Archive | January 2014

Flaschenpost

thBYP6SA0SNeulich fand mein Papa beim Spazierengehen am Ufer der Ucker eine Flaschenpost. Er nahm die Flasche aus grünem, durchsichtigem Glas, die an den Seiten zwei kleine Henkel hat, mit nach Hause.

Wo die wohl herkommt? Die Ucker (manche sagen auch Ücker) ist ein 98 Kilometer langer Fluss der durch Teile Brandenburgs und Mecklenburg Vorpommern fliesst. Er mündet ins Stettiner Haff, welches mit der Ostsee verbunden ist.

Meine Eltern wohnen nahe der Ucker und der Stadt Prenzlau, die direkt am schönen Uckersee liegt. Ob die Flaschenpost wohl schon länger unterwegs war? Wer sie wohl ins Wasser warf? Und was war der Grund dafür?

In der Flasche lag ein kleiner, zusammengefalteter Zettel. Darauf stand etwas unleserlich geschrieben:

Für uns
Keine Streitereien mehr
Vertrauen und keine Lügen mehr
Für immer füreinander da sein, ob in guten oder in schlechten Zeiten
Ein eigenes Haus, Hof und Familie
Ein eigenes Auto
In Liebe, Christin und Marcel

Hmm… die beiden scheinen all ihre Hoffnungen und Wünsche niedergeschrieben zu haben. Traditionell steht die Flaschenpost für Hilferufe von Schiffsbrüchigen.

Es scheint, als wären auch die beiden Absender etwas schiffsbrüchig. Man kann erkennen, dass es einige Probleme in der Beziehung gibt und man möchte nun mit der Flaschenpost eine Art Neuanfang besiegeln. Keine Streitereien und Lügen mehr. Das klingt nach viel Herzschmerz und einer Menge Unsicherheiten. Der Wunsch nach Besitz lässt ausserdem noch viele unerfüllte Träume erahnen. Man kommt nicht umher, sich vorzustellen, wer Christin und Marcel sind, wo sie leben und wie ihr Alltag miteinander aussieht.

Viele Leute werfen ihre Flaschenpost aus Neugierde ins Wasser. Wie weit sie wohl schwimmt? Wer sie wohl findet? Manche hinterlassen ihre Absender, in der Hoffnung, dass sich jemand aus einem fernen Land bei ihnen meldet. Die Ungewissheit, was mit der Flaschenpost passiert, scheint den Menschen Freude zu bereiten.

120px-Lake_de_Unteruckersee_Uckerkanal2Ich kann mir gut vorstellen, dass es Christin und Marcel ganz egal war, ob jemand ihre Nachricht findet. Der Text ist so persönlich, dass der Moment, in dem die Flaschenpost ins Wasser viel, wahrscheinlich wichtiger war als alles andere. Bleibt mir nur noch den beiden unbekannterweise alles Gute, viel Vertrauen, Liebe und Zuversicht zu wünschen.

Eure Cindy

Lucchetti dell’Amore

thDas ich eine Ader für’s Romantische habe, ist meiner interessierten Leserschaft sicher nicht entgangen 🙂 Wenn es euch da ähnlich geht, kennt ihr sicher das Konzept der “Lucchetti dell’Amore”; der Liebesschlösser.

Und das geht so: Pärchen beschriften oder gravieren ein Schloss mit seinen Namen, Initialen, Datum, bemalen es mit Herzchen oder was sie sonst noch gerne darauf hätten, befestigen es an einem Brückengeländer, werfen den Schlüssel gemeinsam ins Wasser (manche sagen dabei “per sempre” ( für immer)) und besiegelt ist der Eid, dass man für immer zusammen bleibt.

“Liebesbrücken” gibt es heute überall. Der Brauch selber scheint aber in Italien entstanden zu sein. In Florenz um genau zu sein. Der Legende nach befestigten Absolventen einer Sanitätsklinik ihre Spintschlösser an einer Brücke, um an die gemeinsame Zeit zu erinnern. Von dort aus verbreitete sich dieses kleine Ritual in ganz Europa und wurde foran vorallem von Verliebten für ihre Zwecke gebraucht.

