Archive | September 2012

Kommunikation

Wie immer im letzten Viertel des Jahres stehen hier in der Arbeit so einige Veränderungen an. Kollegen gehen, Rollen werden neu verteilt, Budgets werden verhandelt und gekürzt, Ziele versucht man noch auf den letzten Drücker zu erreichen…

Da derartige Veränderungen sich auch auf den normalen Mitarbeiter auswirken, bleiben einen eigentlich nur zwei Möglichkeiten, diese Informationen zu bekommen:

  1. Exzessive Besuche in den Kaffeeküchen mit den unterschiedlichsten Kollegen.
  2. Das Lesen von konzerninternen Newslettern und Emails

Ich persönlich bevorzuge die erste Variante, da die Informationen dort schneller vorhanden und zuverlässiger sind. Vergleicht man die dort erhaltenen Informationen dann mit den Emails, die in der Regel mit zwei Wochen Verspätung den Flurfunk bestätigen, höre ich immer wieder die Frage: “Warum kommuniziert man das erst jetzt? Das weiss doch eh schon jeder.” Oder mein persönlicher Liebling (und auch der Auslöser zu diesem Eintrag): “Wie schlecht kann man eigentlich kommunizieren?!”

Warum regen sich eigentlich immer alle über Kommunikation auf? Kann man eigentlich richtig kommunizieren? Ist der Mensch überhaupt dafür geschaffen zu kommunizieren, wenn alle darüber meckern, dass es keiner kann?

Ich, für meinen Teil, habe beschlossen, das Thema Kommunikation mit Samthandschuhen anzufassen, da ich es als ein sehr mächtiges Instrument ansehe, mit dem man lernen muss umzugehen. Sicherlich stelle ich mich in manchen Situationen immer noch sehr blöd an (Cindy wird das bedingungslos bestätigen), aber wie bei jedem Instrument gilt … Übung macht den Meister

Aus 2 mach 1

Leute, wir sind überglücklich! Wir haben in den letzen Tagen unseren Umzug erfolgreich über die Bühne gebracht. Die neue Wohnung ist wunderschön, aber nun leider auch ziemlich voll! So ist das halt, wenn 2 Haushalte aufeinander treffen. Vieles haben wir jetzt erstmal doppelt und dreifach. Was macht man mit 2 Staubsaugern? Mit 2 grossen Wokpfannen? Mit 2 Salatschleudern? Mit 2 Bügelbrettern? Mit 2 Bügeleisen? Mit gefühlten 100 000 Badezimmer- und Küchenutensilien? Unsere Schränke sind auf jeden Fall voll. Der Keller auch. Da geht nix mehr rein.

Es gibt diverse Schranktüren, die bleiben besser geschlossen. Und was ich an Deko mit in unsere Liebes-WG gebracht habe, reicht locker für den ganzen Wohnblock. Viel persönliches Zeugs soll(te) in unseren beiden Hobbyzimmern verstaut werden. Flori hat noch nicht einmal alles ausgepackt und stösst schon jetzt an seine Grenzen. Mein Raum ist fertig! Wer das Zimmer betritt, könnte meinen, ich leide am Messie-Syndrom. Tu ich nicht, ehrlich! Aber ich bin eine Frau. Und Frauen besitzen halt gerne… Schuhe, Kleider, Schmuck, Handtaschen, Männer…. Neulich hat mich einer gefragt, ob ich meine 100 Paar Schuhe und die 80 Handtaschen auch wirklich alle nutze. Da musste ich ihm erklären, dass es hier nicht ums Nutzen ginge, sondern ums Haben.

Aber ich gebe ja zu, wir besitzen grad mehr als genug. Vieles sollte erstmal aufgebraucht / abgenutzt werden oder kaputt gehen dürfen, bevor Nachschub besorgt wird. Und so hab ich mir fest vorgenommen, ganz geläutert, erleuchtet und sittsam, Genügsamkeit zu üben. Sozusagen „Askese für daheim“. Ich beschränke mich auf das, was ich brauche. Weniger ist mehr!! (wie beim Make-up – das sollte man einigen Frauen mal sagen).

