Archive | June 2013

Sardinien Tag 8

Liebes Tagebuch

Trautes Heim, Glück noch etwas allein. Wir beide sind heil in Zürich gelandet und freuen uns wieder zu Hause zu sein. Emily muss leider noch bis morgen Abend in der Pension ausharren; dann holt Cindy sie ab. Ob sie uns schon vergessen hat?? So eine Woche Ferienlager kann Spuren hinterlassen 🙂

Die Nacht war schon um 6 Uhr vorbei. Duschen, packen und los ging die 2h Fahrt zurück nach Olbia. Am Flughafen sagten wir Tschüß zum etwas schmuddeligen Salvatore. Er war uns mit seinen 45 PS ein treuer Begleiter, aber hinter vorgehlatener Hand: “halt doch nur ein Fiat”. Der Flug war angenehm und jetzt, so kurz vorm Schlafengehen, erscheint das Erlebte meilenweit weg. Wir sind zurück im Alltag und sind gespannt auf die nächste Woche.

Schlaf gut und bis bald!

Sardinien Tag 7

Liebes Tagebuch

Heute verliessen wir nach dem Frühstück den Süden und stiessen in Richtung Norden ins Landesinnere vor. Erster Halt und erste Enttäuschung war eine Tankstelle, die 2 verschiedene Preise für den Liter Super führte. Ich wollte selbst tanken (für 1.72€), der Tankwart insistierte aber energisch, dass ich doch die 2. Säule nutze (für 1.82€). Getankt haben wir dann woanders.

Als nächstes wollten wir uns einen Nuraghekomplex ansehen, eine grosse archäologische Ausgrabungsstätte. Die Dame meinte, man komme nur mit Tour hiniein, ich zückte schon meine Geldbörse, um den Eintritt zu zahlen, da fragte Cindy, ob die Tour auf Englisch wäre. Die Dame sagte, nö! Hm… Hätte sie ja auch vorher sagen können. 2. Abzockeversuch fehlgeschlagen!!!
20130623-103012.jpg
Wir fuhren dann Richtung letzte Hotelstation nach Fonni, ein Ort weit oben in den Bergen. Die Fahrt führte über 2 Stunden lang durch kleine Bergdörfer, die wie am Hang festgeklebt erscheinen und über verschiedenste Passstrassen, die uns tolle Aussichten verschafften.

20130623-103226.jpg

20130623-103115.jpg
In Fonni angekommen konnten wir das Hotel nicht gleich finden. Fonni ist ein Dorf, dass noch nicht gemerkt hat, dass 1920 Vergangenheit ist. Die älteren Damen stürmen in dunkler Kleidung zur Abendmesse und ihre Männer hocken in allen Gassen und quasseln, was das Zeug hergibt. Wahrscheinlich über die guten alten Zeiten. Ansonsten ist hier tote Hose. Der Ort kann nichts. Es scheint, als wäre hier im Winter etwas Skitourismus. Abends stürmte dann die Jugend die wenigen Lokalitäten. Wahnsinn wieviele Kinder so ein kleines sardisches Bergdorf hergibt. Die Höhenluft scheint sehr potent zu machen 😉
20130623-103126.jpg

20130623-103121.jpg
So kommen wir früh genug ins Bett. Morgen gehts schon um 7 Uhr los. Der Weg zum Flughafen ist noch weit und der Flieger wartet nicht.

Alles in allem ein durchwachsener Tag. So wie auch das Wetter. Heute erlebten wir unseren ersten Regentag auf dieser Insel. Bisher war der Urlaub sehr, sehr schön. Heute allerdings machte uns Sardinien den Abschied leider nicht sonderlich schwer.

Schlaf gut!

Sardinien Tag 6

Liebes Tagebuch

Heute Vormittag waren wir in Cagliari. Salvatore hat die kleinen Strassen ausgezeichnet gemeistert und wir hatten nur einen kurzen Moment der Angst, als uns Benzin und PS an einer Steigung velassen hatten. Zum Glück haben wir es (ich hab echt keine Ahnung wie) doch noch ins Parkhaus geschafft und konnten uns das Nationalmuseum und eine Kathedrale ansehen. Frei nach dem Motto

gesehen, gelent und verinnerlicht

habe ich ein Parkhaus ausgesucht, von dem man mit einem Lift auf den Burgberg fahren konnte. Zu dumm, dass Cindy auch Höhenangst hat und der Lift als Panoramalift mit viel Glas gebaut wurde (auf Randgruppen nimmt der Sarde keine Rücksicht). Vom Burgberg aus hatten wir einen tollen blick und die Kathedrale hatte auch ein paar nette Ecken:

