Archive | February 2014

Das Katzengespenst

003Endlich Wochenende. Wochenenden sind aber nur cool, weil Mama und Papa nicht zur Arbeit müssen und viel Zeit mit mir verbringen. Doof finde ich, dass die immer so lange pennen. Pünktlich um 7 Uhr, nach meinem morgendlichen Toilettengang, gehe ich zum ersten Mal gucken, ob aus dem ehelichen Bett noch Schnarchgeräusche kommen. Ich mauze dann einmal ganz laut und wenn die nicht reagieren, gehe ich wieder. Diese Prozedere wiederhole fortan im 10-Minuten-Takt, bis sich jemand (Mama) aus dem Bett pellt und Kaffee macht.

Heute früh fand sich Papa mal wieder sooooo witzig. Auf dem Weg zur Dusche hat er mir sein schwitziges T-shirt übergeworfen. Hahaha, der hat gedacht, ich schüttle es gleich wieder ab. Aber ich fand’s super.

Emily, das Schreckgespenst!!!! 🙂

Ich spukte in meinem Kleid durch die ganze Wohnung. In Mamas Zimmer, ins Schlafzimmer, im Sauseschritt durch den Flur und dann…. ups….ich glaub die Blase drückt schon wieder…. mal lieber schnell machen… nicht, dass was aufs Parkett geht…

001Hmmm….. das T-shirt stört etwas. Aber ach was….ich lass einfach laufen…wird schon gehen…passt schoa!

 

Hahahahaha. Na, ob der Papa immer noch lacht??? 😉

 

Miau…Eure Emily

 

 

 

 

Die Stadt der Liebe – Nicht für jeden!

In Paris war leider nicht alles schön. Am Sonntag sind wir nichtsahnend in eine Demonstration geraten. Die Franzosen demonstrieren und streiken bekanntermassen ja sehr, sehr gerne. Für mehr Geld, reduziertes Rentenalter, weniger wöchentlicher Arbeitszeit, mehr Urlaub, gegen die Sinti und Roma etc etc etc. Das ist auch ihr gutes Recht. Wir leben schliesslich in demokratischen Ländern, wo jeder seine Meinung frei äussern darf.

039Wir liefen also auf unserem Weg zum Invalidendom auf diese riesige Menschenmenge zu. Tausende von Menschen mit allerhand Fahnen und Banner. Überall standen Polizisten mit scharfen Waffen. Helikopter kreisten über unseren Köpfen. Leute schrien in Megaphone. Aber mehr als “Hollande” konnten wir nicht verstehen.

Erst kapierten wir gar nicht, wogegen hier demonstiert wird. Wir standen mitten drin im Mob, als wir hörten, wie ein Demonstrant anderen überraschten Touristen erklärte, dass das eine Demo “Gegen die Legalisierung der Homo-Ehe” sei! Später fand ich heraus, dass auch die Legalisierung der Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare scharf angegangen wird und den Hass der Bevölkerung schürt.

Es war auch nicht die erste Demo. Seit Monaten wird dagegen demonstriert. Manchmal gab es sogar böse Ausschreitungen und Verletzte. An diesem Sonntag schien es aber ruhig geblieben zu sein.

Du meine Güte. Ich hätte vor Wut brechen können. Lange Strassen voller Menschenmassen – Alte, Junge, Familien, Kinder, Teenager, Paare, sogar eine Nonne – liefen durch Paris auf das Regierungsgebäude zu, um anderen Menschen, die vielleicht nicht in ihr kleines, intolerantes Lebensbild passen, die Ehe und am besten auch noch gleich die Liebe zu verbieten.

037Paris die Stadt der Liebe? Nicht für Schwule und Lesben. Das ginge doch nun wirklich zu weit, denkt sich der “gemeine” Pariser, greift sich eine Fahne und geht mal demonstrieren.

Ich hatte immer ein anderes Bild von Paris und seinen Bewohnern. Elegant, modern und auch ein wenig lasziv; so hätte ich sie beschrieben. Grosse Mode Labels, berühmte Künstler. Und nicht ohne Grund kommt die Idee der Revueshows von dort. Moulin Rouge, Lido – nackig sein hat Stil.

Nun ist mein Pariser Weltbild recht erschüttert. Ich hoffe, dass moderne Sichtweisen und Gesetze die Oberhand in Frankreich und auch in anderen Ländern gewinnen und dass homosexuelle Paare heiraten und Kinder adoptieren dürfen wie jeder heterosexuelle Mensch auch. Wir leben in einer aufgeklärten Welt. Das sollten auch die Demonstranten verstehen, und andere Menschen so akzeptieren, wie sie sind. Sie müssen es ja nicht für gut heissen, aber “leben und leben lassen”, das muss doch nun wirklich möglich sein.

Peinlich, peinlich!

Den Invalidendom wir haben übrigens nicht mehr gesehen. Wir suchten uns ein hübsches Kaffee und stiessen mit Bier und Schampus auf uns an. Auf das uns niemand vorschreibt, wie wir zu leben und zu lieben haben!

