Archive | December 2012

Es weihnachtet sehr!

Über den Autor James Krüss hatte ich schon in einem früheren Eintrag geschrieben. Seine Gedichte und Geschichten sind der Hit. Und passend zur Weihnachtszeit möchte ich noch ein sehr schönes Gedicht von ihm mit euch teilen:
Die Weihnachtsmaus 

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar,
sogar für die Gelehrten,
Denn einmal nur im ganzen Jahr
Entdeckt man ihre FährtenMit Fallen oder Rattengift
Kann man die Maus nicht fangen,
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
Noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
Den Menschen keine Plage,
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
Kriecht sie am Weihnachtstage

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
Das Mutter gut verborgen,
Mit einem Mal das Beste weg
Am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich habe nichts genommen,
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
Die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
Das Marzipan vom Peter,
Was seltsam und erstaunlich war,
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
Ich hab es nicht genommen,
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
Die über Nacht gekommen.

Ein drittes Mal verschwand vom Baum
An dem die Kugeln hingen,
Ein Weihnachtsmann aus Eierschaum,
Nebst andren leckren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen,
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
Die über Nacht gekommen.

Und Ernst und Hans und der Papa,
Die riefen: Welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da,
Und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort,
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
Ist auch die Maus verschwunden.

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg
Sobald der Baum geleert war,
Sobald das letzte Festgebäck
Gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei Ihm zu Haus –
Bei Fränzchen oder Lieschen –
Da gäb’ es keine Weihnachtsmaus
Dann zweifle ich ein bisschen!

Doch sag’ ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte Euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
Bleibt jedem überlassen!

Süss, oder? Häh, das gäbe ja was. Ne Maus in unserer Wohnung. Die dann auch noch alles wegfrisst. Reicht schon, dass uns die Meisen die Bude einrennen (oder einfliegen), um sich das Futter vom Balkon zu holen.

Mit oder Maus, die euch die Bude leerräumt, wünsche ich allen ein frohes Fest und einen guten Start ins neue Jahr!! Ich hoffe ja, dass mein neues Jahr daheim beginnt… nicht in dieser muffigen, ollen Tierpension…. aber Mama und Papa holen mich bestimmt pünktlich zum Jahreswechsel und zum Feiern wieder ab. Der Onkel Andi kommt vielleicht zum Ski fahren mit und schläft dann wieder bei uns (Leute, der kann schnarchen, sowas habt ihr noch nicht gehört. Hab mich neulich richtig erschrocken, als der loslegte. Bin mal gucken gegangen, wie so ein Körper so harsche und ratternde Töne hervorbringen kann. Mir ist aber nix Ungewöhnliches aufgefallen. Hmm… 2, 3 Mal dachte ich, der atmet nicht mehr. War aber alles gut. Morgens wachte er auf und grinste mich frech an… das ist vielleicht einer!)Oh, und vielleicht kommt die Tante Andrea auch zu Besuch. Aber ohne Hundedame bitte sehr!! Wär‘ ja noch schöner 😉

Also, mach’s gut Leute. Wir lesen, hören, sehen, riechen uns im neuen Jahr!
Miau… Eure Emily

Merry X-Mas and a Happy New Year!

Nicht mehr lang bis zum heiligen Abend. Flori sieht schon heute seine Familie wieder, ich muss noch bis Freitag Abend warten. Aber es ist schon alles vorbereitet. Alle Geschenke sind gekauft, der Koffer ist gepackt, die Vorfreude ist riesig und Emily ahnt sicher bereits, dass sie bald einen kleinen Ausflug in die Tierpension machen wird. Nach den Feiertagen fliege ich zu Flori und seiner Familie. Silvester aber verbringen wir in unserem trauten Heim.
Irgendwie ist das mometan für mich eine sehr emotionale Zeit. Die Wohnung ist so schön weihnachtlich geschmückt, Emily macht jeden Tag ihr Adventskalendertürchen auf, man bekommt und macht Geschenke, man trifft sich mit lieben Leuten und sagt sich lauter nette Dinge… da kullern eben schon mal die Tränen ohne ersichtlichen Grund. Und Flori wundert sich, warum er beim Kuscheln einen nassen Hals bekommt oder warum es ihm ins Gesicht tropft, wenn er einschlafen will. Macht ja nüscht. Sind ja Freudentränen. Heulen macht ausserdem die Augen sauber. Frühjahrsputz für den Tränenkanal sozusagen. Halt schon im Dezember.
Wir sind uns einig, dass das ein ganz tolles Jahr war. Die Highlights waren sicher das Offiziellmachen unserer Beziehung im Januar und unser Zusammenziehen im September. Aber auch sonst gab es viele tausend kleinere und grössere Glücksmomente. Einige Rückschläge waren natürlich auch dabei. Die muss man dann halt akzeptieren. Aber auch die blöden und traurigen Momente sind mit Flori igendwie ein wenig schöner.
Für 2013 haben wir schon ein paar tolle Pläne geschmiedet, auf die wir uns riesig freuen. Und alles andere nehmen wir so, wie es kommt….
Ich wünsche euch allen eine entspannte, besinnliche Weihnachtszeit und einen wundervollen Start ins neue Jahr!
Eure (etwas emotionale) Cindy