Pessimisten sagen, dieser Brauch sei nur etwas für Teenager und Touristen. Ich sage, es ist etwas für jedes Paar. Vorausgesetzt natürlich, man hat den Wunsch, für immer zusammen zu bleiben. Obacht, was man sich wünscht. Sehr oft geht es nämlich in Erfüllung 😉

Foto 3Eher durch Zufall entdeckte ich die Liebesbrücke von Zürich, den Mühlesteg. Der Mühlesteg befindet sich mitten im Zentrum von Zürich, führt über die Limmat und ist schon recht gut mit Schlössern bestückt. Die Stadt hat entschieden, die Schlösser hängen zu lassen, so lange die Statik der Brücke nicht gefährdet ist. Das war nämlich schon zu einem Problem in vielen Städten geworden. Besonders in Metropolen wie Rom und Paris werden die Schlösser deshalb von Zeit und Zeit entfernt. Dem Liebeschwur wird das nix anhaben können. Der Glaube ist hier wohl entscheidender!

Ich bin sehr froh, dass sich Flori von meinen romantischen Anwandlungen (meistens!) auch begeistern lässt.  Er war von der Idee, unser eigenes Schloss anzubringen, auch angetan und so setzten wir unser Vorhaben am Freitag Abend auch gleich mal in die Tat um.

FotoIhr seht auf den Bildern, dass es schon dunkel war, was das Ganze noch etwas intimer machte. Unser Schloss beschrifteten wir mit einem wasserfesten Stift. Als Deko wählten wir eine Erdbeere, die meine Vorliebe für diese Frucht und den Sommer generell darstellt und wir wählten eine blaue Schneeflocke, die Floris Lieblingsjahreszeit repräsentieren soll.

Da hängt es nun. Unser Liebesschloss. Damit ist dann auch geklärt, wie lange unsere Beziehung halten wird. Nämlich “per sempre”!

Eure Cindy

 

Spätes Geburtstagsgeschenk

Foto 2Das ist ja witzig. Tante Beatrice meinte in ihrem lieben Kommentar zu meinem letzten Eintrag: vielleicht gäbe es ja doch noch ein Geschenk zu meinem 3. Geburtstag. Und tatsächlich, gestern war wirklich was für mich in der Post!!!

Papa hat mir beim Auspacken geholfen. Ich kann ja leider keine Päckchen öffnen, dazu fehlen mir die Daumen. Aber ich stand ganz dicht neben ihm. Raschel… raschel…raschel…wann seh ich denn endlich was es ist? Das dauerte vielleicht. Manchmal hat Papa echt die Ruhe weg.

Dann ging er ins Wohnzimmer und stellte es auf meinem Weihnachtsbaumhocker, den ich nach Weihnachten nicht mehr hergeben wollte.

Es ist eine Schläfhöhle!!!! Yeah… total cool. Spitzenteil. Solche gibt’s übrigens in der Tierpension auch. Mama und Papa haben wohl gemerkt, dass ich mich gerne darin verkrieche.

Meine neue Schlafhöhle sieht wie eine grosse, blaue Erdbeere aus. Ich kann mich darin verstecken und habe trotzdem das ganze Geschehen im Wohnzimmer im Blick. Und gemütlich ist sie auch. Ich leg mich gleich mal rein und mach ein Nickerchen 😉

Miau… Eure Emily

 

 

Nix los!

FotoIn der Vollmondzeit bin ich immer soooo müde. Könnte den kompletten Tag durchpennen. Aber heute geht das nicht. Mama ist nämlich zu Hause und will laufend kuscheln. Naja, noch zwei Stunden, dann kommt Papa von der Arbeit heim und bietet sich hoffentlich als alternatives Kuschelopfer an. Und ich kann endlich schlafen…

Zurzeit ist nicht so viel los bei uns. Ein Tag reiht sich an den anderen. Mama arbeitet jetzt nur noch 50%, d.h. sie ist nun viel öfter daheim. Wenn man mal davon absieht, dass sie mich immer rumtragen und kuscheln will, find ich das gar nicht so doof. Hab sie ja schon gerne in der Nähe.

Vor 2 Tagen (am 14. Jan) war mein 3. Geburtstag. Mama sagt, ich sei schon eine kleine alte Dame. Die hat Nerven. Die wird dieses Jahr ja auch schon zum 3. Mal Dreissig. 😉

Geschenke gab‘s keine. Wenn man mal davon absieht, dass ich ein wenig von der cremigen Bailey‘s Torte naschen durfte, die sich Mama und Papa gegönnt haben.