20130621-223808.jpg

20130621-223820.jpg

20130621-223827.jpg

20130621-223832.jpg

Aus dem Parkhaus sind wir dann zur nächsten Tanke gerollt und haben festgestellt, dass die Hauptsaison über Nacht begonnen hat. Der Liter Super ist innert 12h von 1.62€ auf 1.82€ gestiegen und der Tankwart verweigert mit einem frechen Zwinkern den Euro Trinkgeld. Denkt sich wohl:

Euch zocke ich eh schon genug ab, behalt deine Almosen

Egal, ist ja Urlaub und der Liter Hauswein kostet nur 10€ 😉

Mit vollem Tank sind wir dann nach Nora gefahren und haben Zmittag genommen. Verwöhnt durch den gestrigen Strand fanden wir Nora Beach zu voll und zu touristisch, also nochmal 20 min mit Salvatore der Küste entlang, wieder in den Schotterweg eingebogen und zurück an den “Baja De War-Gestern-Schon-Geil”.
An den frisch markierten Parkbuchten und den zwei zusätzlichen mobilen Toiletten kann man wirklich erkennen, dass am Wochenende die Hauptsaison Beginnt. Wir haben unsere Zeit genossen, sind dann um 5 wieder Richtung Hotel und kommen eben vom lecker Znacht mit dem bereits erwähnten Liter Wein.

Prost und gute Nacht

Sardinien Tag 5

Liebes Tagebuch

Der heutige Tag war wenig spektakulär, aber genau das hat ihn so toll gemacht. Direkt nach dem Frühstück, es war gut aber nicht das beste der Reise, sind wir nach Capoterra, nahe Cagliari gefahren. Die Fahrt dauerte ca 1,5h und führte uns über eine der beiden sardischen Autobahnen. Im Hotel war das Zimmer noch nicht fertig (die sind ausgebucht!), also haben wir uns entschieden, die Koffer einfach abzustellen und mit dem Auto zum nächsten Strand zu fahren. Chia war das Ziel unserer Reise und unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt.

20130620-222425.jpg
Die kurze Fahrt über eine Schotterpiste brachte uns an einen Tümpel(?), in dem wilde Flamingos fleissig geschlafen und gefressen haben. Die ganze Gegend ist voll von ihnen. Ein tolles Gefühl, diese Tiere mal nicht im Zoo sondern in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen.

20130620-222536.jpg

20130620-222630.jpg
Wir haben uns den ganzen Nachmittag lang am Strand herumgedrückt und waren zwei mal im Meer schwimmen … herrlich. Mit einem zapfigen Sonnenbrand und dem guten Gefühl einfach mal URLAUB gemacht zu haben, ging es dann zurück ins Hotel. Koffer aufs Zimmer und dann sofort zum Pool. Tolles Zimmer, tolles Hotel und toller Pool. Das Abendessen haben wir dann direkt im Hotel genossen und du wirst es dir denken können, auch das war klasse 🙂

Übrigens, kaum im Süden angekommen, kreuzen ständig diverse Helveten unseren Weg. Der Schweizer bevorzugt also den Süden. Ist aber auch schön hier!

Mal sehen, was morgen auf uns wartet.

Schlaf gut

Sardinien Tag 4

Liebes Tagebuch

Die Germanenkarawane zieht weiter. Heute haben wir das Kanton Sassari verlassen und sind über Bosa nach Oristano gefahren. Was Alghero angeht habe ich so meine Theorie:
Anscheinend ist es eine Art Brauchtum zum Wertschätzen der sardischen Küche, dass Kinder im Alter zwischen 10 und 12 vor, während oder nach dem Essen auf den Boden kotzen, da wir es sowohl beim Abendessen, als auch beim Frühstück erleben durften. Leider fehlt uns die Zeit und die Musse, um diese Art der indirekten Kommunikation zwischen Gast und Koch weiter zu beobachten. Auch konnten wir in unserem Reiseführer keinen Himweis auf eine derartige Tradition finden – egal. Nach dem Checkout aus dem Hotel haben wir uns noch den schönen Hafen von Algehero angesehen und sind auf einer tollen Küstenstrasse entlang nach Bosa gefahren.