Lawinenspürkatze voraus!

Am Wochenende fährt Papa mit Freunden in die Berge. Sie wollen Ski fahren. Brrrr… das stell ich mir kalt und ungemütlich vor. Momentan halte ich es nicht mal auf dem Balkon aus. Ich krieg ganz kalte Füsse und mein Fell wird nass und verknotet dann immer so dolle. Ich mag das alles gar nicht. Aber Papa findet Schnee und Winter und Ski fahren ganz toll. Mama sagt: ja ja, fahr du mal, mein Schatz, und lädt sich ihre Leute zum Kaffeeklatsch ein. Die mag Winter und Schnee nämlich auch nicht so sehr.

Also Papa, ich wünsch dir eine gute (Ski) Fahrt und ich halte mich bereit. Hab mich warm angezogen und bin parat. Solltest du in Not sein oder irgendwie Hilfe brauchen, bin ich sofort dort. Mama nehm ich mit. Zusammen holen wir dich heim!

Miau… Eure Emily

Wachposten

Seit es draussen so oft schneit, hab ich eine neue Aufgabe. Ich muss den linken Balkon bewachen!! Puh… es strengt an, aber es muss sein. Aus einer blöden Laune heraus, meinen Mama und Papa Gutes tun zu müssen. Also kauften sie im Laden als kleine, grüne Bällchen verpacktes Vogelfutter und hängten es überall am Balkon auf. Wer sind wir denn? Die Meisen-Wohlfahrt?
Gestern ging’s dann los. Meine gefiederten Feinde haben das Futter entdeckt. Jetzt schwirren die ständig auf dem Balkon rum und tun so, als gehöre das da alles ihnen. Aber hier wohne ICH! Leider trennt uns die Balkontür. Ich könnte direkt durch die Scheibe springen, wenn ich sehe, wie sich wieder einer im Landeanflug mit Ziel Balkonien befindet. Grrrrrr….
Papa lacht und sagt, ich scharre vor Aufregung mit den Hinterpfoten noch das ganze Packett auf. Wie ein Huhn! Der hat Humor. Aber ich hab jetzt eine neue Taktik. Böse Gucken reicht nicht. Hab‘s probiert. Jetzt lauf ich ganz aufregend vor der Balkontür hin und her. Oder ich vesteck mich in der Höhle vom kleinen Kratzbaum und spring ganz plötzlich raus. Das scheut die ollen Eindringlinge hoffentlich auf. Und wenn es sich bei denen erstmal rumgesprochen hat, wie gefährlich es ist, hier zu naschen, bleiben sie vielleicht ganz weg. Mal sehen, ob’s klappt.

Ich sag euch… wenn uns auch nur einer von denen auf den Balkon kackt…. Leute, dann ist Polen offen!!!!!