Puh!! Leute, sich zu ändern kostet Nerven. Gestern erzählte ich Flori, dass ich über Mittag zum Aldi fuhr und dass ich nach genau 8 Minuten mit 6 Artikel wieder raus kam. 6 Artikel!! Das is nix. Keine 6 Tüten!! 6 Artikel!!! Ich hab noch nie ein Geschäft mit so leeren Händen und so unbefriedigt wieder verlassen. Und doch war ich stolz auf mich. Ich bin dran. Ich bin jetzt ein „Haushalts-Asket“, ein „Shopaholic a.D.“

Trotzdem ist es uns gelungen, unsere 4 Wände schon sehr wohnlich und gemütlich zu machen. Wir fühlen uns pudelwohl und geniessen die Vorzüge des Zusammenlebens. Die Nachbarn sind nett und Emily scheint es auch enorm gut zu gefallen. Sie robbt auf dem Rücken übers Pakett und verlangt nach Streicheleinheiten. Unsere Zicke will kuscheln!!! Da muss es ihr ja gutgehen. Wie sie den Umzug erlebt hat, kann sie euch ja in ihrem eigenen blog erzählen. Vielleicht zeigt sie euch auch ein paar Bilder von ihrem nagel-neuen Kratzbaum.
Viele harmonische Grüsse aus einem gut sortierten Haushalt.
Eure Cindy

Knabenschiessen

Heute feiert die Stadt Zürich das „Knabenschiessen“. Nur die Stadt, nicht der Kanton Zürich. Deshalb muss ich ackern und der Herr Florian hat den ganzen Tag frei!
Das Knabenschiessen ist eines der ältesten Zürcher Volksfeste. Es lässt sich weit zurückverfolgen, bis ins 17. Jahrhundert hinein. Das erste moderne Fest gab es aber „erst“ 1889. Damals (heute auch??) wollte man den Jungen die Tätigkeiten an der Waffe schmackhaft machen.

Wie der Name schon sagt, es war ürsprünglich eine Veranstaltung nur für Jungs. Da aber Alice Schwarzer und Co. nicht umsonst öffentlich ihre BHs verbrannt haben und auch in der Schweiz ihre emanzipierten Spuren hinterliessen, dürfen seit 1991 auch Mädchen daran teilnehmen. Unter modernen Statuten sind alle Jugendlichen (13-17 Jahre) teilnahmeberechtigt, die im Kanton Zürich wohnen oder hier zur Schule gehen. Man zahlt ein Startgeld und dann gehts los. Im Schiesswettbewerb wird von Samstag bis Montag der (oder die) Beste ermittelt (welche(r) sich dann Schützenkönig / –königin schimpfen darf). Geballert wird mit einem Sturmgewehr 90, sponsored bei der Schweizer Armee.

Eben kam übrigens heraus, dass Zürich im Jahr 2012 eine Schützenkönigin hat. Wie auch schon 2011.  Eine 17-Jährige war heuer die Zielsicherste und schnappte sich ganz knapp vor einem Knaben (auch Jahrgang 95) die Krone.
Eure Cindy

Liebe Simone

Da mich das Schätzili übers Wochenende verlässt, um in der Heimat 60 Jahre THW Lauf ausgiebig feiern zu können, würde ich dir gerne bis Sonntag Nachmittag die Aufsichtspflicht für ihn übergeben. Ich weiss, es ist keine leichte Aufgabe, Flori zu beaufsichtigen, aber da du ja durch Ehe und 3facher Mutterschaft nahkampferprobt bist, hab ich vollstes Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten.

Um dir die Sache etwas erleichtern, möchte ich dir gerne einige Hinweise mit an die Hand geben:

1)    Nein, er darf nicht essen, bis er Bauchweh bekommt! (er wird versuchen, dich vom Gegenteil zu überzeugen)

2)    Nein, die 8. Bratwurst muss nicht auch noch verschlungen werden! (siehe Punkt 1)

3)    Nein, Cindy wäscht nicht kommentarlos seine eingesauten Klamotten! (auch da wird er vom Gegenteil überzeugt sein)

4)    Nein, nur weil seine Neffen Unsinn im Kopf haben, muss der Florian da nicht mitmachen!

5)    Nein, wenn die Aussprache schlechter wird, holt sich der Florian nicht gleich das nächste Bier!