20130620-090338.jpg

20130620-090347.jpg

20130620-090433.jpg

20130620-090440.jpg
Angekommen in Bosa haben wir mal wieder nicht an die Siesta gedacht. Pünktlich um 10 vor 13:00 Uhr stehen wir an der Burg und dürfen nicht rein, weil von 13:00-15:00 Uhr geschlossen ist. Zum Glück sind wir diesmal bis kurz vor die Burg gefahren und es war bewöklt, wodurch Cindy nicht ganz so … drauf war. Vielleicht hat auch die Schadenfreude ihre Stimmung aufgehellt, da uns noch einige weitere Touris auf unserem Rückweg entgegen kamen und wir nur freundlich gegrüsst, aber nichts von der geschlossenen Burg erzählt haben. Also weiter nach Oristano.

20130620-090622.jpg
Oristano ist ein schöner, aber etwas ärmerer Ort im mittleren Westen von Sardinien. Es gibt eine Kirche, viele Geschäfte und ein paar süsse Cafes und Restaurants. Es gibt Esel, Pferd, Wildschwein und Spanferkel auf der Karte, aber leider essen die Italiener erst so gegen Mitternacht, weshalb wir ein Dinner im Hotel vorgezogen haben.

20130620-090703.jpg
Bin ziemlich müde (mag am vielen Vino liegen) und morgen geht es ja schon weiter.

Schlaf gut.

Sardinien Tag 3

Liebes Tagebuch

Was für ein Tag. Frühstück heute war sehr reichhaltig, aber es herrschte etwas von Gefängnisatmosphäre. Das Abstreichen unserer Zimmernummer hatte ja noch etwas von VIP Liste an der Discotüre, aber dass man beim Versuch einen Apfel am Wärter vorbei zu schmuggeln, harsch zurück in den Raum verwiesen wird und ihn zurücklegen muss, war neu für uns. Zum Glück hatten wir einen Platz mit Blick auf die Türe, weshalb Cindy sehen konnte, wie sich andere Gäste strafbar machten. Wir haben unsere Äpfel dann ganz brav auf dem Tisch liegen lassen. 😉

Unsere Tour hat uns nach Castelsardo geführt wo man ein schwarzes Kruzifix und eine Burg besichtigen kann, oder sagen wir könnte. Das Kruzifix war im Museum der Kirche und das hatte geschlossen. Da hab ich mal ganz umsonst unsere Beziehung aufs Spiel gesetzt und Cindy bei knapp 40Grad auf den Burgberg gejagt.
Das Castel war auch nicht wirklich der Hit, aber immerhin durften wir das erste mal in diesem Urlaub Eintitt bezahlen. 2€ pro Person für diese Eindrücke:

20130618-221845.jpg

20130618-221915.jpg

20130618-221921.jpg

20130618-221855.jpg
Mit ein paar Schnappschüssen im Gepäck sind wir mit Salvatore dann wieder heim gefahren und was soll ich sagen, ich darf einen weiteren Laster auf seinen Kotflügel malen 🙂
Auf der Hinfahrt sind wir durch Sassari gefahren, die Umgehungsstrasse führt mittlerweile auch schon durch die Stadt, und haben einen Blick auf den Friedhof erhaschen können. Folgerichtig haben wir bei der Heimfahrt dort einen Halt eingelegt und ihn besichtigt. Es ist super interessant, wie unterschiedlich doch die Totenkultur zu unserer ist. Hier das Best Of der Prunkgräber:

20130618-222529.jpg

20130618-222539.jpg

20130618-222547.jpg
Als letzter Task für heute war dann noch Strand und Baden geplant. Also ab ins Hotel, Klamotte angelegt und zum Strand getingelt. Kaum dort auch schon in ein spitzes Plastikteil getreten und die grosse Zehe aufgeschlitzt. Brav ins Hotel, dort mit Desinfektionsmittel und Pflaster versorgt worden und Cindy im Pool geparkt während ich meine Wunde verpflegt habe. Nach ca 20 Minuten war die Wunde sauber und der Tag gelaufen.
Immerhin gab es eben noch ein delikates Znacht mit reichlich Vino und jetzt heisst es Energie tanken für morgen.

Schlaf gut.