Eure Cindy

 

Bin wieder da!

FotoDie letzten 6 Tage verbrachte ich mal wieder in der Tierpension. Mama und Papa und trieben sich in der Weltgeschichte rum, also durfte auch ich “Urlaub machen”. Wie gerne ich doch dort bleibe!!!

Gestern Abend also holte Papa mich ab. Der muss nicht denken, dass ich freudestrahlend auf ihn zugerannt komme. Mit Mühe musste er mich aus meiner Schlafhöhle pellen. Sein Anzug war hinterher voller Katzenhaare. Hahaha – Mama hat das aber später geregelt. Die rennt sowieso fast jeden Morgen mit der Fusselrolle hinter ihm her und macht ihn für das äussere Leben präsentabel 🙂

Jetzt brauch ich wieder ein paar Tage, bis ich mich von meinem Ausflug erholt habe. Ich häng mich mal in meine Erdbeere und döse etwas….

Übrigens steht in Mamas Zimmer schon wieder ein Koffer. Menno, ist mir vielleicht die Muffe gegangen, als ich den gesehen habe. Stellt euch das mal vor, ich komme gerade nach Hause, schleiche nichts ahnend durch die Wohnung und sehe, wie der nächste Koffer gepackt wird. Ist aber alles gut, naja.. fasst. Hab gehört, dass Mama für ein paar Tage beruflich nach Prag muss. Dann ist ja wenigstens Papa da und kümmert sich um mich.

Hahahaha – noch was Komisches. In der Küche hängt eine Aufgabenliste, die Papa erledigen muss, wenn sie nicht da ist. Für jede Aufgabe und jeden Tag hat sie kleine Boxen gemalt, die er Abhaken muss, wenn’s gemacht ist. Hahaha… Mama führt ein strenges Regiment 🙂

Gute Nacht allerseits!

Miau…Eure Emily

 

Paris im Februar

017Neulich waren Flori und ich mal wieder unterwegs. Mit dem TGV ging es für ein verlängertes Wochenende nach Paris. Es gibt doch nichts Schöneres, als sich mit einem Kurztrip eine kleine Auszeit vom Alltag zu gönnen.

Flori war schon mal dort, für mich war es die erste Reise in die Stadt der Liebe. Und schön war’s. Unser Hotel befand sich direkt am Gare de Lyon, wo wir ankamen. Drei Sterne in Pariser Hotels sind allerdings wohl eher wie 1.5 Sterne in Deutschland. Hah, man lernt doch nie aus. Dennoch waren wir mit unserer Unterkunft zufrieden.

Wir machten das, was andere Touris auch machen. Viel laufen, viel anschauen und Crêpes mit Nutella und Banane essen.

018Die Kirche von Notre Dame hat uns sehr, sehr gut gefallen. Obwohl Februar nun wirklich nicht zur Hauptreisezeit gehört, war dort erstaunlich viel los. Ich kann nur erahnen wie überlaufen der ganze Ort im Sommer ist.

Wir zündeten eine Kerze an und weiter ging’s. Paris hat so viel zu entdecken. Tausend kleine Gassen mit hübschen Cafés, Boutiquen und überall kann man kleine Teilchen kaufen. Paris ist Bäckerstadt. Erstaunlich schlank sind die Pariser, wenn man bedenkt, wie viele Croissants und süsse Bäckereien hier jeden Tag vernascht werden.

Man kann lecker Essen gehen und besonders gut gefallen hat mir, dass viele Leute schon zu Mittag ein Glas Wein auf dem Tisch zu stehen haben. Ich mach das ja auch öfters und muss mich dafür auch schon mal rechtfertigen. Aber ich sag immer nach 12 Uhr Mittags ist es tolerierbar, wenn man sich ein Gläschen bestellt 😉

024Wir liefen zum Louvre, allerdings ging die Warteschlange fünf mal um den ganzen Platz herum, also schlenderten wir lieber weiter und überliessen die Mona Lisa den anderen. Wir fuhren Riesenrad und sahen ganz Paris von oben. Wir schlenderten durch  Gärten und Parks und hofften auf der Champs-Elysées auf  Karl Lagerfeld zu treffen. Es liefen zwar sehr viele seiner Kundinnen in seiner kaum bezahlbaren Kleidung herum, aber Karl selber war nirgends zu sehen. Choupette leider auch nicht 🙂

Den Eiffelturm sahen wir natürlich auch, assen dort (sehr schlecht) zu Mittag und liefen weiter Richtung Invalidendom, welchen wir aber nie erreichten. Den unerfreulichen Grund dafür erläutere ich später in einem anderen Beitrag genauer.

Alles in allem war es ein wunderbares Wochenende. Wir schliefen richtig aus, machten dann sehr, sehr lange Spaziergänge und sogen viele Eindrücke in uns auf.  Wir überlegen uns schon ein Datum um zurückzukehren. Es gibt schliesslich noch so viel zu entdecken.

Eure Cindy