Ui, Leute, die war lecker. Aber all diese Kalorien… ich hoffe mein langes Fell kaschiert die Pölsterchen gut.

Ja, wie gesagt, ansonsten ist hier grad tote Hose. Nix los. Also, ich leg mich wieder aufs Ohr.

Miau… Eure Emily

2. Jahrestag

Will Smith hat mal gesagt: “Führe deine Beziehung wie eine erfolgreiche Firma. Arbeite fleissig jeden Tag daran.” Er ist seit 16 Jahren verheiratet und ich gebe ihm vollkommen recht. Nichts killt eine Beziehung schneller, als sich auf ihr auszuruhen. Man wächst mit ihr und ist irgendwie immer im Wandel.

060aHeute wurde unser Unternehmen CIFLO 2 Jahre alt. Ich kann jetzt gar nicht sagen: Mensch, wie schnell die Zeit vergeht. Denn wir haben so viel in diesen 2 Jahren miteinander erlebt, wie es andere Paare sicher in 50 Jahren nicht tun. Aufregende und schöne Tage und Momente hatten wir, mal ruhiger, mal hektischer war es und es ist uns irgendwie gut gelungen, bei allem Wandel und bei aller Veränderungen für uns als Paar und für uns beide als Individuen, uns gegenseitig gute Partner zu sein. Und wie ihr wisst, war da ja einiges los.

Im ersten Jahr sind wir zusammen gezogen, im zweiten Jahr machte Flori mir einen Heiratsantrag. Im dritten Jahr werden wir sicher unsere Hochzeit planen, die aber nicht vor dem vierten Jahr stattfinden wird. Das sind allerdings die richtig grossen Meilensteine. Viel wichtiger sind all die tausend kleinen Augenblicke und Erlebnisse und viel wichtiger ist es, dass wir von Herzen ehrlich sagen können, dass wir uns jeden Tag mindestens einmal bewusst machen, was für ein tolles Leben wir gemeinsam führen dürfen. Oft genug sagen wir es uns auch.

In den zwei Jahren entstanden einige Rituale, die wir unbedingt beibehalten wollen. Der Paarabend am Mittwoch z.B. Dieser Abend gehört nur uns und wird jede Woche anders gestaltet. Oder dass wir es fast jeden Abend schaffen, gemeinsam zu Abend zu essen und uns dabei gegenseitig vom Tag erzählen. So kann uns auch der von vielen gefürchtete Alltag keine Angst einjagen.

Wie im letzten Jahr sind wir auch dieses Mal wieder in ein Restaurant gegangen, um auf unsere Beziehung anzustossen. Flori wählte Rolli’s Steakhaus in Zürich Oerlikon aus, wo er schon öfters mit Kollegen ass. Wir sind beide fleischfressende Pflanzen und schätzen ein gutes Steak sehr. Das Restaurant war sehr gemütlich, wenn auch klein und eng, und unser Fleisch (250gr Lamm für mich, 400gr Pferd für Flori) kam auf einem heissen Stein mit leckeren Saucen und hausgemachten Pommes daher. Eine gute Flasche Wein dazu; fertig ist das perfekte Jahrestagsdinner. Schön war’s… wie die letzten 2 Jahre auch! Auf das das Nächste auch wieder so toll wird.

Eure Cindy

 

 

This entry was posted on 7 January 2014, in Cindys Blog.

Lang Lebe der König

Heute ist Dreikönigstag. In vielen Ländern wie Holland, Frankreich, Belgien, Spanien und hier bei den Helveten isst man an diesem Tag den Dreikönigskuchen. In jedem Land ist das Rezept etwas anders, Dreikönigskuchenaber überall ist es Brauch, einen Gegenstand einzubacken, eine Mandel, Münze oder ein anderer Gegenstand, der dem “Finder” Glück bringt und ihn für den Tag zum König macht.