Miau… Eure Emily

Entlassungen

In meiner Firma wird seit einigen Wochen die Restrukturierungskeule geschwungen. Bis Ende 2014 werden in diesem Zuge weltweit rund 2400 Leute gehen müssen. Das entspricht rund 5% der Belegschaft. In den Finanzen wird es wohl rund 160 Leute treffen. Von den ersten Kündigungen hat man schon gehört. Ansonsten brodelt die Gerüchteküche natürlich über.
In meinen Team hier in Horgen ist noch nichts passiert, aber uns Buchhalter trifft es nie zuerst; das ist überall so. Dennoch, heute wurden von unserem Management einige Andeutungen gemacht, dass gerade ein paar Entscheidungen gefällt werden, die dann in den nächsten 2 Wochen mit den Betroffenen besprochen werden sollen. Mach ich mir Sorgen? Ein wenig schon. Aber in meinen jungen Jahren wurde ich schon 2 Mal in verschiedenen Firmen abgefunden. Einmal in Irland und dann bei einer Firma in Zürich. Es ist nicht das Ende der Welt. Es gibt fast immer einen Plan B. Veränderungen machen halt Angst, besonders wenn man sie nicht selbst herbeigeführt hat.
Bisher hatte ich immer Glück und bin nach jedem Stellenwechsel weich gefallen. Ganz egal, in welchem Land ich gerade gelebt habe. Vielleicht stehe ich der Situation auch recht entspannt gegenüber, weil bei uns im Haus 2 Vollverdiener wohnen. Es bricht uns nicht gleich das finanzielle Genick. Ein Familienvater und Alleinverdiener hätte da sicher ganz andere Gedankengänge und Sorgen. Auch gut zu wissen, dass wir in einem Sozialstaat wohnen. Die staatliche Ünterstützung im Falle einer längeren „Pause“ ist recht gut. Ausserdem kommt uns entgegen, dass die wirtschafliche Lage in der Schweiz nicht schlecht ist, ganz im Gegenteil zu anderen Ländern.
Schade finde ich allerdings, dass einige Leute ihre Kündigung so kurz vor Weihnachten erhielten/erhalten werden. Könnte man das als Arbeitgeber nicht, wenn irgend möglich, umgehen? Soweit ich weiss, gibt meine Firma Betroffenen recht gute Abfindungen und faire Unterstützung einen neuen Job zu finden. Das ist viel mehr, als ich in der Firma davor erfahren durfte. Da gab es nur die reguläre Kündigungsfrist und Tschüss.
Drückt die Daumen Leute, dass dieser Kelch an mir vorüber geht und lasst uns hoffen, dass die, die es schon getroffen hat, ganz schnell eine neue gute Anstellung finden.
Zu diesem Thema sicher bald mehr…
Eure Cindy

Welt-AIDS-Tag

Am ersten Dezember fand der alljährliche Welt-AIDS Tag-statt, der 1988 ins Leben gerufen wurde.  Einige Leute in meiner Firma haben zu diesem Anlass am Dienstag einen Spenden- und Info-Tag organisiert. Etwa zehn Leute haben Kuchen gebacken, der dann in der Kantine für eine kleine Spende verkauft wurde. Ich haben einen Teufelskuchen (mit Schoggie und saurer Sahne) und einen Kirschkuchen gemacht. Flori durfte mal von beiden probieren. Der Rest fiel dem guten Zweck zum Opfer. Zusätzlich verkauften wir den ganzen Tag über rote Schleifchen. Alles in allem war es ein recht erfolgreicher Tag. Wir haben rund 1‘900 CHF gesammelt. Eine stolze Summe, über die sich die AIDS Hilfe Schweiz freuen durfte.
Schade war aber, dass das Angebot vom Checkpoint Zürich so spärlich angenommen wurde. Drei Männer waren den ganzen Tag über anwesend und standen für Gespräche und Informationen zur Verfügung. Der Checkpoint ist eine Anlaufstelle für alle, die Fragen zu AIDS haben, selbst betroffen sind oder Leute in ihrem Umfeld haben, die betroffen sind. Die Mitarbeiter, die uns besuchten, haben sehr, sehr viele Erfahrungen und Geschichten zu erzählen, aber leider war die Zurückhaltung der Kollegen gross. Vielleicht, weil viele immer noch vor dem Thema zurückschrecken oder nicht wissen, wie sie ihre Fragen formulieren können. Auf jeden Fall herrschte eine grosse Unsicherheit.
Beim Apero am Abend hielt ein Mitarbeiter der AIDS Hilfe Schweiz eine Rede und erzählte viel über die Krankheit und über das Leben mit dem HI Virus in den verschiedenen Regionen der Welt. Die Entwicklung der Medikamente ist schon so weit, dass HIV kein Todesurteil mehr sein muss. Es lasse sich gut mit den Medikamenten weiterleben. Teilweise ist es sogar schon möglich ungeschützt Sex zu haben und Kinder zu bekommen/zeugen, ohne das der Virus übertragen wird. Jetzt muss vermehrt daran geforscht werden, wie man die Nebenwirkungen, wie Insomnia, Erbrechen, Schwindel oder Müdigkeit reduzieren kann. Er meinte auch, dass nur 53% der infizierten Menschen Zugang zu diesen Medikamenten haben. 47% (hauptsächlich in den afrikanischen Ländern) bleiben unbehandelt. Und das liegt leider hauptsächlich an der wirtschaftlichen oder der politischen Lage. Die Mittel stünden jeweils bereit, kommen aber aber aus unterschiedlichen Gründen nicht an. Die Ansteckungsrate geht von Jahr zu Jahr zurück. Aber alle Staitstiken sind widersprüchlich. Viele Länder führen gar keine Statistiken oder melden ihre Daten nicht. Es weiss also niemand genau, ob nun weltweit 24 oder 33 Millionen Menschen an AIDS gestorben sind, seit es sich Anfang der 80er Jahre so sehr verbreitete. Man sagt, dass Swaziland die Hochburg der Krankheit ist. Dort sind von 100 Einwohnern etwa 24 Menschen infiziert.
Wer weiss, vielleicht gibt es in vielen Jahren gar keinen Welt-AIDS-Tag mehr, weil die Forschung so effektiv war und den Virus komplett in den Griff bekam. Das wäre doch mal ein Grund zum Feiern.

