Und nächste Woche muss ich nochmal für 5 Tage hin, während die beiden Oma und Opa in der Uckermark besuchen. Im Sommer ist in der Tierpension sehr viel los. Da muss ich schon mal die Krallen rausholen und besonders doof gucken, um meine Lieblingsplätze zu erhaschen. Grimmig gucken kann ich eh richtig gut 🙂

Ansonsten gibt’s grad nix Neues. Sind alle gesund und munter und auf dem Balkon wimmelt es von leckeren Insekten.

Miau… Eure Emily

 

 

Unser neues Abenteuer

umzugSeit 12 Jahren lebe ich nun im Ausland. Direkt nach meiner Ausbildung zog es mich für ein paar Jahre nach Irland, dann lebte ich für eine ganze Weile in Schottland und seit 2007 verweile  ich nun schon in der schönen Schweiz. Herumreisen und -ziehen ist wirklich mein Ding. Immer wieder mal was Neues – ich liebe das sehr! Und ich gehe solche Abenteuer recht furchtlos an. Tasche gepackt und dann werden Länder wie Kenia und Russland auch schon mal auf eigener Faust erkundet. Meine Eltern haben sich Gott sei Dank inzwischen daran gewöhnt und haben keine schlaflosen Nächte mehr, wenn mich mal wieder das Reise- oder Umzugsfieber packt.

Ich bin nie davon ausgegangen, für immer in der Schweiz zu leben, aber als ich Flori kennen lernte, mit ihm zusammenzog und mich letztendlich dafür entschied, meinen Job zu kündigen und der Selbstständigkeit nachzugehen, fühlte ich mich eigentlich recht “niedergelassen”.

Am allersten Tag meiner Selbstständigkeit, ich bastelte gerade an den Zeitungsanzeigen und -Inseraten, da meinte Flori plötzlich: “Wollen wir für 2 bis 3 Jahre nach Rumänien ziehen?” Seine Firma wolle dort eine Niederlassung aufbauen und nun sei die Zeit, sich dafür zu bewerben. Ich fragte ihn, ob er das gerne machen würde und er meinte: “Ja, sehr gerne.” Das sei eine grosse Chance für ihn. Da sagte ich: “Ok, machen wir das und bewerben uns gleich!!”

Das war die Entscheidungsfindung 🙂 Kurz und schmerzlos. Aber trotzdem total aufregend. Meine Selbstständigkeit (bis auf die Tierkommunikation) liegt nun also erstmal auf Eis. Ich habe einige Dinge rückgängig gemacht und plane seit Anfang Juni den Umzug, unsere Hochzeit (die im Juli statt fand), meine Namensänderungen bei allen Behörden, Emilys Umzug, Wohnungsauflösung etc. etc. etc.

clujEs gibt noch viel zu tun, aber unser Vorhaben nimmt immer konkretere Formen an. Mitte Oktober ziehen wir also nach Cluj (Klausenburg) in Siebenbürgen.

Wir freuen uns schon sehr. Da können uns auch einige etwas negative Kommentare aus dem Umfeld nix anhaben. Die Hitliste der Entgeisterung ist lang, aber die Highlights sind sicher: “Könnt ihr das nicht ablehnen?”, “Oh Gott…”, “Das könnt ihr doch nicht machen.”, “Da ist doch Krieg!.”

Hahahaha – Sie meinen es ja nur gut und machen sich Sorgen, wir stürzen uns dann aber doch lieber erst einmal ins Abenteuer und gucken selbst, wie es uns gefällt und ob wir Erfolg haben werden. Und um fair zu sein, der Zuspruch einiger anderen Leute ist enorm gross. Viele redeten sofort von möglichen Besuchen, von der schönen Natur in Rumänien, der tollen Klöster, der deutschen Historie in Siebenbürgen und des leckeren (kalorienreichen) Essens.

Für Flori ist der Kulturschock sicher etwas grösser, ich allerdings bin in der DDR geboren und je mehr Informationen ich erhalte und recherchiere, desto mehr erinnert mich unser neues zu Hause an meine Kindheit. 🙂

Die Sprache wollen wir natürlich auch erlernen. Flori wird beruflich sehr beschäftigt sein und auch ich habe mir schon eine Liste mit allerhand möglichen Projekten gemacht. Mal schauen, was ich davon umsetzen kann. Langweilig wird’s auch für mich ganz sicher nicht werden. Im Gegenteil, ich kann meine Zeit dort so gestalten, wie ich das möchte. Ein wahrer Luxus ist das, den ich wirklich sehr, sehr zu schätzen weiss.

Ja, das sind also unsere News. Ich blogge bald mehr über unser neues Daheim. Spätestens im Herbst, wenn wir unsere neue Bleibe bezogen haben 🙂

Eure Cindy