In der Schweiz besteht der Dreikönigskuchen aus einem Hefeteig, schmeckt wie süsse Brötchen und ist in mehrere gleich grosse Teile aufgeteilt, so dass alle Esser die gleichen Chancen haben, König/in zu werden.

königAm 6. Januar kann man sie überall kaufen. Die Supermärkte sind vollgestopft bis unter die Decke und in den meisten Kuchen findet man einen weissen König aus Plastik, der besagt, dass der Finder die beiliegende goldene Krone aus Karton den ganzen Tag tragen darf und sich wie ein König benehmen darf. Besonders in Firmen sollte man aber aufpassen, dass man es nicht übertreibt. Sonst nehmen es einen die Kollegen übel und man darf im nächsten Jahr nicht mehr mitessen 🙂

Mama kaufte heute auch einen Dreikönigskuchen. Aber nur einen kleinen, der aus 4 Teilen besteht. Faire Chance muss sein: 2 Teile für Mama, 2 Teile für Papa.  Und wer wurde König? Richtig: Papa!! Der hat sich direkt mal die Krone aufgesetzt, dann aufs Sofa gehauen und lässt sich nun von Mama von vorn bis hinten bedienen (böse Zungen würden fragen, was daran so neu ist 😉 ). Ah ja…  der soll aber nicht denken, dass ich da mitmache. Das ganze Jahr über nennt er mich Prinzessin, da muss der nicht glauben, dass er jetzt einfach mal so der König sein darf!!!

könig 2Ich will auch König sein! Oder eher Königin, bin ja ein Mädchen. Dann bedient Mama wieder MICH und nicht den Papa! Die Krone gehört mir! Ich schleich mich einfach mal ran und klau ihm das Ding…. der guckt Fernsehen und checkt das sicher nicht… ganz langsam und ruhig, so dass er mich nicht bemerkt… pssst… hahaha – die graue Decke ist die perfekte Tarnung… ui, ich muss mich langmachen…. und jetzt zubeissen und mit dem Teil abhauen….

Miau… Eure Emily.

 

 

Neujahrskonzert

Gestern, am Sonntag Morgen, war ich mal wieder beim Gottesdienst. Die reformierte Kirche in Horgen macht das immer recht gut. Obwohl es natürlich ein Ort der Besinnung ist, lassen sie sich dauernd etwas einfallen, um kleine, interessante Akzente zu setzen. Gestern war die Horgener Alphorngruppe Chrystal zu Besuch. Teilweise blieb die Orgel also stumm, stattdessen lauschten wir typischer Schweizer Klängen.

Foto 1Foto 1aDie Jungs (viele von ihnen sind wirklich noch sehr jung) rührten auch kräftig die Werbetrommel für ihr Konzert in der Kirche am Sonntag Abend. Flori und ich gingen auch hin und wir waren überwältigt von der Menge an Leuten, die ihren Weg in die Kirche fanden. Ich hab das Gebäude lange nicht mehr so voll gesehen. Auch nicht bei Konzerten.

Zusammen mit der Brass Band Harmonix erstellten Chrystal ein tolles Programm. Ich hatte einige Befürchtungen, dass sie nur sehr “traditionelle” Stücke spielen werden, aber sie präsentierten einen tollen Mix. Von der Schweizer Nationalhymne, über Bluesmusik bis hin zu Whitney Houston war alles dabei. Die Alphorngruppe produzierte tolle Töne mit ihren 3 Meter 40 langen besten Stücken und sie harmonierten toll mit der Brass Band.

Foto 1bStar des Abend war ohne Frage der Schlagzeuger der Harmonix, der so in seiner Musik aufging, dass er teilweise weggetreten schien 🙂 Er legte Solos aufs Parkett, die das altehrwürdige Gotteshaus zum Beben brachten.

Nach einer Stunde war das Konzert vorbei. Die Leuten gaben kräftig Applaus und standing ovations. Alle zeigten sich sehr begeistert. Ein wirklich gelungener Auftritt.

Der Eintritt war übrigens frei. Die beiden Vereinen ermunterten aber zu einer kleinen Spende in den Kollektesack. Die Spende sei freiwillig, meinte einer der Alphornbläser und sagte: “Wer will, soll können!”. Da gibt man doch gerne 😉

Eure Cindy

 

Mein Neuer Job

Ein Jahreswechsel bringt ja grundsätzlich auch viel Neues mit sich. Es gibt Gesetzesänderungen, alles wird irgendwie ein wenig teurer und persönlich macht man auch immer ein paar gute Vorsätze. Bei uns gab es vor allem beruflich Veränderungen. Flori wurde ins Kader befördert, arbeite zwar auch im Mandat, aber leitet nun auch ein Team vom 7 Mitarbeitern. Doch auch für mich beginnt das neue Jahr aufregend.