Sardinien Tag 2

Liebes Tagebuch

Nach unserem etwas kargem Frühstück haben wir uns noch mit Wasser und ein wenig Geld eingedeckt, um unsere Erkundungsfahrt so richtig zu starten.
Wir sind zurück an die Ostküste und haben uns in Porto Cervo den Yachthafen angetan. Hammer wie wenig Tiefgang Geld haben kann … Cindy hat ein paar tolle Bilder gemacht, bei mir war natürlich der Akku leer.
Die kleinen Gassen sind für unseren Fiat 500 und das Navi kein Problem, aber das bergige Gelände … ohne Worte. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich den letzten Berg nur im 1.Gang bewältigen konnte. Das nächste mal schalte ich die Klima aus, vielleicht gibt dsa noch ein wenig Kraft für unseren Kleinstferari.
Durchgeschwitzt ging es dann zum nächstbesten Strand, an dem wir für sensationelle 15€ zwei Liegen mit Schirm hätten mieten können. Zum Glück ist Vorsaison!!!
Beim nächsten Strand Baja … hat dann alles geklappt:
Schattenparkplatz, nur 300m laufen und ein tolles Restaurant mit lecker Essen. Das Wasser ist ungefähr so (—) kalt, aber ich habs geschafft und war Schwimmen.

20130617-212713.jpg

Der Abstecher hat uns dann für die nächsten 3h Fahrt frisch gehalten, während denen Cindy ca 179 Minuten geschlafen hat und Salvatore (ich habe unseren Fiat so getauft, weil er genauao langsam ist wie der Kollege am HERTZ Schalter) und ich haben zwei Laster überholt. Das Überholen ist wie in den Krieg zu ziehen. Nur wenn Wind und Terrain es zulassen hat man den Hauch einer Chance, ansonsten geht man unter und stirbt.
Algheto hat uns dann herzlich empfangen und wir hatten ein leckeres Dinner in einem Strandrestaurant und einen tollen Sonnenuntergang.

Gute Nacht und bis morgen

20130617-212736.jpg

20130617-212745.jpg

20130617-212751.jpg

20130617-212801.jpg

Sardinien Tag 1

Liebes Tagebuch

Der Sonntag heute hat mal wieder sehr früh angefangen, um 8 war die Nacht rum und Emily war nicht mal schuld daran. Schon interessant, wie schnell man sich an Sachen (Aufstehzeiten) gewöhnt.

Nachdem gestern ein paar von Cindys und mittlerweile auch meinen Kollegen zum Grillieren da waren, hatte die Küche noch genügend Aufgaben für uns parat. Spühlmaschine aus- und wieder einräumen, Glässer und Grillrost spühlen, Boden wischen, … HAUSFRAUEN-FÜNFKAMPF

Stolz wie Graf Kacke, dass alles blitzt und blinkt habe ich dann die letzten Klamotten in meine Reisetasche geworfen. Am Abend geht es ja schliesslich nach Sardinien. Kaum zurück in der Küche schaut es wieder aus wie Sau – Cindy hat Z’Mittag gekocht (korrigiere: gebraten)… HAUSFRAUEN-DREIKAMPF -> Küche glänzt wieder

Nach Essen und Vertrödeln der restlichen Zeit ging es dann zum Flughafen. Der Flug hatte 20 Minuten Verspätung, was für Italien als pünklich gilt, somit war alles Bestens.
In Olbia haben wir dann unseren Leihwagen von Salvatore übgeben bekommen, der auch bei einer Menschenschlange von 10 Leuten genug Zeit findet, um sich von uns ein paar Deutsche Wörter erklären zu lassen. Nach 25 Minuten, wir peinlich berührt und Salvatore glücklich, da er jetzt

fast leer

in seinem Wortschatz verfügbar hat.

Unser Auto ist ein … Trommelwirbel … Fiat, wer hätte das gedacht. 2-Türer und gerade genug Platz, dass meine Reisetasche nicht mehr in den Kofferraum passt. Eigentlich ein süsses Ding und das Panoramaglasdach ist auch super, aber mehr als 3 PS wären toll gewesen.
Langes Schreiben kurzer Sinn:
Wir sind nach einem langen Tag gut in Olbia gelandet und um 22:30 dann auch im Hotel angekommen. Haben ein tolles Zimmer mit Blick auf den Hafen und gehen jetzt ins Bett.

Mal sehen, was morgen auf uns wartet.

20130617-090435.jpg

20130617-090556.jpg