6)    Nein, mit fast 2 Promille kann man nicht mehr Auto fahren!

7)    Nein, Kampftrinken ist keine von der breiten Öffentlichkeit akzeptierte Sportart!

8)    Nein, Cindy findet es nicht ok, wenn sich die hübsche Blondine auf seinen Schoss setzt!

9)    Nein, Cindy findet es nicht ok, wenn er am Sonntag nicht zurück in die Schweiz fährt!

10) Nein, einem Audifahrer gehört nicht automatisch die ganze Autobahn!
Am Anfang seines Aufenthalts mag er dir etwas verwöhnt erscheinen. Dafür kann er aber nichts. Das geht ganz allein auf meine Kappe. Ansonsten ist er an Fröhlichkeit und Liebreiz natürlich nicht zu übertreffen. Der kleine Sonnenschein wird dir viel Freude machen. Ich wünsche dir eine schöne Zeit mit ihm.
Deine Cindy

Magic Mike

Neulich hab ich 2 Kinokarten für „Magic Mike“ gewonnen. Diesen Freitag werde ich mir meine Kumpeline Sofie schnappen und dann schauen wir uns den Leckerbissen-Streifen an. Für alle, die den Film nicht kennen…. Matthew McConaughey und Channing Tatum strippen darin ala Chippendales um die Wette und versuchen, genug Kohle zu scheffeln, um sich irgendwann ihren wahren Träumen widmen zu können. Letzes Jahr hab ich die Chippendales übrigens in Zürich live gesehen. Ich muss gestehen, ich war danach leicht heiser – aber zu der Zeit auch noch Single!!!

Da kam mir der Gedanke, ist es eigentlich moralisch verwerflich, als Frau in festen Händen, andere, ölverschmierte Männer anzuglotzen, während die sich die Kleider vom Leib reissen ? Oder gehört es zu einer modernen, selbstbewussten, aufgeklärten Welt dazu, das Ganze als Spass anzusehen, als lustigen Gag, als witzigen Mädelsabend? Ich tendiere ja eher zum Zweiten. Denn seien wir mal ehrlich Mädels, will wirklich jemand von uns einen dieser Typen jeden Abend daheim aufm Sofa hocken haben? Auf keinen Fall. Da sind uns unsere eigenen Traummänner doch tausend Mal lieber.

Das bringt mich zum nächsten Thema: Sind Stripper(innen) eigentlich ein Grund zur Eifersucht? Als ich im Juli einigen Damen erzählte, dass Flori mit seinen beiden Kumpels nach Hamburg fliegt, fiel meistens sofort das Wort ‚Reeperbahn‘. Das Gesicht dazu war dann etwas anklagend. Klar geht Mann zur Reeperbahn, wenn Mann schon mal dort ist. Ich musste mich mehrmals verteidigen, dass ich ihn „dorthin gehen lasse“. Aber hey… girlies… sind derart Bezahldamen wirklich eine ernsthafte Konkurrenz? Ist ein Fremdgänger nicht überall ein Fremdgänger, egal in welcher Stadt er sich gerade aufhält? Muss Freiheit und Beziehung unbedingt im totalen Gegensatz zueinander stehen?

Vielleicht ist es mit der Reeperbahn ja auch wie mit den Chippendales. „Muss man mal gemacht haben.“ Dann ist es ein lustiger Abend, Mann/Frau kennt die Grenzen, weiss was okay ist und was nicht und später fährt man nach Hause und freut sich, neben der Person einzuschlafen, die man liebt. Und sicher ist so ein Abend kein Grund für Streit, Eifersüchteleien oder schlechte Stimmung.

Für Flori und mich ist Ehrlichkeit, Vertrauen und 100%ige Treue in einer guten Beziehung ein Muss. Klar sind wir auch mal (zugegeben grundlos) eifersüchtig – ein normaler Reflex der Verlustangst – das bringt die Liebe halt oft mit sich. Wir schätzen aber auch unsere „lange Leine“. Wie lang die Leine ist und was nicht mehr okay ist, muss wohl jedes Paar für sich selber rausfinden. Am besten, indem man vorher drüber spricht 🙂

Eure Cindy