Viele von euch wissen, dass ich letztes Jahr im Oktober meine Vollzeitstelle kündigte. Jahreslange Vollzeitanstellungen mit vielen Überstunden, ein Fernstudium bei einer Uni in England nebenbei, ein ausgewogenes Privatleben und meine Pläne, mich in Meditation, im Coaching und in der Tierkommunikation weiterzubilden, waren einfach nicht mehr miteinander zu vereinbaren. Kurzzeitig ist der übervolle Terminkalender ja in Ordnung, aber nach all den Monaten im Dauerstress war ich nur noch müde, so müde. Entscheidungen mussten also her. Alles, was ich tue, tu ich wirklich gerne. Doch alles zusammen wurde einfach zu viel.

Das Fernstudium ist soweit fertig, ich bekomme Ende März die Ergebnisse der Hausarbeit und wenn alles gut läuft, erhalte ich dann den Abschluss in Applied Accounting. Beim Privatleben möchte ich natürlich keine Abstriche machen. Im Gegenteil, ich würde gerne mehr Zeit für Florian, Emily und für meine Hobbies und spirituellen Weiterbildungen haben. Also blieb nur noch der Job. Die Arbeit in der Buchhaltung macht mir Spass, möchte ich allerdings eigene Kurse als Meditationsleiter anbieten, brauche ich Zeit, um diese Vorhaben umzusetzen. Und so viel Zeit für anderes liess mir der Job nicht. Ich arbeite an Wocheneden, die eigentlich für das Studium vorgesehen war. Dass meine damalige Firma im Herbst der Grund dafür war, dass ich zwei grosse Hausarbeiten schreiben “durfte”, sei nur Nebenbei erwähnt. Vielleicht war das schon der Hinweis des Lebens gewesen, in meinem Leben Änderungen vorzunehmen. Nur hatte ich es da noch nicht verstanden.

Flori und ich überlegten hin und her – arbeite ich weiterhin 100% und versuche, mich nebenbei selbstständig zu machen? Oder arbeite ich Teilzeit, und wenn ja wieviel Prozent, oder höre ich ganz auf zu als Angestellte zu arbeiten? Viele Möglichkeiten, die wir diskutierten und ganz prgamtisch mit Finazplan errechneten. Letztendlich musste ich mir jedoch eingestehen, dass mir die Arbeit in den Finanzen fehlen würde und dass ich es gerne mit meiner Selbständigkeit verbinden würde. Also entschieden wir uns dafür, dass ich versuche, ab Januar in einer 50% Teilzeitstelle  zu arbeiten. Meine damalige Firma konnte meinem Wunsch nicht nachkommen, also blieb mir nur die Kündigung. Ab dem 1. Januar wäre ich also eine “freie Frau”.

002aDer Herrgott hat wohl wieder sehr über mich gewacht und zeigte mit eine Stellenausschreibung einer grossen, internationalen Immobilienmaklerfirma in Zürich. Ich wurde zum Gespräch eigeladen und merkte schnell, dass mir das alles sehr zusagte. Die Rahmenbedingungen sind ganz genau so, wie ich es mir wünschte. Und mich erwartet ein interessanter Job mit viel Neuem und Abwechslung.

Gestern hatte ich also meinen ersten Tag. Das Büro ist ein wunderbarer Altbau im Stadtzentrum von Zürich; mit viel Holz und grossen, rustikalen Schränken. Den Grossteil meiner Kollegen lernte ich noch nicht kennen, da viele noch im Urlaub weilten, aber Estelle, die Office Managerin begrüsste mich  sehr herzlich mit wunderhübschen Blumen und einer von allen unterschriebenen Karte und wies mich in meinen neuen Job ein. Es gibt viel zu tun, so viel ist sicher, aber ich denke, mich erwartet dort ein wunderbares Umfeld, in dem sich gut arbeiten lässt.

Ich arbeite jeweils den ganzen Dienstag und Freitag und den Mittwoch Morgen. An den anderen Tagen kümmere ich mich um die Einkäufe und den Grossteil des Haushalts und arbeite an meiner Selbständigkeit. Das Wochenende ist für Privates und fürs Ausspannen reserviert. Mir ist es nun wichtig, ein gutes Mass zu finden. So dass Stress und anhaltende Müdigkeit keine Chance mehr haben!