Eure Cindy

Reise, Reise, Reise, Reise

In Mamas Zimmer steht ein halb gepackter Koffer. Die wird doch wohl nicht wieder wegfahren? Und wenn doch, für wie lange? Hmm… schon ganz schön viel Zeugs drin…die geht sicher für länger. In Papas Zimmer seh ich keinen Koffer. Aber das soll nix heissen. Der packt immer erst 5 Minuten vor der Abfahrt und fragt dann Mama hundert Mal, ob er auch alles hat. Aber Mamas Koffer macht mir Angst. Hmm… ich setz mich einfach mal drauf. Dann bleibt sie vielleicht da. Oh Gott!!! Nicht dass ich dann wieder in die olle Tierpension muss…

Miau.. Eure Emily

X-Mas Fieber

Weihnachten ist für mich die schönste Zeit im Jahr. Den Winter und die Kälte drum herum finde ich nicht so toll, aber Weihnachten ist und bleibt etwas Besonderes. Ich hab so viele tolle Erinnerungen an vergangene Feste. In der DDR bekam meine Familie nur zu Weihnachten Orangen und Bananen. Während der anderen Monate war es fast unmöglich für uns im Dorf, solche exotischen Früchte zu kaufen. Die Kiste mit Orangen stand immer bei Mama unter dem Kosmetikschränkchen im Schlafzimmer. Im ganzen Haus verteilte sich der Geruch und mein Bruder und ich durften auf keinen Fall vor Weihnachten davon naschen. Eine Zeitlang war es bei uns auch Tradition, dass es an Heiligabend Kaninchenbraten gab. Leider haben meine Eltern keine eigenen Kaninchen mehr. Somit hat sich der Brauch geändert. Daran, dass mein Bruder mal an Heiligabend meinen nagelneuen Puppenwagen mit dem Brotmesser zersägt hat, kann ich micht nicht erinnern. Ich war noch viel zu klein. Aber meine Eltern erinnern sich… mein Bruder war dann wohl ruck-zuck im Bett verschwunden. Und meine Puppe wurde weiterhin von mir getragen. Nicht geschoben.
Flori und ich erleben schon die 2. gemeinsame Weihnachtszeit miteinander. Letztes Jahr war er noch mein Kumpel-Freund, dieses Jahr ist er mein Schmusi-Freund. Unsere Wohnung sieht schon sehr weihnachtlich aus. Überall brennen Kerzen, am Weinachtsbaum blinken die Lichter und der Adventskranz wurde schon einmal von Emily in der Nacht zerlegt.
Am Sonntag gab es im Horgen den alljährlichen Räbeliechtli-Umzug, eine Art Lampion-Umzug, der direkt an unserem Haus entlang kam. Vor vielen Jahren nahm man Rüben, höhlte sie aus und benutzte sie als Laterne. Sie dienten dann als Wegleuchten für den nächtlichen Gang zum Stall oder in die Kirche. Für die Erwachsenen war es eine Erleichterung und für die Kinder vorallem ein riesiger Spass. Der Räbeliechte-Umzug soll eben daran erinnern. Damals entstand auch dieses kleine Liedchen:
Räbeliechtli, Räbeliechtli, Chömed alli Chind!
Wänd e langi Reihe mache, chömed alli gschwind!
Räbeliechtli, Räbeliechtli, immer zwei und zwei,
erscht wänn d’Cherzli uusbrännt sind
und s‘Wienerli gässe isch, dänn gömmer wider hei
Eine frohe (Vor-)Weihnachtszeit
Eure Cindy