Alles Neues bringt der Jahreswechsel. Es ist eine aufregende Zeit und es passieren wieder mal tolle Dinge!

Eure Cindy

This entry was posted on 4 January 2014, in Cindys Blog.

Frühaufsteher

Regel Nr. 1 wenn man etwas tut, von dem man ganz genau weiss, dass es eigentlich streng verboten ist: LASST EUCH NICHT ERWISCHEN! Das sollte sich ein Jeder zu Herzen nehmen, der die gesetzlichen Gegebenheiten etwas dehnen möchte. Justitia sieht alles und bestraft (die, die nicht sonderlich viel Geld haben) sofort.

Die Justitia bei uns daheim heisst: Mutti. Die kriegt auch immer alles mit. Meistens ist meine eigene Unachtsamkeit der Grund dafür, hinterlasse ich doch überall, wo ich war, kleine graue Unterwollmäuse. Einige von mir bevorzugte Schlafplätze sind sehr verboten und gar nicht gerne gesehen. So z.B. der Esstisch im Wohnzimmer.

Heute hat sie mich in flagranti erwischt! Wie konnte ich auch ahnen, dass sie an einem Samstag Morgen schon um 7.05 Uhr aus dem Bett steigt. Senile Bettflucht nennt man das. Ja, und dann hat sie mich erwischt, wie ich eingerollt, passgenau auf Papas Platzdeckchen gebettet, vor mich hindöste. Lautstarkes Argumentieren meinerseits half da nix. Dumm gelaufen… und so begann bei uns daheim der Morgen mit ordentlich Mecka von Mutti. Ich maulte einfach mit. Sagt man nicht, wer am lautesten schreit, hat Recht??

001a

 

 

 

 

 

 

Miau… Eure Emily

 

 

This entry was posted on 4 January 2014, in Emilys Blog.

Unsere Lapplandreise

Zugegeben, Winter war noch nie meine Lieblingsjahreszeit. Ich sage oft, wäre ich ein Tier, würde ich Anfang Oktober einschlafen und Ende März wieder aufwachen. Auf der Suche nach Ideen für unseren Resturlaub stiess ich aber auf ein Angebot, das auch meine Abenteuerlust weckte und Florian zum Strahlen brachte (der liebt den Winter, aber das wisst ihr ja).

Arktis Reisen Schehle in Kempten (Werbung ist hier durchaus angebracht) bietet Aktivurlaub am Inarisee, ganz oben im Norden Finnlands, an. 5 Tage täglich wechselndes Programm und Zeit für Erholung verrieten einen guten Mix. Also buchten wir den Trip und erlebten nach Sardinien unseren 2. gemeinsamen Traumurlaub.

Los ging es an einem Samstag. Das Herz brach erst einmal, als wir Emily zur Tierpension brachten. Welche Mutter gibt schon gerne ihr Kind weg?? Ganz egal, ob das Kind 2 oder 4 Beine hat 😉

DSC02452Abends flogen wir mit Finnair nach Helsinki und blieben dort über Nacht in einem Airport Hotel. Am Sonntag Morgen ging unser Flug weiter nach Ivalo. Wir landeten um 13 Uhr und draussen setzte schon die Dämmerung ein!! Unser Chauffeur fuhr uns 50 Min weiter nord-östlich nach Nellim, einem kleinen Dorf an der russischen Grenze. Es war stockdunkel, als wir ankamen.

Die Hotelanlage gefiel uns auf Anhieb. Es funktionierte bis 1998 als Schule (wir sollten auch Leute kennen lerne, die diese Schule tatsächlich noch besuchten,) und besteht aus mehreren Gebäuden. Wir bekamen ein DZ mit eigener Sauna – ein wahres Stück Luxus . Die Lobby und das Hauptgebäude könnte genauso gut eine Skihütte hier bei uns in den Bergen. Viel Holz, mehrere Kamine und eine romantische Atmosphäre.

DSC02469DSC02470Am Montag begann unser Programm mit Langlauf. Ich stand noch nie auf Skiern und hab mich mehrmals auf Gesicht gelegt. Besonders doof stellte ich mich in den Kurven an, aber hey, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Unsere Gruppe bestand nur aus uns und einer englischen Familie. Die machten das übrigens auch zum ersten Mal. Unterwegs sahen wir sahen wildlebende Schneehühner. Meinen ersten Versuch als Schneehase auf Skiern beendete ich müde, aber zufrieden. Flori war happy und kurvte durch die Gegend wie’n Wilder… der weiss ja auch wie’s geht!!!

DSC02486DSC02496Am Dienstag fuhren wir für 2 Stunden mit dem Huskyschlitten durch die Prärie. Flori fuhr und ich sass im Schlitten und liess mich kutschieren. Sehr kalt war das, aber was für ein wunderbares Gefühl, sich von 6 schönen Hunden ziehen zu lassen. Und Leute, diese Hunde haben Power. Die sind nicht zu bremsen. Unterwegs erreichten auch einige Müffelgerüche meine Nase. Erst dachte ich, Flori konnte sich nicht benehmen, aber der Wind kam ja von vorne. Hahahaha – kleine Huskypupsies waren das. Naja, Bewegung fördert halt die Verdauung. Am Ende der Tour gab’s im Camp was Heisses zu trinken und der Guide plauderte fröhlich über Gott und die Welt. Er zeigte uns noch 3 Monate alte Huskybabies. So süsse kleine Rabauken.

DSC02511 DSC02518Am Mittwoch fand der Rentiertag statt,. Wir fuhren mit den Snowmobils zur Farm von Hannopekka (zu deutsch Hanspeter) und zusammen mit dem Guide fütterten wir Rentiere und streichelten sie. Ich fand diese Rentiere wahnsinnig toll, Flori war eher wegen der Snowmobils ganz ausm Häuschen. So kam jeder auf seine Kosten :-). Anschliessen fuhren wir über Teile des Inari Sees, assen Lunch am Lagerfeuer und lernten, wie man eisfischt.

DSC02560 DSC02567Abends um 21.30 fuhren wir erneut in einer Gruppe mit dem Schlitten raus und warteten auf Polarlichter. Es ist immer eine Lotterie, ob man welche zu sehen bekommt oder nicht. Planen lässt sich das natürlich nicht. Uns muss der liebe Herrgott wohlgesonnen gewesen sein, denn um Mitternacht, kurz bevor wir zurück zum Hotel fahren wollten, zeigten sich sehr schöne und grosse Nordlichter. Mit dem blossen Auge sehen sie natürlich nicht so grün aus, die Kamera macht sie so gestochen scharf und leuchtend grün. In der Natur sehen sie Wolken ähnlich. Sie sind grau mit einem Grünstich, der manchmal ins gelbliche geht. Unbeschreiblich war das. Die Lichter kommen und verändern sich in fliessenden Übergängen. Dann verschwinden sie und tauchen an einer anderen Stelle wieder auf, ein aufregendes Naturspektakel mit Bildern, die sich in unseren Köpfen eingebrannt haben.

DSC02639Donnerstag war Flori-Tag, denn wir machten endlich die Schneemobiltour, auf die er sich schon so lange freute. Unsere Gruppe war recht klein. Eigentlich gab es nur uns beide und den Guide, welcher sich als Hotelchef entpuppte. Cool! Die Tour ging querbeet über riesige Seen, durch Wälder und, zu Floris grosser Freude, durch unwegsames Gebiet. Es war alles geboten, inklusive offenes Wasser, was nicht ungefährlich ist und herausragende Baumstämme, die unser Gefährt beinahe zerpflückt hätten. Ich sass hinten aufm Sozius drauf und ging durch alle Emotionen. Geluncht wurde in der privaten Ferienhütte des Hotelchefs. Mitten in der Pampa hat er sich eine richtig hübsche kleine Hütte gebaut. Daneben steht die Hütte mit dem Plumpsklo, wiederum daneben steht die Hütte mit der Sauna. Herrlich… da würde ich auch Urlaub machen wollen.

Nach gut vier Stunden waren wir zurück im Hotel und erlebten eine Überraschung. Die Rezeption kündigte eine grosse Busladung neuer Gäste an. Alles englische Familien mit Kindern im Vorschul- und Grundschulalter. Das Hotel bietet jedes Jahr ein Weihnachtserlebnis für Kinder an: mit Plätzchen backen, Rudolf streicheln, Baum schmücken, und der finnische Weihnachtsmann, der die Geschenke brachte, durfte natürlich auch nicht fehlen. Ja, an dem Abend war es mit der Ruhe in der Abgeschiedenheit vorbei. Das Kindergeschrei war sicher noch in Russland zu hören.

DSC02654 DSC02689Am Freitag stand eine geführte Schneeschuhtour auf dem Plan. Unser Guide war wieder Jonas, der uns schon beim Langlauf immer wieder zurück auf die Beine halt. Schneeschuhwandern ist toll. In Lappland ist es aber noch tausend mal besser, weil man durch eine kaum berührte Landschaft stakst. Unterwegs sahen wir Schneehühner und Rentiere. An der Futterstelle der Rentiere frassen sie uns wieder aus den Händen und wir sahen das erste Mal Albino Rentiere, so weiss wie Schnee sind sie, traumhaft schöne Tiere. Mittag gabs wieder am Lagerfeuer und auf dem Heimweg fand Flori unterm Schnee versteckt ein Rentiergeweih. Rentiere stossen im Herbst die Geweihe ab und die Züchter sammeln sie ein, wenn sie sie finden, verkaufen sie oder machen Gegenstände daraus. Flori hätte seinen Fund gerne mitgenommen, aber es hätte sich nur schwer transportieren lassen. Der Wert ist nicht überragend. Man bekommt in Lappland pro Kilo rund 12-15 Euro. Also schenkten wir es Jonas. Er macht Messer daraus. (Schöne Messer lassen sich daraus machen, wie wir schon vorher sahen. Flori hat sich eines im Hotel gekauft, welches schon beim einen oder anderen Apero hier bei uns zu Hause zum Einsatz kam.)

Dann kam der Samstag. Unser freier Tag – keine Tour, kein Termin, keine Pläne. Obwohl, das stimmt nicht so ganz, Flori hatte Pläne, aber dazu gleich mehr. Wir nutzen die kurze Hellphase für eine weitere Schneeschuhtour. Nur wir beide, und ein paar Dutzend Rentiere. Es war eine schöne Tour und unterwegs fand Flori wieder ein grosses Geweih, das unterm Schnee begraben lag. Keine Ahnung, wie er das macht. Seine Spürnase hätte ich gerne. Wir schleppten das Ding zurück zum Hotel und schenkten es wieder Joonas, der staunte nicht schlecht und freute sich sehr, dass ausgerechnet er es wieder bekommt.

DSC02743Um 13 Uhr wurde was dunkel und Flori schlug vor, endlich mal die kleine Holzkirche von Nellim zu finden. Sie soll sehr schön sein. Also spazierten wir los. Das Dorf besteht nur aus wenigen Häusern, aber vielen verwinkelten Wegen. War gar nicht so einfach, das Gottesblockhäuschen zu finden, wir hatten es mehrmals versucht, aber im Dunkeln gestaltete es sich sehr schwierig. Aber plözlich, nach gefühlten 10 km, standen wir davor. Der Friedhof ist winzig, aber hübsch. Leider war die Kirche verschlossen, wir hätten sie gerne von innen gesehen. Und dann passierte etwas, worüber ihr ja schon in einem anderen Eintrag von mir lesen konntet: Flori machte mir einen Heiratsantrag 🙂 Vor mir kniend im Schnee mit einem rasend schönen Diamantring. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich konnte es gar nicht glauben. Wir sind verlobt! und ich lief den ganzen Rest des Tages aufgeregt umher und konnte es nicht erwarten, jedem davon zu erzählen. Der Urlaub war vorher schon perfekt, dieses Ereignis macht ihn unvergesslich!!

Sonntag war Abreisetag. Ganz früh um 7 fuhren wir zurück zum Flughafen nach Ivalo, von wo wir über Helsinki zurück nach Zürich flogen. Im Hotel trafen wir noch mal Armi, unsere kleine Küchenfee, die etwas deutsch konnte und ohne Unterlass mit uns plapperte. Wir erzählen ihr von der Verlobung, worauf sie grinsend in den kleinen Hotelladen lief und uns kleine, süsse Rentierlöffel schenkte. So was liebes! Wir haben uns riesig darüber gefreut. Noch einmal zum Abschied feste drücken und dann ging’s wieder Richtung Heimat…

Eure Cindy